Feuerwehr

Gestank führt zu stundenlangem Feuerwehreinsatz in Duisburg

Symbolbild. Fünf Stunden dauerte der Feuerwehreinsatz. Zu Löschen gab es aber nichts.

Symbolbild. Fünf Stunden dauerte der Feuerwehreinsatz. Zu Löschen gab es aber nichts.

Foto: Christoph Reichwein / Ja

Duisburg.  Beißender Gestank hat am Mittwoch zu einem aufwändigen Einsatz für die Feuerwehr in Duisburg geführt. Die Ursache hat einen Ekelfaktor.

Zu Löschen gab es nichts, dafür war detektivisches Gespür bei der Feuerwehr gefragt: Ein Einsatz wegen „beißenden Geruchs“ in einem Wohnhaus in Duisburg-Beeck hat am Mittwochabend die Feuerwehr über mehrere Stunden beschäftigt.

Mitarbeiter der Stadtwerke hatten die Feuerwehr gegen 18 Uhr zu dem Wohnhaus in der Friedrich-Ebert-Straße gerufen, nachdem sich ein Anrufer aus dem Haus wegen Gasgeruchs gemeldet hatte. Der Gestank in dem Mehrfamilienhaus sei jedoch so stark gewesen, dass die Stadtwerke-Mitarbeiter „sich nicht in der Lage sahen, im Keller zu Werke zu gehen“, sagte Thorsten Stolz vom Lagedienst der Feuerwehr am Donnerstagmorgen.

Feuerwehr-Einsatz dauerte fünf Stunden

Insgesamt dauerte dieser eher ungewöhnliche Einsatz der Feuerwehr etwas mehr als fünf Stunden und fast bis Mitternacht. Erst mit Hilfe eines speziellen Messfahrzeugs des Landesumweltamts NRW (Lanuv), das aus Essen geholt worden sei, sei man dem Ursprung des Gestanks auf die Spur gekommen, beschrieb Stolz auf Nachfrage.

Austretendes „Stadtgas“ habe man relativ schnell ausschließen können, sagte Stolz: „Stadtgas ist ein Duftstoff beigesetzt, der nach Veilchen riecht“. Doch was da in dem Haus in Beeck durch Treppenhaus und Wohnungen waberte, habe „süßlich gestunken, so ein bisschen wie Formalin“, schilderte Stolz. Formalin wird unter anderem als Konservierungsmittel für Leichen verwendet.

Fett und Essen im Abfluss entsorgt

Mit Hilfe von Gaschromatographie und eines Massenspektrometers, aber auch durch Befragungen der Hausbewohner sei man der Ursache auf den Grund gegangen, erklärte Stolz. Das Ergebnis der Messungen hatte letztlich einen Ekelfaktor: „Wir vermuten sehr stark, dass der Gestank auf Faulprozesse zurückzuführen ist, durch falsch entsorgtes Essen und Fett im Abwassersystem des Gebäudes“, sagte Stolz.

„Es handelt sich vermutlich um einen Fettpfropf, irgendwo in den Abwasserrohren“, sagt Stolz. Werde heißes Fett in den Abguss gekippt, kühle es in der Abflussleitung ab und werde zähflüssig: „Irgendwann ist ein Rohr verstopft, und es fängt an zu stinken“. Merken müsse man davon jedoch erstmal nichts, „solange ein Syphon mit Wasser gefüllt ist, dringt Gestank nicht nach außen“. erklärte Stolz.

30 Feuerwehrleute im Einsatz

Gefunden wurde die Ursache indes im Laufe der Nacht zu Donnerstag noch nicht, sagte Stolz: Die Feuerwehr vor Ort habe schließlich ein Rohrreiniger-Unternehmen hinzugerufen. Doch die Mitarbeiter hätten sich geweigert, ihre Arbeit zu beginnen: „Weil es zu sehr stank“, sagte Stolz.

Das Haus sei letztlich durch die Feuerwehr „quergelüftet worden“. Gegen 23 Uhr beendete die Feuerwehr den Einsatz. Die Bewohner konnten anschließend in ihre Wohnungen zurück. Der oder die möglichen Verursacher, sofern sie gefunden werden, würden von der Feuerwehr wohl nicht gesondert zur Kasse gebeten, meinte Stolz: „Der Einsatz war im Rahmen der Gefahrenabwehr“. Insgesamt waren 30 Feuerwehrleute im Einsatz, ein Messfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr, ein ‘Fachberater Chemie’, Kräfte des Rettungsdienstes und Mitarbeiter des Landesumweltamtes.

Thorsten Stolz von der Feuerwehr mahnt indes, Essen oder heißes Fett in Abfluss oder Klo nicht zu entsorgen. Hoffnung auf Einsicht hat er jedoch wenig: „Wer das gewohnt ist, lässt sich durch solche Mahnungen nicht erreichen“.

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