Carrera-Bahn

Duisburger hat Privatmuseum mit 44 Meter langer Carrera-Bahn

Pascal Kißel zeigt uns seine 44 Meter lange Carrera-Bahn in Hamborn. Auf 300 Quadratmetern hat er sein eigenes Museum geschaffen.

Pascal Kißel zeigt uns seine 44 Meter lange Carrera-Bahn in Hamborn. Auf 300 Quadratmetern hat er sein eigenes Museum geschaffen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Duisburg.  Eine Carrera-Bahn, eine Toilette mit 200 Hörspielen der drei Fragezeichen und ein Ritterzimmer: Pascal Kißel aus Duisburg hat ein eigenes Museum.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auf einem Duisburger Hinterhof, zwischen Garagen versteckt, ist auf 300 Quadratmetern eine Welt entstanden, von der nicht nur Kinder träumen: Mittelpunkt dieser Erlebniswelt ist eine 44 Meter lange überdimensionale Carrera-Bahn, die ein hautnahes Autorennerlebnis ermöglicht. Geschaffen hat diesen Ort Pascal Kißel. Jedes Zimmer ist einem eigenen Thema gewidmet: Gespeist wird in einem großen Ritterraum, das stille Örtchen der Frauen ist den Abenteuern der drei Fragezeichen geweiht.

Mit sieben Jahren hat Pascal Kißel das Carrera-Fieber gepackt: „Da habe ich meine erste Rennbahn geschenkt bekommen“, sagt der 50-Jährige. „Das war das einzige Spielzeug, was ich über all die Jahre behalten habe.“ Mit 17 Jahren wird die Carrera-Bahn dann mit Freunden rausgekramt. „Wir wollten 24-Stunden-Rennen fahren, aber nach drei Stunden waren wir zu betrunken“, erinnert sich der Hamborner und lacht.

Carrera-Bahn in Duisburg: 800 Meter Kabel verbaut

Was damals im Kinderzimmer mit einer kleinen schmucklosen Rennstrecke begonnen hat, ist mit seiner Zuwendung und über 17 Jahre hinweg zu einer Rennwelt gewachsen. Die Carrera-Bahn ist sechsspurig, es gibt Details wie Tribünen mit Zuschauern und kleine Waldstücke. Unterm Tisch sind 800 Meter Kabel verbaut. Es habe Monate gedauert, die kurvenreiche Strecke zu erschaffen.

Duisburger hat Privatmuseum mit 44 Meter langer Carrera-Bahn
Duisburger hat Privatmuseum mit 44 Meter langer Carrera-Bahn

Mit 32 Jahren hat der gelernte Koch einen beruflichen Neustart gewagt und ist ins Carrera-Geschäft eingestiegen. Er hat Autos verkauft und auf Kundenwunsch aufwändige Strecken entworfen. Damals wurde seine Piste noch für offizielle Slotcar-Rennen genutzt und die Fahrer gingen mit ihren ferngesteuerten, nur wenigen Zentimeter großen Autos an den Start. Doch die Zeit ist vorbei: „Es gibt zu viele Auflagen. Die Stadt Duisburg wirft einem Balken zwischen die Beine“, kritisiert Kißel. Beruflich steht der Duisburger deshalb wieder am Kochtopf.

Als Koch für einen Rennstall im Motorsport aktiv

Mittlerweile nutzt er die Carrera-Bahn nur noch mit Freunden. Vielmehr ist es die Atmosphäre dieses Ortes, die den Duisburger in sein „zweites Wohnzimmer“ zieht. An jeder Ecke erkennen Besucher die Liebe zum Detail. An den Wänden hängen Auto- und Motorsportartikel aus den 50er bis 70er Jahren – etwa Leuchtreklamen von Opel, BMW oder der Duisburger Taxizentrale. Viele der Schmuckstücke hat er über die Jahre gekauft, getauscht oder geschenkt bekommen – sie wussten, hier bekommen die Schätze einen ehrenvollen Platz.

Bei der Carrera-Bahn ist es nicht geblieben, vielmehr hat Kißel ein eigenes Museum geschaffen. Ein Raum dreht sich um den Nürburgring – über 4 Jahre war er dort als Koch für diverse Rennställe der bekannten Rennserie GT Masters aktiv. „Der Ring ist nach der Nürburg genannt“, erklärt Kißel. Die Gipfelburg steht innerhalb der Nordschleife des Nürburgrings. Logisch, dass ein Ritterzimmer mit einer Tafel für 18 Personen sowie ein stilechter Burgkeller mit Rüstungen und Ritter-Schnickschnack in seinem privaten Museum nicht fehlen dürfen.

Drei Fragezeichen Museum auf der Damentoilette

Spannend wird es auf der Damentoilette. Das stille Örtchen hat als Thema die Abenteuer der Detektive Justus, Peter und Bob. Mehr als 200 Hörspielkassetten und über 150 Bücher der drei Fragezeichen stehen in Regalen. Ein Rekorder zum Abspielen steht neben der Spülung bereit – wenn es einmal länger gehen sollte. „Auch der eine oder andere Mann verirrt sich hierher“, sagt Kißel und lacht.

Und wie denkt seine Frau über sein Hobby? „Die kann wunderbar damit leben“, begleitet ihn mit Freunden, etwa auch an Weihnachten. Seine zwei jugendlichen Kinder können die Begeisterung von Papa für die Carrera-Bahn aber nicht teilen: „Die Euphorie ist bei denen nach einer halben Stunde verflogen. Sie spielen lieber an der Playstation.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben