Wolke

Duisburger rätseln: Seltene Ringwolke am Himmel gesichtet

Dieses Foto von der weißen Ringwolke in Duisburg hat Sonja Küppers am Mittwochmorgen in Duissern aufgenommen. Unten sehen Sie die komplette Aufnahme vom Wolkenring über Duisburg-Duissern.

Dieses Foto von der weißen Ringwolke in Duisburg hat Sonja Küppers am Mittwochmorgen in Duissern aufgenommen. Unten sehen Sie die komplette Aufnahme vom Wolkenring über Duisburg-Duissern.

Foto: Sonja Küppers / privat

Duisburg.  Ein seltener Wolkenring am Himmel hat tausende Duisburger ins Staunen versetzt. Meteorologen erklären, was es damit auf sich haben könnte.

In Beeck wurde sie gesichtet, in Meiderich auch, in anderen Stadtteilen des Duisburger Nordens und Westens ebenso: eine weiße Wolke in Ringform. Zahlreiche Duisburger posteten am Mittwoch in sozialen Netzwerken Fotos des seltenen Himmelspiels – und damit fing die Raterei an: Wie kommt ein solch perfekter Wolkenring zustande?

„Da hat jemand ‘nen perfekten Ring beim Shisharauchen hinbekommen“, scherzen viele. „Nix Shisha, nix E-Kippe. Der Allmächtige weiß, was gut ist“, antworten andere und versehen ihren Post mit dem Hashtag #Smokeweedeveryday.

Das sagen Meteorologen zur Ringwolke über Duisburg

Der Bochumer Meteorologe Fabian Ruhnau von Kachelmannwetter hat eine etwas andere Theorie zu Wolkenringen wie diesem: Sie „werden extrem selten beobachtet und entstehen nur bei idealen Bedingungen“, schreibt er. Im Prinzip seien das wie bei den Indianer-Rauchzeichen in Kinofilmen Wirbelringe in nahezu gesättigter Luft, „vermutlich bedingt durch eine starke laminare Thermikblase“, so Ruhnau weiter.

Der Wetterexperte vermutet indes, dass der Ursprung der Thermikblase nicht natürlichen Ursprungs ist, „also entweder industrieller Rauch oder Dampf die Ursache ist“.

Luft aus Kühlturm als Ursache?

Solche Ringwolken wurden in der Vergangenheit auch schon in Oberhausen, Düsseldorf und anderen Städten gesehen und fotografiert. Auch damals vermuteten Wetterexperten unnatürliche Ursachen. Meteorologen der Universitäten Köln und Bonn äußerten gegenüber dem WDR einen ganz irdischen Verdacht für den Wolkenkringel: etwa ein Kraftwerk. „Ich würde einen natürlichen Ursprung ausschließen, weil eine normale Quellwolke nie solch ein Loch in der Mitte hat“, legte sich Alexander Kelbch vom meteorologischen Institut an der Uni Bonn fest. „Das ist ein Wirbelring, der entsteht, wenn zum Beispiel Luft aus einem Kühlturm ausströmt und dann sofort kein Nachschub mehr kommt.“

Kondensstreifen durch Manöver der Luftwaffe

Eine andere unnatürliche Ursache könnte ein Flugzeug sein: Nachdem im Berner Oberland im Oktober 2017 eine ganz ähnliche Wolke Aufsehen erregte, erklärte die Luftwaffe, dass die Kondensstreifen von einer F/A-18 verursacht worden seien, berichtete das Portal 20 Minuten damals. „Im Rahmen eines Trainingsflugs habe der Pilot eine 360-Grad-Rechtskurve geflogen. Aufgrund der leicht erhöhten Beschleunigung habe sich der Wolkenring gebildet.“

Diplom-Meteorologe: Wolkenring hat vermutlich „eine unnatürliche Ursache“

So vermutet auch Diplom-Meteorologe Werner Verant von der Meteomedia Gruppe eine unnatürliche Ursache: „Ich vermute, dass es sich bei dieser Wolke um einen Rauchring handelt, der in direktem Zusammenhang mit dem darunter liegendem Industrieschlot steht.“ Rauchringe sind ringförmige Wirbel in der Luft, die etwa bei der Dampfabgabe eines Kraftwerks entstehen, erklärt der Meteorologe.

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