IGA

Gartenausstellung: Duisburg will grüne Landschaften schaffen

Die Frage „Wie sollen wir morgen leben?“ hat man sich für die IGA-Planungen auf die Fahne geschrieben.

Die Frage „Wie sollen wir morgen leben?“ hat man sich für die IGA-Planungen auf die Fahne geschrieben.

Foto: RVR/ ARGE RMP/De zwarte Hond/Raumtaktik

Duisburg.   Im Zuge der für 2027 geplanten Internationalen Gartenausstellung sollen verschiedene Projekte entstehen. Duisburg investiert 5,3 Millionen Euro.

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Duisburg will sich in den kommenden zehn Jahren als grüne Städtelandschaft des Ruhrgebiets präsentieren. Gut 5,3 Millionen Euro nimmt sie selbst in die Hand, um im Zuge der 2027 geplanten Internationalen Gartenausstellung (IGA), in Hochfeld und Wanheimerort so genannte Zukunftsgärten sowie am Kaiserberg eine Parklandschaft Ruhr aufzubauen. Das Grün lässt – so die Hoffnung der Stadt – nicht nur das Renommee und die Entwicklung der Stadtteile sprießen, sondern auch Touristen und Geld.

Die Frage „Wie sollen wir morgen leben?“ hat man sich auf die Fahne geschrieben. Insgesamt sollen durch die IGA rund 46,3 Millionen Euro in die Stadt investiert werden, wenigstens 20 Prozent davon muss sie voraussichtlich selbst tragen. Den Rest fördert der Regionalverband Ruhr. Die im Haushalt jährlich kalkulierten 532 000 Euro sind folglich knapp bemessen, denn auch die Investitionskosten und Fördermittel sind nur geschätzt. Hinzu kommen Planungs- und Preissteigerungskosten sowie Personalkosten, die Duisburg teils oder ganz zu tragen hat. Mit 16,5 Millionen Euro Gesamtkosten aus dem Etat rechnet die Stadt am Ende. Ein entsprechender Beschlussentwurf wird dem Rat am 1. Oktober vorgelegt. Doch was soll dafür geschaffen werden? Drei große Projekte inklusive Anbindung alternativer Mobilitätskonzepte wie Rad und E-Mobile:

1. Zukunftsgarten Rheinpark

60 Hektar groß ist das Gelände des Zukunftsgartens Rheinpark, das am rechten Rheinufer in Hochfeld und Wanheimerort liegt. Die weitere Umsetzung des Rheinparks ist bereits als Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts im vergangenen Jahr beschlossen worden. Er soll um Pflanzungen und Spielbereiche ergänzt werden. Der Kultushafen Richtung Süden – ein ehemaliger Gewerbehafen – soll zum Rheinstrand ausgebaut werden, indem man das Hafenbecken mit Sand aufschüttet.

Eine Uferpromenade soll entlang des Südhafens in Wanheimerort geführt werden, Rad- und Fußweg schließen die Lücke zwischen der Promenade und der Heinrich-Hildebrandt-Höhe.

Parallel dazu soll der Hochfelder Grüngürtel zwischen dem neuen Quartier Rheinort und dem gewachsenen Teil Hochfelds neu gestaltet werden. Auch der weitere nördliche Grünabschnitt zwischen Sedan- und Walzenstraße ist Teil der Neugestaltung.

Das Rheinort Quartier soll einen Ausstellungs- und Veranstaltungspavillon erhalten, „der in seiner architektonischen Gestaltung Strahlkraft für die gesamte IGA entfaltet“, heißt es im Konzept.

2. Zukunftsgarten Emschermündung

Im Zukunftsgarten Emschermündung will Duisburg gemeinsam mit Dinslaken und Voerde die Auswirkungen des Bergbaus auf Gewässer und Schichten der Landschaft zeigen. Drei Themenwege zu Landschaft, Klima und Wasser werden dazu entwickelt. Die Stadt ist daran mit dem Thema Wasser in der Walsumer Aue beteiligt.

3. Parklandschaft Ruhr

Die große Park- und Gartenfläche zwischen Mülheim, Oberhausen und Duisburg soll grundsätzlich mit neuer Infrastruktur für Fußgänger, Radler und auch für die Schifffahrt mit innovativem Antrieb erlebbar gemacht werden. Im Bereich Kaiserbergpark sollen die gartenhistorischen Elemente etwa die Grotte mit Teichanlagen, Ehrenfriedhof und die Kaskadenanlagen aufgewertet werden. Auch die Historie des Parks will man mit Besucherinformationen besser darstellen.

Der Botanische Garten erhält mehr und eindrucksvollere Pflanzen. Die Gastro soll aufgewertet werden. Der Waldpark Monning soll attraktiver für Erholungssuchende umgestaltet werden.

So gibt es nicht nur neues Grün, auch die bestehenden Parks und Waldflächen werden attraktiver. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Zur Finanzierung der vielen großen und kleinen Ideen sollen die Flächen des Rheinparks und des Rheinstrands während der IGA 2027 nur gegen Eintritt nutzbar sein. Danach werden sie aber frei zugänglich sein.

Was passiert nach der IGA?

Die Internationale Gartenschau, die IGA 2027, verspricht spannend zu werden. Doch was geschieht mit dem Grün und den Parks nach der Gartenschau? Wie wird das Entstandene erhalten? Die genauen Folgekosten lassen sich derzeit nicht berechnen, heißt es im Entwurf, der am kommenden Montag, 1. Oktober, im Duisburger Stadtrat beschlossen werden soll.

Für die Parklandschaft Ruhr werden keine Kostensteigerungen gegenüber dem Bestand erwartet. Für die Maßnahmen des ersten Bauabschnittes zum Ausbau des Rheinparks in Hochfeld seien die Folgen kalkuliert. Für die Felder zwei und drei müssen sie noch beziffert werden. Das gilt auch für die Folgekosten, die bei dem Ausbau des südlichen Grünen Rings rund um den Ortsteil Hochfeld entstehen.

Mit der Fertigstellung des Zukunftsgartens Rheinpark und seiner Anbindung kalkulieren die Planer ab dem Jahr 2028 mit Kosten in Höhe von 200 000 bis 250 000 Euro.

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