Fundstücke

Ehrliche Finder: Duisburger Kinder erzählen ihre Geschichten

Hundeführer Stefan Fischer stellt  seinen Hund Fritz den ehrlichen Findern vor.

Hundeführer Stefan Fischer stellt seinen Hund Fritz den ehrlichen Findern vor.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Polizei hat in Duisburg ehrliche Finder geehrt. Die Kinder erklären, warum es für sie nicht in Frage kam, Handys oder Bargeld zu behalten.

Es geschieht in Bussen, auf Spielplätzen oder im Trubel auf Märkten oder Festen: Menschen verlieren in Duisburg Dinge, die ihnen lieb und teuer sind. Doch manchmal haben sie Glück und bekommen ihre Wertgegenstände wie Handys, Bargeld, Ausweise oder Kreditkarten wieder. Polizeipräsidentin Elke Bartels hat die jüngsten der ehrlichen Finder am Dienstag geehrt. Die Jungen und Mädchen haben bei dieser Gelegenheit erzählt, was sie alles gefunden haben.

Mit einem Freund und seinen Eltern war der elfjährige John auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, als er auf einer Bank ein I-Phone entdeckte. Vom Besitzer war allerdings nichts zu sehen. „Wir haben kurz überlegt, es zu behalten“, sagt der kleine Ruhrorter ehrlich. „Dann sind wir aber zur Polizei und haben das Handy abgegeben. Ich würde mich ja auch ärgern, wenn jemand meine Sachen einfach behalten würde“, ergänzt er sofort.

Duisburg: Kinder finden Handys, Kameras und Nummernschilder

Auch Hanna (12) hat eine Finder-Geschichte zu erzählen: Auf einem Spielplatz in Huckingen hat sie direkt neben einer Schaukel eine Kamera im Sand gefunden. „Die konnte ich doch nicht für mich behalten. Da sind doch bestimmt wichtige Fotos drauf gewesen“, berichtet sie. Also hat die Zwölfjährige das Fundstück mit nach Hause genommen – um es dann gemeinsam mit ihren Eltern zur Polizei zu bringen.

Es sind diese Erzählungen, die Elke Bartels freuen. So wie von Judi (11), die zwischen Sitzen in einem Bus in Hamborn ein teures Handy gefunden hat. „Die Kinder und auch ihre Eltern können wirklich stolz sein“, sagt sie. Daniel Schiech ist so ein stolzer Vater. Sein Sohn Yannik hat auf dem Schulweg in Wanheimerort ein Nummernschild auf der Straße liegen sehen und wenig später zur Polizei gebracht. „Man versucht, Ehrlichkeit vorzuleben. Wenn das für die Kinder dann selbstverständlich ist, ist das schon toll“, sagt sein Papa.

Polizei bedankt sich bei den Findern für deren Ehrlichkeit

Nach einer Stärkung in Form von Keksen, Lebkuchen und Apfelsaft kam für die Kinder und Jugendlichen das Dankeschön für ihre Ehrlichkeit: Sie bekamen von Elke Bartels und Bereitschaftspolizisten eine exklusive Tour durch den Standort der Einsatzhundertschaft an der Fraunhofer Straße. Sie konnten die Spürhunde der Polizei kennenlernen, sich hinter das Steuer eines Einsatzwagens setzen und sogar einmal die komplette Montur eines Polizisten anziehen. Am Ende gab es außerdem ein kleines Geschenkpaket von der Polizei. „Wir haben uns besonders auf die Hunde gefreut. Es ist cool, dass die den Menschen so helfen können“, sagen die Brüder Jonas (9) und Moritz (6).

Kuriose Fundstücke waren bei der Finder-Ehrung in diesem Jahr nicht dabei. Polizeipräsidentin Bartels erinnert sich da gerne an einen Fund aus den vergangenen Jahren zurück. „Ein Kind hat einmal eine Tüte gefunden, in der gleich mehrere gute Kostüme waren. Das war schon ein Wert.“

Jede Polizeiwache nimmt Fundstücke entgegen

Wo können ehrliche Duisburger Fundsachen im Stadtgebiet abgeben? „Jede Polizeiwache nimmt Fundstücke entgegen“, klärt Bartels auf. Außerdem befindet sich in jedem der sieben Duisburger Bezirksämter ein Fundbüro.

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