Comedy im Steinhof

Heimspiel in Huckingen für den Mann hinter dem Bauch

Das T-Shirt zum neuen Programm sitzt schon gut, an einigen Stellen feilt Comedian Markus Krebs noch. Zweieinhalb Stunden lang hatte das Publikum im Steinhof viel Spaß mit dem „Hocker-Rocker“ aus Neudorf.

Das T-Shirt zum neuen Programm sitzt schon gut, an einigen Stellen feilt Comedian Markus Krebs noch. Zweieinhalb Stunden lang hatte das Publikum im Steinhof viel Spaß mit dem „Hocker-Rocker“ aus Neudorf.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Pass auf... kennste den?! Markus Krebs testet sein neues Programm im ausverkauften Saal des Bürgerzentrums im Duisburger Süden.

Ausgerechnet Markus Krebs als „Hommage an den Weltfrauentag“ anzukündigen, war von Steinhof-Geschäftsführer Arno Eich wohl ein wenig gewagt. Schließlich ließ der Comedian aus Neudorf auch bei seinem Heimspiel im Huckinger Bürgerzentrum keinen Kalauer aus. Im seit Wochen ausverkauften Saal des Huckinger Bügerzentrums bogen sich dennoch auch die weiblichen Fans des „Hocker-Rockers“ zweieinhalb Stunden lang vor Lachen.

Eine „Sauklaue“ sogar am Computer

Das kann daran liegen, dass er „die Frauen besser versteht als sie selbst“, wie Arno Eich vermutet. „Ich mein’ das nicht so“, sagt Krebs selbst. Übrigens in Richtung der eigenen Freundin, die Teil des Programms ist wie die Fans in den ersten Reihen und den persönlichen Gästen auf der Bühne. Kein Neid wegen der privilegierten Plätze: „Die müssen zwei Stunden lang auf meinen Arsch gucken.“

Krebs nutzt den Abend, um an seinem Programm zu basteln, „Pass mal auf..., kennste den“ sei noch nicht fertig, lässt er wissen. Also geht der Blick zwischendurch auf die Zettel neben dem Köpi. Hilft nur bedingt. „Ich hab’ auch am PC eine Sauklaue.“

Die Pause an der richtigen Stelle

Der Mann erzählt Witze wie nur wenige. Neu ist kaum einer, gut erzählt sind sie alle. Egal, ob’s um den Cabrio-Kauf „wegen der Beinfreiheit für die Frauen“ oder um den Flug nach Spanien geht, bei dem „sogar der Pilot eine Kotztüte hatte“ – da brüllt der Saal. Erst die Pause an der richtigen Stelle macht den Kalauer zum Schenkelbrecher – da hat der Abend seine stärksten Phasen.

In der eigenen Stadt wird improvisiert – auch das hat er drauf. Witzelt mit den Mündelheimer („Da stand immer der Sportplatz unter Wasser) und seine Rolle als Hauptsponsor des EtuS Bissingheim („Ich bin wie der Hopp. Irgendwann bring’ ich sie bis in die Bezirksliga“). Nach fünf Minuten fühlt sich der Gast, als habe er mit dem „Mann hinter dem Bauch“ mindestens ein Jahr am Tresen gestanden. Apropos: „In der Kneipe sind die Leute, die es nicht geschafft haben, aber erklären können, warum“, weiß Krebs. Deshalb werde Schulbildung gemeinhin überschätzt: „Schnittrechnung brauchst du nur an der Wursttheke“, erklärt er einem jungen Fan.

Déjà-vu und Gedächtnislücken gleichzeitig

Ja, auch Schwächen hat das Programm noch – die etwas langatmige Erzählung einer Fan-Reise mit dem MSV nach Mainz gehört dazu.

Die Kunst der lakonischen Erzählung beherrschen andere wie Frank Goosen oder Jochen Malmsheimer eben besser. Vielleicht wird’s auch deshalb dabei still im Saal, weil die Leute einfach den Mann sehen und hören wollen, der sogar mit seinen Witzen über ihre Wirkung spricht. Der erste dürfe nie die folgenden überstrahlen, sagt Markus Krebs. Der Mann aus dem „Brennholz-Verlieh“ hat übrigens „Déjà-vu und Gedächtnislücken gleichzeitig. Offenbar kein Einzelschicksal. Es ist eine Antwort auf die Frage, warum die Leute über seine Witze lachen.

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