Sonderflüge

Corona: Schauinsland hat schon 15.000 Urlauber heimgeflogen

Geschäftsführer Gerald Kassner feierte 2017 den 100. Geburtstag des des Duisburger Reiseveranstalters Schauinsland Reisen. Corona wird für das Unternehmen teuer, soll aber keine Stellen kosten.

Geschäftsführer Gerald Kassner feierte 2017 den 100. Geburtstag des des Duisburger Reiseveranstalters Schauinsland Reisen. Corona wird für das Unternehmen teuer, soll aber keine Stellen kosten.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Schauinsland Reisen kündigt an: Bis Sonntag sollen 95 % der Kunden in Deutschland sein. Neue Buchungen sind möglich – Reisen ab April wieder.

Nach der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen der Corona-Pandemie hat das Duisburger Unternehmen Schauinsland Reisen eine 100-köpfige Taskforce gegründet, die sich um die Rückholung von Urlaubern nach Deutschland kümmert. Mehr als 15.000 Reisende aus Ägypten, Zypern, der Türkei, von den Balearen, Kanaren und aus der Dominikanischen Republik und weiteren Fernreisezielen sind schon wieder gelandet. Bis zum Wochenende werden 95 Prozent seiner Kunden wieder in Deutschland sein, kündigt der Reiseveranstalter an.

Die Rückholaktion mittels Sonderflügen bezeichnet Gerald Kassner, Geschäftsführer von Schauinsland Reisen, als „kostenintensiv“. Der Reiseveranstalter setzt darauf, über Gelder der Bundesregierung für die Luftbrücke entschädigt zu werden.

Duisburger Reiseveranstalter bietet neue Abreisen ab April an

Der Tourismus zählt zu den Branchen, die von der aktuellen Coronakrise besonders stark betroffen sind. Reisen können nicht mehr stattfinden, Urlauber müssen ihren Urlaub abbrechen und vorzeitig nach Deutschland geflogen werden – das kostet Geld. Hinzu kommt: „Viele Hotelübernachtungen müssen von uns im Voraus gezahlt werden“, erläutert Unternehmenssprecherin Simone Feier-Leist. Wie viel Corona den Reiseveranstalter kostet, dazu nennt sie keine Summe: Das sei zurzeit noch nicht absehbar.

Weitere Einnahmen entgehen dem Duisburger Unternehmen, weil es wegen Corona im Moment auch keine neuen Reisen anbieten kann: Am Donnerstag sagte Schauinsland Reisen alle Auslandsreisen mit Anreisedatum bis 3. April ab, für bestimmte Länder auch über diesen Zeitpunkt hinaus. Für Kunden ist diese Stornierung kostenlos. Schauinsland weist darauf hin, dass über den April hinausgehende Stornierungen nötig werden können, sollte es am jeweiligen Reiseziel Ausgangssperren geben oder Hotels beziehungsweise der Luftraum geschlossen sein.

Schauinsland Reisen: Duisburger buchen trotz Corona weiterhin Urlaub

Buchungen für die Zukunft nimmt Schauinsland weiterhin entgegen. Urlaubswilligen scheint die Lust auf Sonne mitten in der Corona-Pandemie nicht vollends vergangen zu sein: „Auch aktuell buchen täglich circa 1.000 Gäste ihren Sommerurlaub“, sagt Feier-Leist. Das sind weniger als sonst – wie viele weniger, könne sie nicht sagen. Damit es mehr werden, bietet Schauinsland seinen Kunden bei Neubuchungen eine kostenlose Kündigungsmöglichkeit bis zum 15. April an.

Für die Wintersaison 2020/21 gebe es momentan mehr Buchungen als im Vorjahr. Stornierungen für geplante Reisen seitens der Kunden seien „Ausnahmen". Urlaube, die Reisende eigentlich in Italien verbringen wollten, würden oft auf andere Länder umgebucht.

Schauinsland Reisen schließt Kündigungen wegen Corona aus

Trotz der für Reiseveranstalter schwierigen Zeiten sieht Schauinsland Reisen optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen gehöre „zu den solventesten Veranstaltern weltweit“ und verfüge über viel Eigenkapital. Dabei habe der Reiseveranstalter auch von der Insolvenz des Konkurrenten Thomas Cook profitiert. Simone Feier-Leist verspricht: „Bei Schauinsland Reisen wird es keine Kündigungen aufgrund der Coronakrise geben.“

Schauinsland Reisen gibt es seit über 100 Jahren. Im Geschäftsjahr 2018/19 zählte das Unternehmen 1,64 Millionen Kunden und erzielte einen Umsatz von 1,37 Milliarden Euro. Damit ist Schauinsland Reisen nach eigenen Angaben der fünftgrößte Flugreiseveranstalter in Deutschland. Das Unternehmen mit 480 Mitarbeitern ist in Familienbesitz: Inhaber in dritter Generation und Geschäftsführer ist Gerald Kassner.

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