Freizeit

Duisburger Mammutmarsch: Myriam Kasten läuft 55 Kilometer

Myriam Kasten hat sich mit mehreren Trainingstouren in der Region auf die Strecke vorbereitet.

Myriam Kasten hat sich mit mehreren Trainingstouren in der Region auf die Strecke vorbereitet.

Duisburg.   Am Samstag startet im Landschaftspark der Mammutmarsch. Myriam Kasten erkundet wandernd die Welt. Welcher Kilometer für sie der schwierigste ist.

Myriam Kasten ist Extremwanderin. Wenn am Wochenende der Mammutmarsch im Landschaftspark startet, ist die 34-Jährige dabei und wird 55 Kilometer laufen. Dabei mochte sie als Kind wandern eigentlich nie besonders. Im Gespräch erzählt sie, warum sie nun gerne die Schuhe schnürt, wie sie sich vorbereitet und welcher Kilometer der schwierigste ist. Eine Bitte hat Myriam Kasten vorab: „Es geht um eine Sportveranstaltung, da duzt man sich.“ Also gut.

55 Kilometer: Wie viele Freunde und Kollegen fragen, warum Du dir kein Taxi nimmst, wenn sie von Deinen Plänen hören?

Es sind schon einige, die Sprüche machen. Aber viele haben sich schon daran gewöhnt und wissen, dass ich gerne wandere.

Wie kam’s dazu?

Als Kind fand ich wandern, ehrlich gesagt, schrecklich. Aber irgendwann habe ich im Fernsehen eine Reportage über eine Abenteurerin gesehen, die mit ihrem Rucksack durch Nepal gezogen ist. Das hat mich fasziniert: Ganz alleine, alles, was man braucht, auf dem Rücken dabei. Nun war Nepal ein bisschen weit, deshalb habe ich mir erstmal eine Etappe vom Jakobsweg ausgesucht: von Burgos nach Santiago. Das sind rund 550 Kilometer. Das war 2010, eine tolle Erfahrung. Später habe ich dann beschlossen, zu Hause los zu laufen.Jakobswege gibt es überall auf der Welt. Besonders in Frankreich gibt es wunderschöne, einsame Strecken und die Menschen sehr freundlich und nehmen einen nett auf, wenn man übernachtet.

Hattest Du Probleme mit Blasen?

Nein, nie. Ich fange früh an, mir die Füße einzucremen, aber ich neige nicht zu Blasen. Viel schwieriger fand ich anfangs, dass meine Hüften geschmerzt haben.

Und nun bist du nur noch mit Ultraleicht-Gepäck und abgeschnittener Zahnbürste unterwegs?

Nein, ich achte schon auf das Gewicht und will mit Wasser nicht mehr als zehn Kilo tragen. Aber meine Sachen sind sehr leicht, da gönne ich mir dann auch mal ein zusätzliches T-Shirt.

Zum Glück läufst du am Sonntag nur mit leichtem Gepäck. Wie hast du dich auf die Tour vorbereitet?

Ich laufe viel zu Fuß und habe seit Januar jedes Wochenende eine Trainingswanderung gemacht. Manchmal 20, manchmal 45 Kilometer. Ich denke, dass sollte passen. Rund 10.000 Schritte schaffe ich eigentlich jeden Tag.

Welcher Kilometer ist der schwierigste?

Wenn man gerade die Hälfte geschafft hat, zieht es sich manchmal. Wenn es dann nur noch ein paar Kilometer sind, werde ich zu Speedy Gonzalez und will unbedingt ankommen.

Läufst du allein oder lieber in einer Gruppe?

Meine Wanderreisen habe ich tatsächlich immer allein gemacht. Mit meinem Freund bin ich auch oft unterwegs, aber gemeinsam gehen wir lieber klettern. Aktuell trainiere ich mit einem Freund und einer Freundin, wir haben ein ähnliches Schritttempo, das passt gut. Im Zweifel muss man sich aber unterwegs auch trennen und später wieder treffen, man sollte versuchen, sein Tempo zu finden und zu halten.

Hast Du Musik dabei?

Nein, ich nutze das Wandern, um mich zu entschleunigen und ich möchte mitbekommen, was um mich herum passiert.

Was ist wichtiger – ankommen oder schnell sein?

Ich möchte ankommen. Beim letzten Mammutmarsch habe ich mir nicht genügend lange Pausen gegönnt. Diesmal habe ich mir fest vorgenommen, auch mal öfter einen kurzen Stopp einzulegen. Ich finde es toll, am Landschaftspark zu starten und dort wieder anzukommen. Ich freu’ mich auf ein kaltes Bier -- und hoffentlich hat die Currywurst-Bude dann noch geöffnet.

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