Thyssenkrupp

Grobblechwerk in Duisburg: Fatale Fehler des Managements

   

   

Duisburg.  800 Mitarbeiter des Grobblechwerks in Duisburg müssen für die Fehler der Manager von Thyssenkrupp büßen. Sie sind Bauernopfer der Konzernspitze.

Es ist bitter. Die Nachricht von der drohenden Schließung des Grobblechwerks in Hüttenheim liegt schon länger in der Luft. Sie wurde befürchtet, aber niemand wagte es, daran zu glauben. Jetzt müssen sich 800 Mitarbeiter und ihre Familien mit der bangen Frage auseinandersetzen, wie es im Sommer für sie weitergeht. Der Konzern stellt in Aussicht, den Mitarbeitern andere Arbeitsplätze anzubieten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer. Aber eine Sicherheit ist das nicht. Es bringt auch nichts, darauf zu setzen, dass ein Käufer gefunden wird. Das wäre für die Beschäftigten und den Stahlstandort Duisburg die Ideallösung.

Aber das Werk ist veraltet. Vergeblich hatten die Mitarbeiter Investitionen eingefordert. Aber die Konzernspitze von Thyssen-Krupp hat das Geld schon vor Jahren lieber im Ausland investiert und dort in den Sand gesetzt. Wieder einmal müssen die Mitarbeiter für offensichtliche Managementfehler büßen. Manager in Großkonzernen kommen und gehen – mittlerweile so schnell, dass es sich fast nicht mehr lohnt, sich ihre Namen zu merken. Und mit fast jedem Abgang wird der Scherbenhaufen, den sie hinterlassen, größer. Das ist längst nicht nur bei Thyssenkrupp der Fall. Das Schlimme daran ist, dass jeder Managerabgang den Konzern richtig viel Geld kostet. Geld, das besser in die Werke investiert worden wäre.

Der Duisburger Wirtschaft steht mit dem drohenden Aus des Grobblechwerks ein schwieriges Jahr bevor. Die Schließung wäre ein herber Schlag für den Stahlstandort und ein Signal, dass der Strukturwandel weiter vorangetrieben werden muss. Zwar ist Duisburg noch immer ein Industriestandort und die Stahlproduktion wird weiterhin eine Säule des Arbeitsmarktes sein. Aber wie lange noch?

Deshalb ist es wichtig, dass die Stadtspitze mit der Politik zusammen Rahmenbedingungen für neue Wirtschaftszweige schafft. Duisburg ist längst eine Logistikdrehscheibe mit dem Hafen und der Anbindung an die Autobahnen. Aber das alleine wird nicht reichen. Auch Dienstleistungszentren und Unternehmer neuer Technologien müssen die Stadt als Standort entdecken. Der neue Campus der Universität Duisburg-Essen mit angrenzendem Start-up-Zentrum und Technologiepark, der im Rahmen von „6 Seen Wedau“ auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks entstehen soll, ist ein erster richtiger und wichtiger Schritt.

Das hilft nicht den 800 Mitarbeitern des Grobblechwerks. Aber es wird in Zukunft helfen, weitere mögliche Arbeitsplatzverluste in der Stahlindustrie aufzufangen.

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