Uni Duisburg-Essen

Duisburg: Suche nach Studentenwohnung kann schwierig werden

Wie geht es mit den Studentenwohnheimen in Duisburg weiter? Das Studierendenwerk macht sich Sorgen.

Wie geht es mit den Studentenwohnheimen in Duisburg weiter? Das Studierendenwerk macht sich Sorgen.

Foto: Fabian Strauch / / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Auswahl an geeigneten Studenten-WGs ist in Duisburg gering. Ein weiteres Problem: Bei den Studentenwohnheimen gibt es einen Investitionsstau.

Es ist schon fast zur Gewohnheit geworden: Zu Beginn jedes Semester geistern Horrormeldungen durch die Medien, in denen Studierende von der verzweifelten Suche nach einer Bleibe für ihre Studienzeit berichten. Besonders in deutschen Großstädten ist die Lage prekär. In Bamberg wurden zwanzig Feldbetten in einer Turnhalle aufgestellt, um Studierenden zumindest eine Übergangslösung anzubieten. In Duisburg ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt entspannter. Doch auch hier ist die Suche nicht einfach – und sie könnte in Zukunft noch schwieriger werden.

Beim WG-Casting geben sich die Bewerber die Klinke in die Hand Rund zwanzig Wohngemeinschaften hat Hanna angeschrieben, bei acht war sie zur Besichtigung eingeladen. Seit diesem Wintersemester studiert die 23-Jährige an der Universität in Duisburg. Im Vergleich zu Münster, wo sie ihren Bachelor gemacht hat, findet sie die Wohnungssuche in Duisburg weniger kompliziert.

Suche nach Studenten-WG in Duisburg: Diese Hürden gibt es

Ganz einfach war es jedoch auch nicht. Denn die Auswahl an geeigneten WGs sei gering, berichtet sie. „Es gibt wenig ansprechende, klassische studentische Wohngemeinschaften und die werden dann natürlich stark nachgefragt. Teilweise gibt man sich bei den WG-Castings schon die Klinke in die Hand“, berichtet sie.

Noch auf der Treppe habe sie die nächsten Bewerber getroffen. „Was wünscht man denen denn dann? Viel Glück?“, fragt sie ironisch. Am Ende lief es dann doch gut: Hanna konnte sich zwischen mehreren Wohnungen entscheiden und ist jetzt glücklich mit ihrer Zweier-WG im Sternbuschweg. Ihr Kommilitone Julian blickt weniger entspannt auf die Wohnungssuche zurück: Er hatte auf keinem der einschlägigen Internetportale Glück: „Viele Wohnungen und WGs sahen schon auf den Bildern wenig ansprechend aus“, sagt er. Die beiden WGs, die er dann letztlich angeschrieben hatte, sagten ihm ab. „Ich habe dann schon kurz an eine Garage gedacht“, erzählt der 25-Jährige.

WG-Suche: Erfolg über Facebook

Über die Facebook-Gruppe seines Studienganges ist er dann am Ende doch noch an ein Zimmer gekommen. Mittlerweile wohnt er in einem Ein-Zimmer-Appartement in Duissern und ist überglücklich. „Seit ich alleine wohne, ist das die schönste Wohnung“, sagt er strahlend. Im Vergleich zu anderen Großstädten wie Berlin, München, Stuttgart oder Köln ist die Wohnungssuche für Studierende in Duisburg also einfacher. Diesen Eindruck bestätigt auch Johanne Peito-Höltgen vom Studierendwerk Essen-Duisburg. „Bei uns muss niemand in die Turnhalle“, sagt sie.

Das liegt sicherlich auch daran, dass die Universität Duisburg-Essen eine sogenannte Pendleruni ist. 52 Prozent aller Studierenden wohnen nicht am Hochschulstandort, sie reisen also jeden Tag mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihren Vorlesungen oder Seminaren an. Weitere 34 Prozent wohnten außerdem noch bei ihren Eltern, klärt Peito-Höltgen auf. Der Anteil derjenigen Studierenden, die auf den Wohnungsmarkt in Duisburg oder Essen drängen, hält sich damit im Vergleich zu anderen Hochschulstandorten in Grenzen.

Sanierungsbedarf bei Duisburger Wohnheimen beläuft sich auf 64 Millionen Euro

Trotzdem blickt Peito-Höltgen mit Sorge in die Zukunft. Zwar könne das Studierendenwerk derzeit in der Regel jedem Bewerber einen Platz in einem Wohnheim anbieten, ob das aber auch in Zukunft der Fall sein wird, sei unklar, sagt die Pressesprecherin. „Die Studierendenzahlen und unsere Kosten steigen, die Zuschüsse vom Land aber nicht“, beklagt sie. Vor allem der Sanierungsbedarf in den Wohnheimen stellet das Studierendenwerk vor Herausforderungen.

In einigen der 19 Anlagen sei über die Jahre nur an der Oberfläche gekratzt worden. „Wir haben Wohnheime aus den 1970er Jahren, in denen seither nur Instandhaltung betrieben wurde.“ Dort müssten aber Küchen, Fenster und Abwasserleitungen erneuert oder die Möbel ausgetauscht werden. Der Sanierungsbedarf belaufe sich auf 64 Millionen Euro. „Wenn es so weitergeht und wir kein Geld vom Land bekommen, ist es möglich, dass Wohnheime schließen müssen“, klagt Peito-Höltgen.

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