Alter Güterbahnhof

„Central Park“ und Tunnel-Abriss: IHK-Ideen für die Freiheit

Die Gebäude des alten Duisburger Güterbahnhofs wollen die städtische Gebag und Oberbürgermeister Sören Link 2020 abreißen lassen.

Die Gebäude des alten Duisburger Güterbahnhofs wollen die städtische Gebag und Oberbürgermeister Sören Link 2020 abreißen lassen.

Foto: Daniel Koke / Gebag

Duisburg.  Für das Areal„Duisburger Freiheit“ haben Unternehmer „Wünsche der Wirtschaft“ übergeben. Wir erklären die mit Stadtplanern entwickelten Skizzen.

Unternehmer haben über die IHK noch vor dem Auftakt des Beteiligungsverfahrens die „Wünsche der Wirtschaft“ für das Gelände am alten Güterbahnhof adressiert (siehe Textende). Eine Selbstverständlichkeit, die darin nicht auftaucht: „Wir wollen dort keinen Handel, um die Innenstadt nicht zu schwächen“, sagt Marc Sextro, IHK-Referent für Raumordnung und Stadtplanung. Die drei an Oberbürgermeister Sören Link und Gebag-Chef Bernd Wortmeyer überreichten Ideenskizzen spiegeln darüber hinaus in mehreren Punkten wieder, was schon Architekt Norman Foster seinerzeit für die „Duisburger Freiheit“ plante:

Die Fläche am Tor zur Innenstadt, so die IHK-Autoren, habe „das Potenzial, zu einer internationalen Visitenkarte für die Stadt zu werden“. Diese stellte sich der Brite Foster als urbanes Quartier mit architektonisch hochwertigstem Wohn- und Büroraum um Grün- und Wasserflächen herum vor.

„CentralPark“ mit viel Grün und Wasser

Auch die Ideenskizze „CentralPark“ ist geprägt von einem zwischen Gebäuderiegeln angelegten Park und Wasserflächen als „Attraktion“.

Die gemischten Baustrukturen sind aufgelockert, die Bebauung reicht zur Abschottung gegen Lärm bis an die Kante der Bahntrasse im Osten und bis an die A 59 im Westen.

„Die Baustrukturen für sensible Nutzungen öffnen sich nach innen“, erklären die Teilnehmer des Workshops in ihrem sechsseitigen Papier.

Für die Skizzen zeichnet Städtebauexperte Jörg Faltin verantwortlich (Faltin + Sattler – FSW Düsseldorf).

„OpenSpace“ ohne den Karl-Lehr-Tunnel

„OpenSpace“ haben die Verfasser den Vorschlag genannt, in dem der Tunnel der Karl-Lehr-Straße in Teilen zurückgebaut und das Gelände abgesenkt wird. So könnte eine große Grünfläche im Zentrum entstehen und die Loveparade-Gedenkstätte „integraler Bestandteil des Freiraums“ werden.

Um den Park sowie links und rechts einer grünen Nord-Süd-Ache sind „flexibel nutzbare Baufelder“ vorgesehen.

„Boulevard“ mit grünem Lärmschutz

Das namensgebende Element des dritten Entwurfs ist ein zentraler „Boulevard“. Der liegt inmitten verdichteter Gebäuderiegel. Diese öffnen sich zur Bahntrasse – ein Grünzug soll den Lärm schlucken.

Rad- und Fußwege in alle Richtungen binden die Fläche „insbesondere an den Hauptbahnhof an“.

Die „Wünsche der Wirtschaft“ im Wortlaut

Nutzungsmischung: Wir halten es für wichtig, dass ein neues Stadtquartier mit vielfältigen Nutzungen entsteht, in dem gearbeitet, gewohnt und Freizeit gestaltet werden kann.“

Städtebau: Wir glauben an das Alleinstellungsmerkmal des Geländes und stellen uns eine unverwechselbare Stadtsilhouette mit Strahlkraft in der Region vor.“

Grünstrukturen: Wir befürworten eine deutliche Ausprägung der Grünstrukturen im Gebiet zur Vernetzung des Geländes mit seiner Umgebung.“

Mobilität: Wir wünschen uns die Entwicklung eines Vorbildquartiers für innovative Verkehrslösungen.“

Erinnerung: Wir betonen die besondere Bedeutung der Integration der Love-Parade-Gedenkstätte für das Gesamtkonzept.“

Verbindung: Wir empfehlen die Entwicklung verschiedener Fuß- und Radwegeverbindungen zur Anbindung des Quartiers an die Innenstadt, den Hauptbahnhof und den Sportpark.“

Klimaschutz: Wir wünschen und eine zukunftsfähige Energieversorgung mit Einsatz regenerativer Energieformen.“

Partizipation: Wir bringen uns gerne aus der Perspektive der Wirtschaft in einen offenen Planungsprozess mit ein.“

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