Kirchenleben

Das Gebet soll die Gemeinde in Rheinhausen bewegen

Der Pastor Raymond Metard Kabongo-Ilunga fühlt sich in Rheinhausen wohl und wird hier fünf Jahre lang wirken.Foto:

Der Pastor Raymond Metard Kabongo-Ilunga fühlt sich in Rheinhausen wohl und wird hier fünf Jahre lang wirken.Foto:

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Pastor Métard Kabongo-Ilungo verstärkt das Seelsorge-Team von der St. Peter-Pfarrei. Sein erster Eindruck: „Die Gemeinde ist lebendig.“

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„Die Gemeinde ist lebendig, die Menschen sind offen. Die Gemeinde trägt mich. Das finde ich sehr schön“, schildert Pastor Raymond-Métard Kabongo-Ilunga seinen ersten, positiven Eindruck von der St. Peter-Pfarrei in Rheinhausen. Für die nächsten fünf Jahre wird der 52-Jährige im Seelsorge-Team mitarbeiten.

Der Geistliche stammt aus dem Kongo, besuchte dort das Gymnasium, das Priesterseminar, studierte an der Uni in seiner Heimat anthropologische Philosophie und Theologie. In München setzte er schließlich das Philosophie-Studium fort. Diese Fachrichtung hatte es ihm besonders angetan. „Anthropologische Philosophie wählte ich, weil ich den Menschen in all seinen Dimensionen kennen lernen wollte. Das ist für mich als Seelsorger wichtig. Die Theologie sieht den Menschen mit dem christlichen Auge“, erzählt Pastor Kabongo-Ilunga. Er spricht mehrere Sprachen, damit sei man als Afrikaner zwangsläufig konfrontiert.

Da ist zunächst die Muttersprache der Region, wo er geboren wurde, sowie „Lingála“, die Sprache der Hauptstadt Kinshasa von Kongo. Von der Grundschule bis zum Studium sprach der Geistliche die Amtssprache Französisch. Zudem beherrscht er Latein und Englisch. Deutsch lernte er in München.

Sprachkurs in Bayern

Im ersten Jahr seines Aufenthalts in der bayerischen Landeshauptstadt besuchte er an der Uni den Sprachkurs für Ausländer. Schnell wurde das Erlernte intensiviert. „Ich lebte damals bei Schwestern in einem Kloster und musste Deutsch sprechen. Das war eine gute und praktische Schule“, erinnert sich Raymond-Métard Kabongo-Ilunga.

Kabongo-Ilunga liebt den Gesang

Bis Ende 2015 war er als Geistlicher zunächst im Erzbistum München in St. Vitus in Stockdorf und im Pfarrverband Würmtal tätig. Anfang 2016 wechselte er als Pastor in die Pfarrei St. Cyriakus im sehr katholisch geprägten Weeze, feierte dort sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Seit Anfang Oktober ist er nun in der Pfarrei St. Peter tätig. Hier will er dem Pfarrer in allen Bereichen helfen, will Kontakte zu Senioren, Kindern, Familien und Jugendlichen knüpfen. „Kirche ist keine geschlossene Gruppe. Kirche heißt, unter die Leute zu gehen. Jesus ist auch zu allen Menschen gegangen“, so Pastor Kabongo, der über Duisburg sagt, dass „wir hier global leben“.

Von den zehn Geschwister leben zwei in London und einer in Kanada

Privat ist der Geistliche ebenfalls global unterwegs. Einmal im Jahr besucht er seine Mutter in Afrika. Von den zehn Geschwistern leben zwei Brüder in London und einer in Kanada. Erfreut stellte er fest, dass in Duisburg Menschen aus seiner Heimat leben: „In Hochfeld hörte ich mal Leute, die Lingála sprachen.“ Flugs den Kugelschreiber zückte er, als er erfuhr, dass es in Duisburg eine Deutsch-Französische Gesellschaft gibt. Sie wird er kontaktieren.

Afrikaner beten gerne mit dem Körper

In seiner freien Zeit liest Pastor Kabongo gerne, bevorzugt Fachliteratur und Bücher über Geschichte. Und er liebt Musik, er singt gerne: „Während meiner Priesterausbildung im Kongo habe ich einen Chor verstärkt.“ Eine Kostprobe seiner Sopranstimme hörten die Gemeindemitglieder während seines Einführungsgottesdienstes Ende Oktober und erlebten, wie Afrikaner singen, nämlich mit Bewegungen. Der Geistliche: „Afrikaner beten auch gerne mit dem Körper. Mein Wunsch ist, dass sich auch die Gemeindemitglieder bewegen.“

>>>>>Die Entwiscklung zur Großgemeinde<<<<<<

St. Peter ist eine Großgemeinde und umfasst die früheren Pfarreien St. Ludger, Christus König, St. Barbara und die ehemalige „Mutterpfarrei“ St. Peter. Erste Überlegungen zu diesem Zusammenschluss gab es bereits im Jahr 2000. Damals zeichneten sie die bevorstehenden Pensionierungen der Pastoren Georg Schneider (Christus König), Pastor Seeger (St. Ludger) und Pastor Bösken ab. Es stand außer Frage, dass alle Pfarreien keinen eigenen neuen Pfarrer mehr bekommen würden. 2004 stimmten die Pfarreimitglieder zunächst der Fusion von Christus König und St. Ludger mit dem Namen „Heilig Kreuz“ zu.

Bald zeigte, dass nach der Pensionierung von Pfarrer Bösken aus St. Peter neue, komplexere Verhandlungen anstehen würden, da neben St. Peter auch noch die sehr lebendige Pfarrei St. Barbara eingezogen werden musste. Seit 25. November 2007 gibt es die neue Pfarrei St. Peter. 2010 wurde die Kirche St. Ludger profaniert, 2011 wurden St. Barbara und das dortige Pfarrheim geschlossen. Als Letztes wurde die Nutzung des Pfarrheims St. Ludger eingestellt.

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