Prozess

Familienfehde nach abgelehntem Heiratsantrag eskaliert

Das Land- und Amtsgericht Duisburg ist Schauplatz des Verfahrens gegen einen 43-Jährigen, der sich wegen  wegen versuchter räuberischer Erpressung verantworten muss.

Foto: Stephan Eickershoff

Das Land- und Amtsgericht Duisburg ist Schauplatz des Verfahrens gegen einen 43-Jährigen, der sich wegen wegen versuchter räuberischer Erpressung verantworten muss. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Ein 43-jähriger Hochfelder steht wegen versuchter räuberischer Erpressung vor dem Amtsgericht Duisburg. Die Beweislage ist schwierig.

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Wegen versuchter räuberischer Erpressung steht ein Hochfelder (43) vor dem Amtsgericht Duisburg. Die Anklage wirft ihm vor, am 4. Januar auf der Brückenstraße eine Frau und deren 14-jährigen Sohn geschlagen und 5000 Euro gefordert zu haben. Zwei Ohrfeigen soll der 43-Jährige den beiden Geschädigten gegeben haben. Wenn die Frau nicht zahle, würde er sie töten, soll er gedroht haben.

Ein Vorwurf, den der Angeklagte vor dem Jugendschöffengericht – das zuständig ist, weil ein Minderjähriger geschädigt wurde – bestritt. „Da ist kein wahres Wort dran.“ Seit zwei Jahren gebe es Streit zwischen ihm und der Familie der Geschädigten. „Ein Neffe von denen wollte meine Tochter heiraten. Aber das Mädchen wollte nicht und ich habe es nicht erlaubt. So etwas gilt unter uns Roma als Schande. Seitdem hassen die mich und wollen mich ins Gefängnis bringen.“ Am Tattag sei er auch nicht der angeblichen Geschädigten, sondern deren Schwester begegnet, die treibende Kraft der Kampagne gegen ihn sei.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin

Die 33-jährige Zeugin behauptete allerdings, sie sei am Tattag mit ihrem Sohn unterwegs gewesen, als der Angeklagte mit dem Auto vor ihr anhielt und sie ansprach. „Er hat uns geschlagen und Geld gefordert.“ Klang die Aussage schon seltsam holzschnittartig, so widersprach sich die Zeugin in wichtigen Details: Vor Gericht gab sie an, nur die Ehefrau des Angeklagten sei dabei gewesen, der Polizei hatte sie berichtet, es hätten mehrere Männer im Auto gesessen. Die Schwester der Zeugin und der 14-Jährige Sohn blieben der Verhandlung wegen angeblicher Erkrankung fern.

„Ich habe das deutliche Gefühl, dass es bei dem Vorfall nicht um Geld, sondern wieder um die Hochzeit ging“, so der Vorsitzende. Ein Verbrechen sehe er angesichts der Widersprüche in der Zeugenaussage jedenfalls nicht. Er hätte das Verfahren am liebsten eingestellt. Doch die Staatsanwältin wollte die Sache unbedingt weiter aufklären. Das wird aufgrund der Terminlage des Gerichts erst im kommenden Frühjahr geschehen. Bis dahin ist möglicherweise schon der Strafprozess erledigt, der gegen den Angeklagten im Zusammenhang mit der Familienfehde in seiner Heimat geführt wird. In Rumänien saß der Mann übrigens schon wegen Menschenhandels und Förderung der Prostitution acht Jahre hinter Gittern.

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