Corona-Tests

Corona: Warum mehr Duisburger Ärzte in ihren Praxen testen

Immer mehr Duisburger Ärzte haben sich bereit erklärt, Corona-Tests in ihren Praxen durchzuführen.

Immer mehr Duisburger Ärzte haben sich bereit erklärt, Corona-Tests in ihren Praxen durchzuführen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Immer mehr Duisburger Ärzte testen Patienten in Praxen auf Corona. Der Kreisstellen-Vorsitzende sagt warum und kritisiert zugleich Jens Spahn.

Duisburg hat ein Corona-Testzentrum im Theater am Marientor, das die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) finanziert und die Feuerwehr organisiert, aber mittlerweile auch immer mehr Ärzte, die Patienten in ihren Praxen testen. Dies geht aus einer Liste hervor, die die KV Nordrhein veröffentlicht und laufend aktualisiert.

Waren es Mitte August noch zwölf Duisburger Mediziner, sind es aktuell schon 35. „Dies liegt unter anderem daran, dass wir in den Praxisinformationen auf die vorhandene Liste aufmerksam gemacht und Ärzte aufgerufen haben, uns zu melden, wenn Praxen testen“, sagt KVNO-Sprecherin Elif Calkayis auf Nachfrage der Redaktion. „Es werden sukzessive immer mehr.“

KV Nordrhein: Duisburger Kreisstellen-Vorsitzender spricht von anderem Umgang mit Corona

Helmut Gudat, Vorsitzender der KV-Kreisstelle in Duisburg, kann dies bestätigen. „Ich finde das ausgesprochen positiv.“ Er führt dies nicht nur auf erfolgreiche Überzeugungsarbeit zurück, sondern zudem auf den veränderten Umgang mit dem Virus.

„Anfangs war auch unter den Medizinern und Mitarbeitern eine große Unsicherheit, Angst, auch Hysterie mit im Spiel, was aber auch verständlich ist“, sagt der Internist. „Heute wissen wir viel mehr über Corona und wie sich das Virus verhält.“ Er betont, dass nicht jede Praxis Corona-Tests aufgrund fehlender räumlicher Voraussetzungen durchführen könne. Aber grundsätzlich gebe es nun wieder ein gewisses Maß an Normalität, die Situation sei deutlich entspannter.

Einige Duisburger Ärzte testen nur eigene Patienten

„Außerdem ist mittlerweile, auch aufgrund privater Initiativen, genügend Schutzausrüstung vorhanden. Das war am Anfang ja nicht der Fall“, so Gudat, der selbst wie andere Kollegen auch ausschließlich eigene Patienten testet. Diese Ärzte stehen nach Angaben des Kreisstellen-Vorsitzenden aber gar nicht auf der KVNO-Liste. Es gebe deshalb in Wirklichkeit noch viel mehr Testmöglichkeiten.

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Gudat leistet seinen Dienst darüber hinaus im Testzentrum im Theater am Marientor, das sich bewährt habe. „Das läuft reibungslos. Die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Stadt, Gesundheitsamt und niedergelassenen Ärzten ist gut“, so der Kreisstellen-Vorsitzende.

Corona: „Wir hoffen, dass wir auch gut durch den Hebst und Winter kommen“

Trotz steigender Corona-Zahlen sei die Lage in Duisburg aktuell stabil. „Wir hoffen, dass wir auch gut durch den Hebst und Winter kommen“, so Gudat. Die Maßnahmen, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate plant, sind für den Duisburger Mediziner bisher noch sehr unkonkret – vor allem, was die praktische Umsetzung betrifft.

Wenn Spahn von Schwerpunktsprechstunden, Schwerpunktpraxen und regionalen Fieberambulanzen spreche, an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen wenden können, dann seien das zunächst einmal nur Schlagworte. „Wenn ich an die vollen Praxen bei der letzten Grippewelle denke, dann frage ich mich, wo die Kapazitäten angesichts grundsätzlich schon knapper Ressourcen dafür herkommen sollen.“

Die folgende Statistik der Stadt Duisburg beinhaltet Abstriche im zentralen Abstrichzentren von KVNO und Stadt, des Gesundheitsamtes sowie der Feuerwehr – dagegen nicht Tests in Praxen und Krankenhäusern:

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