Gericht

Händler kurvte mit 17 Kilo Gold und Pistole durch Duisburg

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Polizei stieß bei Routine-Kontrolle auf einen privaten Werttransport. Der Fahrer hatte sich illegal bewaffnet. Gericht gab ihm Bewährungschance.

Die Polizisten, die am 1. Februar 2018 in Duisburg einen 40-jährigen Mann am Steuer einer Limousine kontrollierten, kamen aus dem Staunen nicht heraus. Eigentlich hatten sie den Gladbecker nur wegen eines Verkehrsverstoßes heraus gewinkt. Doch der offenbarte ihnen gleich, dass er eine Pistole im Hosenbund trage. Und in dem Auto fanden die Beamten 37.000 Euro Bargeld und nicht weniger als 17 Kilo Gold.

Der 40-Jährige musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz verantworten. Allerdings nur wegen eines Waffengesetzverstoßes. Denn Geld und Gold hatte er legal transportiert. Er arbeitet im Juweliergeschäft seines Bruders, der insbesondere mit Gold handelt. „Viele Käufer wollen die Ware erst einmal sehen“, begründete der Angeklagte den privaten Werttransport.

40-Jähriger gab zu, dass die Pistole eine dumme Idee gewesen sei

Immer wieder, so der 40-Jährige, sei in das Geschäft eingebrochen und Gold im Wert von rund 600.000 Euro verschwunden. „Und die Versicherungen haben nicht gezahlt, obwohl wir die verlangten Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet haben.“ Deshalb sei er auf die dumme Idee gekommen, sich zu bewaffnen.

Und das ziemlich professionell: In seinem Hosenbund hatte eine mit 12 Patronen geladene Waffe der Firma Sauer mit Kaliber 9 Millimeter Para gesteckt. Eine Pistole, die unter anderem bei der britischen und der israelischen Armee sowie beim Bundeskriminalamt im Einsatz ist. „Inzwischen machen wir keine so großen Transporte mehr. Wir fahren höchstens noch fünf Kilo Gold und sichern es durch drei oder vier Leute - ohne Waffen“, erklärte der Angeklagte.

Die Strafrichterin verurteilte ihn zu zehn Monaten Haft, deren Vollstreckung auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Warum sollte man so eine Waffe einstecken, wenn man sie im Ernstfall nicht auch benutzen will?“ meinte die Richterin. Solches Handeln sei hoch gefährlich und dürfe nicht nur mit der Mindeststrafe von sechs Monaten geahndet werden, so ihre Überzeugung.

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