Gesundheitswesen

Ev. Klinikum: Reha-Zentrum trotz Krise beim Partner KKO

An der Niederrhein-Therme im Revierpark Mattlerbusch wollen das Ev. Klinikum und das Kath. Klinikum Oberhausen ein Reha-Zentrum bauen.

An der Niederrhein-Therme im Revierpark Mattlerbusch wollen das Ev. Klinikum und das Kath. Klinikum Oberhausen ein Reha-Zentrum bauen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Trotz der Insolvenz des Kath. Klinikums Oberhausens verfolgt das Ev. Klinikum Niederrhein den gemeinsamen Plan für ein Rehazentrum im Revierpark.

Seit dem Frühjahr 2018 schmieden das Ev. Klinikum Niederrhein (EVKLN) und das Kath. Klinikum Oberhausen (KKO) gemeinsame Pläne für den Bau eines Reha-Zentrums im Revierpark Mattlerbusch. Vor zwei Wochen meldete das KKO Insolvenz an. Das gefährde aber die geplante 10-Millionen-Investition nicht, erklärt EVKLN-Geschäftsführer Otto Eggeling. Für Übernahme-Gespräche mit dem klammen Partner stehe er aber „nicht zur Verfügung“, betont er im Gespräch mit der Redaktion.

Auch Therme kann profitieren

Im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung werde der KKO-Geschäftsführung „das Heft des Handelns nicht aus der Hand genommen“, sagt Eggeling. „Es gibt ihnen Luft, um neu durchstarten zu können.“ Es gelte allerdings „ein Strukturproblem“ der Häuser zu lösen: „Wenn starke Häuser schwache übernehmen, schwächt das eher die Starken.“

Der Bau des Reha-Zentrums sei trotz der KKO-Probleme „attraktiver geworden“, sagt Eggeling. Die Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr, die Betreibergesellschaft des Regionalverbands Rhein-Ruhr (RVR) für den Mattlerbusch und drei weiterer Revierparks, sei „ganz begeistert“ von den Plänen, halte es für eine richtige Entscheidung für die Entwicklung des Parks, weil auch die Therme davon profitieren könne.

Die ambulante Reha biete sich in Ballungszentren förmlich an, glaubt Eggeling. „Für die Genesung nach dem Krankenhaus-Aufenthalt muss man nicht weit reisen.“ Rückenwind gebe es auch aus der Duisburger Politik und den Gremien des RVR. Parallel laufen Gespräche mit der Stadtplanung, über eine möglicherweise erforderliche Nutzungsänderung der genötigten Flächen, die für die Freizeit vorgesehen sind. berichtet Otto Eggeling. „Ein Bauleitverfahren könnte ungefähr zwei Jahre erfordern.“

Revierpark könnte Bauherr sein

Ein mögliches Ergebnis: Das Areal für das Reha-Zentrum könnte dann an eine Betreibergesellschaft mehrerer Krankenhäuser verpachtet werden, die dann auch Bauherr ist. Möglich auch: Der Revierpark steigt selbst ein, baut das Reha-Zentrum und vermietet an die Betreiber. „Ich bin optimistisch“, sagt Eggeling, „das KKO verfügt über die Lizenz zur Reha und kann entscheiden, ob es das selbst machen will, oder es auf breite Füße stellt.“ So oder so, findet Bruno Sagurna, SPD-Fraktionschef und stellv. Vorsitzender der SPD im RVR-Parlament, sei ein Reha-Zentrum ein Gewinn für Duisburg: „Welches Konzept sich am Ende durchsetzt, wird man dann sehen.“

Ev. Klinikum will nicht über KKO-Übernahme verhandeln

Sollte das KKO für die Lösung seiner Krise nach Partnern suchen, sei das das Ev. Klinikum kein Kandidat, versichert Eggeling. Es sei zwar angesichts der unmittelbaren Nachbarschaft „vom Grundsatz her richtig, darüber nachzudenken“, so der Geschäftsführer, zumal das Ev. Klinikum mit dem Johanniter-Krankenhaus bereits in Oberhausen vertreten ist und mit drei evangelischen Häusern in Essen über einen Regionalverbund verhandelt. „Dort haben mit mit der Spezialisierung unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Eggeling. Abzuwarten bleibe, ob das KKO in seiner bisherigen Struktur weiterbestehen könne. Außerdem geht der der EVKLN-Geschäftsführer davon aus, dass seitens des Bistums Essen die Bereitschaft zur Kooperation mit einem protestantischen Klinikverbund Grenzen habe.

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