Warnung

Missverständnis führt zu Warnung vor mutmaßlichem Entführer

Eine Duisburger Schule warnt per Schreiben an die Eltern vor einem mutmaßlichem Entführer. (Symbolfoto)

Eine Duisburger Schule warnt per Schreiben an die Eltern vor einem mutmaßlichem Entführer. (Symbolfoto)

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Leiter einer Duisburger Schule warnt in einem Schreiben die Eltern vor einem mutmaßlichen Entführer. Bezirksregierung spricht von Verwechslung.

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Steige nie in fremde Autos ein, gehe nie mit fremden Menschen mit – diese Warnungen bekommen Schüler von den Eltern mit auf den Schulweg. Vor eben solch einer Gefahr warnt nun auch der Schulleiter einer Duisburger Schule mit einem Schreiben an die Eltern. Die Schule ruft zur Achtsamkeit auf dem Schulweg auf. Laut der Bezirksregierung Düsseldorf, soll es sich jedoch um ein riesiges Missverständnis handeln.

Über einen an die Eltern der Schüler adressierten Brief beschreibt der Schulleiter der Karl-Lehr-Realschule in Wanheimerort, dass sich ein „älterer Herr als Fahrer eines Sozialdienstes in unserem Sekretariat“ ausgegeben haben soll. Er habe demnach versucht, einen Schüler abzuholen. „Wir lassen jedoch niemals Kinder mit Unbekannten mitgehen, ohne vorher mit den Eltern zu sprechen“, heißt es in dem Schreiben der Karl-Lehr-Realschule, das dieser Redaktion vorliegt.

Schule ruft zur Achtsamkeit auf

Der Schüler sei in der Vergangenheit noch nie abgeholt worden und hätte in dem konkreten Fall auch nicht abgeholt werden sollen, teilt die Schule mit, die im Anschluss Anzeige bei der Polizei erstattete und umliegende Schulen informierte.

Die Schule bittet alle Eltern: „Machen Sie Ihren Kindern deutlich klar, dass sie nie mit Fremden mitgehen dürfen.“ Für die nächste Zeit bittet der Leiter auf dem Weg zur Schule um erhöhte Aufmerksamkeit. Gegenüber der Redaktion wollte sich der Schulleiter nicht äußern und verwies auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

Bezirksregierung: Alles soll ein riesiges Missverständnis sein

Die Bezirksregierung Düsseldorf teilt nun auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass es sich bei dem „Vorfall“ um eine Namensverwechslung handeln soll. Die Eltern eines Schülers hätten veranlasst, dass ihr Kind von einem externen Fahrdienst von der Schule abgeholt werden sollte. Da die Schulleitung aber über einen derartigen Auftrag bei dem genannten Schüler nicht informiert war, habe diese die Eltern kontaktiert, die wiederum bestätigten, dass sie einen solchen Auftrag nicht erteilt hätten.

„Da der Schulleitung zunächst keine weiteren Informationen vorlagen, hat sie umsichtig reagiert und die Elternschaft für die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg in einem Elternbrief sensibilisiert“, so eine Sprecherin der Bezirksregierung.

Schulleiter habe „situationsgerecht“ gehandelt

„Am Dienstag stellte sich heraus, dass es sich um eine Verwechslung gehandelt hat: Der Fahrdienst sollte wirklich einen Schüler der Karl-Lehr-Schule abholen“, heißt es in einer Antwort der Bezirksregierung auf Anfrage unserer Redaktion. Dieser Schüler hätte einen ähnlich klingenden Namen.

„Die Schulleitung hat verantwortungsvoll und situationsgerecht gehandelt“, heißt es weiter. Mit dem Rundschreiben hat der Schulleiter jedoch bei den Eltern für reichlich Beunruhigung gesorgt. In sozialen Medien haben betroffene Eltern ihre Sorge zum Ausdruck gebracht.

Polizei unglücklich über Warnung vor mutmaßlichem Entführer

Ihren Unmut über das Rundschreiben der Schulleitung hatte zuvor auch die Polizei zum Ausdruck gebracht. Bisher stand die Vernehmung der Mutter sowie des Kindes noch aus, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt. In Absprache mit der Polizei hätte das weitere Vorgehen besprochen werden können. „Wir sind da, um zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen“, die zur Sicherheit beitragen, teilt eine Sprecherin mit.

Der Zeitpunkt, die Eltern zu informieren, sei jedoch ungünstig gewesen. „Manchmal ist es besser, die Füße etwas still zu halten. Schließlich können sich Ermittlungen auch noch in andere Richtungen wenden“, teilte eine Sprecherin der Polizei mit, noch bevor die Bezirksregierung den Fall auflöste. Wenn aber Gefahr im Verzug herrscht, dann wird die Polizei unmittelbar tätig. Dazu gehöre auch die Information der Öffentlichkeit.

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