Güterbahnhofsgelände

„Duisburger Freiheit“: Werkstattgespräch am 18. November

Fosters Visionen: viel Grün, viel Wasser. So stellte sich Stararchitekt Norman Foster das Wohn- und Arbeitsquartier „Duisburger Freiheit“ vor. Einige der bis 2009 entwickelten Ideen werden nun wieder diskutiert.

Fosters Visionen: viel Grün, viel Wasser. So stellte sich Stararchitekt Norman Foster das Wohn- und Arbeitsquartier „Duisburger Freiheit“ vor. Einige der bis 2009 entwickelten Ideen werden nun wieder diskutiert.

Foto: Foster + Partners

Duisburg.  Die Stadt hat das Gelände am alten Güterbahnhof über die Gebag gekauft. Bürger können Ideen für das Areal erstmals im November einbringen.

Oberbürgermeister Sören Link (SPD) betont bei jeder Gelegenheit, wie das für die Innenstadt wichtigste Projekt des kommenden Jahrzehnts – endlich – ein Erfolg werden soll: Für die Neuplanung der Brachfläche am alten Güterbahnhof strebt Link „möglichst viel Konsens in der Stadt“ durch „größtmögliche Beteiligung von Bürgern und Wirtschaft“ an. Nun steht fest: Das Beteiligungsverfahren beginnt am Montag, 18. November, mit Werkstatt-Gesprächen in der Mercatorhalle.

Das kündigt Gerhild Gössing an, die Pressesprecherin der Gebag. Die städtische Wohnungsbautochter hatte das etwa 35 Hektar große Grundstück vor etwa einem Jahr von Investor Kurt Krieger („Möbel Höffner“) gekauft.

Gebag und Stadtverwaltung planen und organisieren den Prozess zur Entwicklung und Vermarktung des sogenannten Filetstücks mit der Düsseldorfer Kommunikationsberatung „Deekeling Arndt/AMO“. Für den Auftakt am 18. November, so Gössing, „werden wir bald Einladungen an Bürgervereine verschicken“. Zudem sollen sich alle Interessierten online anmelden können.

Neue „Duisburger Freiheit“: Werkstatttische in der Mercatorhalle

Bis zu 500 Gästen bietet der Rudolf-Schock-Saal der Mercatorhalle Platz. Dieser soll für „Werkstatttische“ genutzt werden, an denen die Duisburger ihre Ideen und Wünsche für das 35-Hektar-Areal zwischen Hauptbahnhof und Sportpark, Bahnstrecke und A 59 einbringen können. Zu ihren Ansprechpartnern werden am 18. wohl auch Oberbürgermeister Link und Duisburgs Chefplaner, Dezernent Martin Linne zählen.

Dessen Mitarbeiter hatten dem Stadtrat zuletzt im Mai erläutert, wie sie den Entwicklungsprozess für das zurzeit noch als „Duisburger Freiheit“ bekannte Loveparade-Gelände angehen: in fünf Schritten, der letzte soll Mitte 2024 mit der Vermarktung der Flächen erfolgen. Die Ziele: Bürgerschaft und Politik, Interessengruppen und Experten „fachlich begleitet“ einbinden und „verloren gegangenes Vertrauen in die Entwicklung zurückgewinnen“.

So steht es in der Vorlage. Dabei sollen „Transparenz“ und „innovative Kommunikations- und Beteiligungsformate“ wie Online-Umfragen „eine breite Akzeptanz für die Ergebnisse des Prozesses schaffen“. So wollen die Planungs- und Kommunikationsprofis gemeinsam beste Voraussetzungen für eine neue „Marke“ – statt der „Duisburger Freiheit“ – und für das Planungs- und Wettbewerbsverfahren schaffen.

IHK überreichte „Wünsche der Wirtschaft“ und drei Ideenskizzen

Der Druck durch die Nachfrage auf dem heißlaufenden Immobilienmarkt ist schon jetzt groß – anders als das Vertrauen der Wirtschaft in das Beteiligungsverfahren, so scheint es: Vertreter einiger Unternehmen jedenfalls haben auf Initiative der Niederrheinschen Industrie- und Handelskammer bereits im Juli bei einem IHK-Workshop Ideen für das ehemalige Güterbahnhofsgelände ausgearbeitet.

Dabei waren neben Städtebaumoderator Jörg Faltin auch Büros für Verkehrs- und Landschaftsplanung vertreten, zudem die Beigenordenten Martin Linne und Andree Haack (Dezernat für Wirtschaft und Strukturentwicklung), Gebag und Wirtschaftsförderung.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger übergab die Ergebnisse, drei „Ideenskizzen“ und die „Wünsche der Wirtschaft“ vorige Woche bei der Immobilienmesse Expo Real in München an OB Link und Gebag-Chef Bernd Wortmeyer.

„Wir wissen nicht, wie das Beteiligungsverfahren läuft“, erklärt Marc Sextro den Vorstoß. Der IHK-Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung versichert dennoch: „Wir wollten damit keine Nägel mit Köpfen machen, sondern Verantwortung übernehmen.“ Die Ideen greifen auch Norman Fosters Visionen für die „Duisburger Freiheit“ auf.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben