Verkehr

Duisburgs Verkehr und Umwelt: Stahl und IHK machen Druck

Besuch bei den HKM: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (Mitte) beim Gang durch das Stahlwerk mit HKM-Geschäftsführer Dr Herbert Eickelkraut (2.v.l.) und IHK-Vizepräsident Werner Schauerte-Küppers.

Besuch bei den HKM: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (Mitte) beim Gang durch das Stahlwerk mit HKM-Geschäftsführer Dr Herbert Eickelkraut (2.v.l.) und IHK-Vizepräsident Werner Schauerte-Küppers.

Foto: Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Den Ausbau der Verkehrswege und die Vermeidung von Engpässen in Duisburg mahnen Stahl-Manager und IHK bei NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst an.

Für eine zügige Sanierung der Verkehrsinfrastruktur und Unterstützung auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Stahlproduktion haben die Geschäftsführung der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) und die Spitzen der IHK Duisburg/Niederrhein am Donnerstag bei einem Besuch von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in Duisburg geworben. „Bis 2025 wollen wir das CO2-effizienteste Stahlwerk in Europa werden“, kündigte Dr. Herbert Eichelkraut, Geschäftsführer (Technik) der HKM an.

Weitere Engpässe vermeiden

Für die Produktion von 4,2 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr bewegen die HKM rund 20 Millionen Tonnen Material, die das Werk über Straßen, Schienen und den Rhein erreichen. Dort brachte das Niedrigwasser in Verbindung mit Baustellen auf Großbaustellen auf A42, A40 und zuletzt auch der Krefelder Rheinbrücke in die Bredouille. „Es grenzt an ein Wunder, dass es gut gegangen ist“, so Eichelkraut.

Die Industrie benötige die Rheinvertiefung, betont sein Co-Geschäftsführer Gerhard Erdmann: „Wenn die Schiffe nicht fahren, gehen hier die Öfen aus.“ Auch die Verlagerung von Lkw-Transporten auf Schiff und Schiene seien kaum möglich – lediglich einen zusätzlichen Zug pro Tag konnte die HKM organisieren, um den Kohle-Nachschub für die Kokerei zu sichern. Der zügige Ausbau der Betuwe-Linie, die seit 30 Jahren geplant wird und seit 22 Jahren im Bau ist, sei für den Güterverkehr nach Rotterdam dringend erforderlich.

Planungskapazitäten fehlen

„Ich nenne keinen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme“, sagt der Minister zur bei Anliegern umstrittenen Trasse. Bei den Duisburger Autobahnen sei er allerdings zuversichtlich, dass künftig die Abstimmung besser laufe: Die Sanierung der A42 stehe vor dem Abschluss, „bei der A40 geht es zügig voran, wir kämpfen um jeden weiteren Monat“, so Wüst. Bei der Uerdinger Rheinbrücke - hier wird der Neubau geplant – sei er erleichtert, „dass wir die Sperrung eher aufheben konnten, als befürchtet“.

Erhebliche Engpässe gebe es bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, bedauert Wüst. „Wir haben in 2019 für externe Planer 96 Millionen Euro ausgegeben, finden aber trotzdem kaum Ingenieurbüros, die noch Kapazitäten haben. Überlastet seien auch die Genehmigungsbehörden. Wüst: „Der Ausbau des Autobahnkreuzes Kaiserberg wird von der Bezirksregierung Köln planfestgestellt, um Düsseldorf zu entlasten.“ Auch die Planung von Wasserstraßen stockt. „Ich habe den Bundesverkehrsminister gebeten, uns zu sagen, wann welches Projekt angegangen wird.“

Nebenprodukte für Kreislaufwirtschaft

Rund zwei Millionen Tonnen Schlacken, die alljährlich bei den HKM anfallen, könnten als Baustoff im Straßen- und Wasserbau eingesetzt werden. So geschieht es schon mit dem Hüttensand, der nebenan im Spenner-Werk für die Zement-Produktion verwendet wird. „Die Schlacken erfüllen höchste Standards für Technik und Umwelt“, versichert Holger Iffland (HKM), „wir könnten damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Ressourcen-Effizienz leisten.“ Dem entgegen stehe die Auftragsvergabe in öffentlichen Aufträgen, bei denen Naturstein gefordert wird.

„Damit werden wir ausgeschlossen, obwohl der Baustoff eigentlich unschlagbar ist“, ärgert sich HKM-Chef Eichelkraut. Der Verkehrsminister will das Thema mitnehmen zu seinen Straßenbauern. Die Argumentationshilfe liefert IHK-Vizepräsident Werner Schauerte-Küppers. Als Geschäftsführer der Hülskens Holding, die auch in der Baustoff-Überwachung tätig ist, hat er für die notwendigen Labor-Analysen schon gesorgt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben