Gericht

Duisburger Richter konnten Angriff auf Freier nicht beweisen

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße. Hier der älteste, 1876 fertig gestellte Gebäudeteil.

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße. Hier der älteste, 1876 fertig gestellte Gebäudeteil.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Eine Prostituierte (26) und ihr Ehemann standen für räuberische Erpressung vor dem Amtsgericht Duisburg.

Ein 41-jähriger Raumpfleger hatte den Silvesterabend 2016 auf besondere Weise verbringen wollen. Doch das Stelldichein mit einer Angehörigen des ältesten Gewerbes der Welt in einem Hotel in der Innenstadt gestaltete sich nicht so, wie er es sich gewünscht hätte. Stattdessen sollen die 26-Jährige und deren Ehemann (40) versucht haben, ihm mit Gewalt Geld abzupressen. Doch der Prozess gegen das Paar aus Schleswig-Holstein vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz blieb den Beweis dafür schuldig.

Mittendrin soll die Frau das Bett verlassen und gegen die Wand geschlagen haben. Daraufhin soll der Mitangeklagte gemäß zuvor gefassten Tatplans ins Hotelzimmer gestürmt sein und zusätzlich zu den 120 Euro, die der Zeuge bezahlt hatte, weitere 400 Euro gefordert. Eine Forderung, die er mit einem Faustschlag unterstrichen haben soll.

Streit um die Bezahlung

Die Angeklagte bestritt diesen Vorwurf. Der Zeuge habe eben nicht die vereinbarte Summe zahlen wollen. „Er hat mir stattdessen Drogen angeboten. Aber ich wollte das nicht, weil ich doch keine Drogen nehme.“ Da sei der Mann recht aggressiv geworden. Sie habe deshalb vor die Wand geklopft: das vereinbarte Hilfe-Zeichen für den Ehemann, der sich in solchen Fällen stets in der Nähe aufhielt.

„Mein Mandant hat den Zeugen nicht geschlagen“, betonte die Verteidigerin des 40-Jährigen. Allerdings habe er versucht, den Zeugen aus dem Hotelzimmer zu drängen.

Zeuge verwickelte sich in Widersprüche

Dem Raumpfleger war seine Rolle sichtlich unangenehm. Und das offenbar nicht nur, weil ihn, wie er es formulierte „die Lust zum Sex verlassen habe“, als es soweit war. Offenbar scheute er auch Angaben darüber, was während des mehr als einstündigen Gesprächs mit der Prostituierten und ihrem Ehemann, das dem Stelldichein voranging, noch so geschehen sein soll. Drogen? „Dazu möchte ich keine Angaben machen“, so der 41-Jährige. Bei den Angaben, die er machte, verstrickte er sich dafür in Widersprüche zu früheren Aussagen.

Eigentlich wisse man gar nicht, was in der Tatnacht in dem Hotelzimmer geschah, fand das Schöffengericht. Folge: Die Angeklagten wurden auf Kosten der Staatskasse freigesprochen.

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