Einzelhandel

Duisburger wandern zum Shoppen eher selten in Nachbarstädte ab

Die Duisburger Innenstadt wird von den Bürgern nach wie vor als Einkaufsstadt angenommen.

Die Duisburger Innenstadt wird von den Bürgern nach wie vor als Einkaufsstadt angenommen.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Groß angelegte Umfrage von Citymanagement und IHK zeigt: Nach wie vor wird Duisburg als Einkaufsstadt angenommen. Immer wichtiger wird die Gastronomie. Die Kunden wollen Shoppen und Freizeit verbinden.

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Die Duisburger wandern zum Shoppen eher selten ab. Das geht aus einer Straßen- und Haushaltsumfrage zur Kundenzufriedenheit von Citymanagement und IHK hervor. 300 Passanten wurden auf der Straße befragt, 309 Bürger telefonisch. 22 Prozent der Befragten in der City kamen von auswärts, „das ist ein guter Wert im Vergleich zu anderen Großstädten in der Region. Der Wert liegt in der Regel zwischen 20 und 30 Prozent, Köln mit 40 Prozent auswärtigen Besuchern und Düsseldorf mit 50 Prozent spielen in einer anderen Liga“, erklärte Ralf Beckmann, Gutachter für Stadt und Handel, am Freitag bei der Präsentation der Ergebnisse.

Hochwertige Waren werden vermisst

Auffallend sei, dass Düsseldorf als Einkaufsstadt für Duisburger Bürger, selbst wenn sie im Süden wohnen, keine so große Rolle spielt. Gut die Hälfte aller Befragten kauften Kleidung, Schuhe und Lederwaren in der Innenstadt. Und das „trotz der Konkurrenz aus umliegenden Städten wie Moers, Mülheim, Dinslaken oder dem Centro in Oberhausen, die sich im Einkaufsbereich gut positioniert haben“, so Beckmann. Grundsätzlich zeigten sich vor allem Kunden mittleren Alters mit dem Angebot in Duisburg zufrieden. Sie wünschten sich aber mehr Gastronomie, „was dem Trend zur freizeitorientierten Nutzung der Stadtzentren entspricht“, so Beckmann. Ältere Passanten vermissten dagegen „qualitativ hochwertige Waren“, Herrenausstatter und Kaufhäuser, wie sie mal die Münzstraße früher bot. Und gut 45 Prozent aller jüngeren Befragten fehlen Modeketten wie Primark, die sie an anderen Wettbewerbsstandorten finden.

Kritisiert wurden das Parkplatzangebot und die Parkgebühren, die zu hoch seien. Jochen Braun, Vorsitzender des City-Managements, überrascht dies: „Wir haben ein gutes Angebot an Parkplätzen und Parkhäusern und die Gebühren sind in vielen anderen Städten höher.“ Centro und Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum mal außen vorgelassen.

Öffnungszeiten sind kein Thema

Gut wahrgenommen wird der Bauernmarkt in der City. 22 Prozent aller Befragten kauften auf ihm ein, „was ein deutlich höherer Wert ist, als in anderen Städten, wo die Märkte oft in Seitenstraßen sind“, so Beckmann. Entgegen der Erwartungen zeigten sich die meisten Passanten auch mit den Öffnungszeiten zufrieden. „Wir haben oft über die unterschiedlichen Öffnungszeiten diskutiert. Aber sie sind kein Thema. Wir sollten uns auf andere Dinge konzentrieren“, sagt Michael Rüscher, Geschäftsführer der IHK. Zum Beispiel darauf, wie das Gesamterscheinungsbild der Stadt attraktiver gestaltet werden kann. Ein Bettelverbot steht auf der Wunschliste der Befragten ganz oben, gefolgt von mehr Grünflächen, Kultur- und Freizeitangeboten sowie Sitzgelegenheiten.

Was das Citymanagement 2017 plant

Das Citymanagement Duisburg will 2017 digitale Angebote wie Mobile-Shopping, Apps und HotSpots einführen. Vorbild ist Wuppertal, wo Kunden auch online bestellen können. „Ob sich dieses Modell so auf Duisburg übertragen lässt, müssen wir sehen. Aber vorstellbar wäre ein digitales Schaufenster. Die Leute können sich online informieren und dann im Laden kaufen“, erklärt Michael Rüscher, IHK-Geschäftsführer, die Idee.

Geplant sind auch Schulungsangebote für Servicekräfte. Denn dem Service gaben die Befragten in der Umfrage „nur“ eine 2,8. „Das ist nicht gut“, so Rüscher.

Und: Die Innenstadt soll – wohl schon im Frühjahr – ein Beschilderungssystem für Fußgänger zum Dellviertel und Innenhafen und die Altstadt bekommen.

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