Zwillinge in Duisburg

Duisburger Zwillinge: Diese Verbindung geht unter die Haut

Eindeutig eineiig: Stefan (l.) und Christian Griebeling.

Eindeutig eineiig: Stefan (l.) und Christian Griebeling.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Die Duisburger Zwillinge Stefan und Christian Griebeling halten zusammen wie Pech und Schwefel. Warum ihre Verbindung unter die Haut geht.

Polizist Peter Griebeling kam gerade von der Nachtschicht. Seine schwangere Frau Elke erwartete ihn bereits. Der Buchholzer erkundigte sich, wie es denn dem Kind gehe. Und seine Gattin antwortete ganz trocken: „Denen geht es gut...“

Duisburger Zwillinge kamen vier Wochen zu früh

Da war die Überraschung doch groß. „Obwohl wir, was Zwillinge betrifft, familiär vorbelastet sind“, erzählt Elke Griebeling. „Aber auf dem Ultraschallbild war lange Zeit nur ein Kind zu sehen.“ Christian und Stefan, eineiig, kamen dann vier Wochen zu früh zur Welt. Kinderklinik, Intensivstation – keine einfache Zeit. Aber am Ende ging alles gut.

„Schon der Geburtshelfer sagte mir, dass die beiden sich immer ähnlich sehen werden, aber unterschiedliche Charaktere haben“, sagt Elke Griebeling. „Und so ist es auch: Christian, eine Minute jünger, eher der Flippigere, Stefan eher Ruhige.“

Brüder sind bis heute unzertrennlich

Und trotzdem sind die Männer, die in diesem September 40 Jahre alt werden, von Anfang an und bis heute unzertrennlich. Vom Kindergarten bis zum Fachabitur immer gemeinsam in einer Gruppe beziehungsweise in einer Klasse. Immer der selbe Freundeskreis. „Mein Bruder ist meine wichtigste Bezugsperson“, sagt Stefan. „Und umgekehrt ist das auch so.“ Christian nickt: „Ich muss ihn nur anschauen und weiß sofort, ob es ihm gut geht oder nicht.“

Zusammen Streiche ausgeheckt

Die beiden haben immer schon zusammengehalten, erzählt die Mutter. „Heckte früher einer einen Streich aus, konnte ich gewiss sein, dass der andere seinen Bruder nicht in die Pfanne haute“, so Elke Griebeling. „Egal, ob sie den Rand vom frisch gebackenen Kuchen stibitzten, die Küchenschränke mit Nivea-Crème einschmierten oder den Backofen unter Wasser setzen, der gerne als Garage für Spielzeugautos benutzt wurde.“ Später bevorzugten beide das Schrauben an echten Autos – oft zum Leidwesen des Vaters, dem Polizisten, der mit Argusaugen darauf achtete, dass beim Tieferlegen und Co. alles im Rahmen blieb.

Ein Machtwort musste Peter Griebeling auch sprechen, als sich seine Jungs in der ersten Klasse in das gleiche süße, blonde Mädchen verliebten. „Da habe ich meine Frau zum Shoppen geschickt“, erzählt er mit einem Augenzwinkern, „und mit meinen Söhnen ein Männergespräch geführt.“ Am Ende wollten beide zu Gunsten des anderen verzichten, was dazu führte, dass keiner mit der Mitschülerin anbandelte. „Mädchen sind blöd“, waren sich die Jungs wieder einig...

Lustige Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht

Später gab es aufgrund der großen Ähnlichkeit der beiden oft lustige Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht. „Ich bin in der Kneipe schon mal von einer Frau angesprochen worden, die zuvor meinen Bruder kennen gelernt hatte und eigentlich mit ihm reden wollte...“ Auch Stefans Ehefrau hat die Zwillinge anfangs erst nur schwer auseinanderhalten können, was aber zu keinen größeren Verwicklungen führte.

Ganz im Gegenteil: Das Verhältnis zwischen den Brüdern ist so gut, dass sie immer auch die räumliche Nähe zueinander gesucht haben. „Bis heute haben wir entweder im gleichen Haus oder zumindest in der gleichen Straße gewohnt“, erzählt Stefan. Er hat gerade eine größere Wohnung für seine Familie mit drei Kindern – übrigens ohne Zwillinge – in Großenbaum gefunden. Und da kann jetzt drei Mal geraten werden, in welches Haus der Single Christian künftig zieht...

Die Beziehung der beiden geht wortwörtlich unter die Haut. Sie haben sich jeweils drei identische Tattoos stechen lassen. Eines mit dem Familien- und und dem Mädchennamen ihrer Mutter, eines mit den Geburtsdaten der Eltern und des jeweiligen Bruders sowie ein Kreuz mit einem lateinischen Schriftzug: Amici in perpetuum – Freunde für immer.

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