Streetdance

Duisburger Streetdance-Nachwuchs tanzt sich zum WM-Titel

Streetdance auch in der Duisburger Dachgeschosswohnung (v.l.): Myles (8), Tyler (6) und Tracy (13).

Streetdance auch in der Duisburger Dachgeschosswohnung (v.l.): Myles (8), Tyler (6) und Tracy (13).

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Duisburger Nachwuchstänzer haben bei der Streetdance-Weltmeisterschaft abgeräumt. Die Leidenschaft fürs Tanzen liegt offenbar in der Familie.

Sobald die Musik erklingt, sind Tracy (13), Myles (8) und Tyler (6) voll bei der Sache. Obwohl in der Dachgeschosswohnung der Familie Wambui nicht allzu viel Platz ist, geben die Drei gerne eine Kostprobe ihres Könnens. Mit schnellen Schritten wirbeln sie in dem kleinen Zimmer umher und zeigen deutlich: Wenn sie wollen, wird für sie jeder Ort zum Tanzstudio.

Ihr Können stellten die Nachwuchstänzer zuletzt auch bei der Streetdance-Weltmeisterschaft im englischen Blackpool unter Beweis. Und das mit Erfolg: Myles darf sich nun Weltmeister nennen, sein Bruder Tyler belegte den zweiten Rang. Schwester Tracy erreichte in ihrer Altersklasse ebenfalls den zweiten Platz im Duo.

Schon viele Trophäen bisher gesammelt

Es sind nicht die ersten Titel. Über die Jahre haben sich so viele Pokale und Medaillen angesammelt, dass sie inzwischen eine ganze Wand in der Wohnung der Wambuis einnehmen. Westdeutsche Meisterschaft, deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft - überall sind Tracy, Myles und Tyler an den Start gegangen, und dabei waren sie fast immer erfolgreich.

Ein Erfolgsgeheimnis kann ihre Mutter Diana Wambui dennoch nicht ausmachen. „Die Kinder haben einfach Spaß am Tanzen“, erzählt sie. Außerdem mag es sich ausgezahlt haben, dass sie schon früh mit Streetdance in Berührung gekommen sind. „Alle haben mit vier Jahren angefangen zu tanzen“, so Wambui.

Schon die Tante hat Street Dance gemacht

Ihre Tochter Tracy erinnert sich noch gut daran, wie es bei ihr dazu kam: „Meine Tante hat Street Dance gemacht, und dann wollte ich das auch.“ Myles und Tyler haben sich die Leidenschaft fürs Tanzen später bei ihrer großen Schwester abgeschaut.

Einmal in der Woche trainieren die Geschwister im Tanzstudio ihrer Trainerin Martina Böhm. „Vor Turnieren proben wir aber fast jeden Tag“, erzählt Tracy. Auch in den Ferien sind die Drei häufiger mal auf der Tanzfläche zu finden. Das Training ist anstrengend, macht aber auch viel Spaß, findet Myles: „Dabei kann ich mich richtig auspowern.“

Spontan auf die Musik reagieren

Trainiert werden sowohl Choreographien im Team als auch Auftritte im Einzel und im Duo. Dabei kommt es vor allem auf Improvisation an: „Im Solo und im Duo wird Freestyle getanzt, die Tänzer müssen also spontan auf die Musik reagieren“, erklärt Wambui. Je nachdem, wie gut dies gelingt, fällt die Bewertung der Punktrichter aus.

Aber ist es nicht manchmal schwierig, die Musik zu hören und einfach drauflos zu tanzen? „Mir fällt das eigentlich immer leicht“, erzählt Myles. „Man erkennt ja an der Musik, ob man zum Beispiel Breakdance tanzen muss.“

Zum dritten Mal bei der WM

Das Training der drei Nachwuchstänzer zahlt sich aus. Im August nahmen sie nun schon zum dritten Mal an der Streetdance-Weltmeisterschaft teil. Dort setzten sie sich gegen mehr als 1000 andere Teilnehmer aus über 35 Ländern durch. „Natürlich ist man da aufgeregt, aber inzwischen bin ich schon ein bisschen daran gewöhnt“, erzählt Tracy.

Auch abseits der Tanzfläche ist die Weltmeisterschaft eine gute Möglichkeit, Kontakte zu anderen Tänzern aus der ganzen Welt zu knüpfen. „Wir sind eine gute Gemeinschaft“, sagt Diana Wambui mit Blick auf die anderen Teilnehmer. Auf dem Weg zurück nach Duisburg galt es dann erst einmal, die fünf neuen Pokale sicher zu verstauen.

„Früher wusste ich manchmal gar nicht, wie ich das alles transportieren soll“, erinnert sich Wambui lachend. „Da ist auch schon mal ein Pokal kaputt gegangen.“ Inzwischen nimmt sie einfach einen zusätzlichen Koffer für die Auszeichnungen ihrer Kinder mit.

Klassenkameraden sind stolz

Den neuesten Pokal hat Myles nach den Ferien direkt mit in die Schule genommen. „Meine Klassenkameraden waren schon ein bisschen stolz auf mich“, berichtet der Drittklässler. Wenn einer seiner Wettkämpfe mal unter der Woche stattfindet, kann seine Mutter ihn dafür beurlauben lassen. „Die Schule hat dafür zum Glück Verständnis“, erzählt sie.

Was sie nach der Schule machen wollen, wissen Tracy, Myles und Tyler noch nicht. Sie könnten sich aber vorstellen, ihr Geld als professionelle Tänzer zu verdienen. „Wir möchten auf jeden Fall versuchen, so erfolgreich zu bleiben wie jetzt“, meint Tracy. Wenn ihnen das gelingt, sollte einer erfolgreichen Tanzkarriere nicht mehr viel im Weg stehen.

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