Gericht

Duisburger Bande soll Rentner um 770.000 Euro gebracht haben

Die fünf Angeklagten und ihre Verteidiger zu Prozessbeginn in Saal 101 des Landgerichts Duisburg.

Die fünf Angeklagten und ihre Verteidiger zu Prozessbeginn in Saal 101 des Landgerichts Duisburg.

Foto: Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg.  Fünf Duisburger stehen vor dem Landgericht. Sie sollen sich als Polizisten ausgegeben und Rentner um 770.000 Euro und Schmuck gebracht haben.

Erst gab es den Enkeltrick, dann kam der Polizeitrick. In beiden Fällen waren und sind ältere Menschen die Opfer skrupelloser Täter. Fünf Homberger stehen jetzt wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz: Zwischen März und September 2018 sollen die 28 bis 34 Jahre alten Angeklagten Senioren um insgesamt 770.000 Euro erleichtert haben, indem sie sich als Polizisten ausgaben, die sich um das Geld und die Wertsachen der Rentner sorgten.

Die Geschädigten wurden von Unbekannten telefonisch kontaktiert, die sich als Polizisten ausgaben. Meist behaupteten die Anrufer, man habe Teile einer Einbrecherbande festgenommen und wisse, dass die Wohnungen der Senioren auf einer Liste stünden. Die älteren Menschen wurden angewiesen, Geld und Wertsachen zusammen zu suchen und an freundliche Kollegen der Anrufer zu übergeben.

Senioren hoben sogar Geld von der Bank ab

In einigen Fällen wurde sogar behauptet, auch die Ersparnisse auf der Bank seien nicht mehr sicher, weil es dort einen kriminellen Komplizen gebe. Einige Geschädigte hoben deshalb sogar noch hohe Summen ab und übergaben sie an der Haustür oder deponierten sie weisungsgemäß vor dem Haus.

Die Anklage listet elf Taten in Duisburg, Düsseldorf, Köln, Mechernich, Frechen, Ibbenbüren, Emmerich und Goslar auf. An allen soll die 28-jährige Hauptangeklagte beteiligt gewesen sein, die als einzige seit September in Untersuchungshaft sitzt. Die vier Mitangeklagten – zwei Männer und zwei Frauen – sollen in wechselnder Beteiligung mitgemacht haben.

81-Jährige übergab Geld und Goldmünzen im Wert von 450.000 Euro

2018 soll die 28-Jährige Kontakt zu einem Mann namens „Kalet“ bekommen haben, der sie für die kriminelle Masche angeworben haben soll. In der Folge soll sie die Mitangeklagten eingewiesen und sie gegen einen kleinen Teil der Beute als Fahrer und Begleiter eingesetzt haben. Den Löwenanteil soll der Hintermann kassiert haben.

Den größten Coup soll die 28-Jährige am 2. Mai 2018 in Duisburg gelandet haben: Eine 81-jährige Frau übergab Geld und Goldmünzen im Gesamtwert von 450.000 Euro.

Vier der Angeklagten schwiegen zum Prozessauftakt. Eine Verteidigerin kündigte für ihre Mandantin eine geständige Einlassung an. Für das Verfahren sind zunächst bis Mitte September sechs weitere Sitzungstage vorgesehen.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben