Gastro-Kritik

„Kartoffel-Kiste“: Rustikaler Charme und guter Geschmack

Versteckte Kartoffeln: Auf den leckeren Kartoffeln der vegetarischen Duissernpfanne in der „Kartoffel-Kiste“ in Duisburg türmen sich Tomaten, Käse – und eine Physalis.

Versteckte Kartoffeln: Auf den leckeren Kartoffeln der vegetarischen Duissernpfanne in der „Kartoffel-Kiste“ in Duisburg türmen sich Tomaten, Käse – und eine Physalis.

Foto: Schlömer

Duisburg.  Das Duisburger Restaurant „Kartoffel-Kiste“ trägt seinen Namen zurecht. Die Küche überzeugt aber auch bei der Zubereitung anderer Gerichte.

Den Titel des deutschen Nationalgemüses trägt seit je her – unangefochten – die Kartoffel. Auf jeden Fall für alle Gäste des Duisserner Restaurants „Kartoffel-Kiste“, denn hier erfährt die unscheinbare Erdknolle Tag für Tag ihren kulinarischen Ritterschlag.

Aber nicht nur Kartoffelvarianten jeder Couleur schmecken im alten Fachwerkhaus an der Schweizer Straße hervorragend, auch die Fleischgerichte können sich schmecken lassen. Wir haben für unsere Gastrokritik die Höhepunkte deutscher Kartoffelkunst getestet.

Die „Kartoffel-Kiste“ besticht mit rustikalem Charme und exzellentem Geschmack

Atmosphäre: Ein Fest für Liebhaber traditioneller Einrichtung. Im engen, weil alten, Fachwerkhaus dominieren dunkles Holz und Ölgemälde, von den Decken der zwei Etagen hängen aber erfrischend moderne Korblampen. Die großen Tische bieten viel Platz für gutes Essen und Trinken, im Obergeschoss schluckt der Teppichboden viel Schall und sorgt für gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. Im Sommer kann man im Biergarten unter alten Bäumen sitzen.

Service: Nichts zu beanstanden. Die Kellner sind flott, aber nicht rasant, passend zum Ambiente werden die Bestellungen noch ganz altmodisch auf Blöcken anstatt auf modernen Tablets aufgenommen. Bei vollem Haus können die Bestellungen das ein oder andere Minütchen länger auf sich warten lassen, die freundlichen Servicekräfte haben aber immer ein Auge auf die Getränkeversorgung ihrer Kunden.

Geschmack: Wer in der Kartoffelkiste speist, bekommt genau das, was er erwartet, nicht mehr – aber vor allem nicht weniger. Vorneweg bieten sich vor allem die leckeren Reibekuchen an, vegetarisch mit Käse und Gemüse (5,90 Euro), aber auch mit Räucherlachs (6,90 Euro). Auch das lokalpatriotische Hauptgericht Duissernpfanne mit Schinken (12,80 Euro) gibt es als vegetarische Variante (12,70 Euro).

Besonders lobend zu erwähnen ist das Steak. Das argentinische Roastbeef mit Pfefferrahmsoße (24,80 Euro) ist auf den Punkt gebraten, die Soße ist leicht, aber schmackhaft, und die Röstkartoffeln als Beilage schmecken wie bei Omma – und vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Ein großer Pluspunkt ist auch die Würzung aller Gerichte, die ist nämlich äußerst filigran, stets dem Gericht entsprechend und nicht zu intensiv. Wer nach so viel Schlemmerei noch Platz im Magen hat, kann den Abend auch beim Nachtisch ganz traditionell beenden: Mit Roter Grütze (4,50 Euro) oder Belgischen Waffeln (6,90 Euro) etwa.

Fazit: Die „Kartoffel-Kiste“ ist ein Fest für Liebhaber deutscher Hausmannskost. Die ist, wenn sie so gut umgesetzt wird wie in Duissern, viel besser und raffinierter als ihr plumper Ruf und kann in der „Kartoffel-Kiste“ sicherlicht auch Fans eher mediterraner Kulinarik überzeugen. An der Bedienung gibt es nichts zu meckern, die holzlastige Inneneinrichtung ist natürlich Geschmackssache.

Besonderheit: Das Restaurant bietet eine „Außer-Haus Karte“ an, mit ausgewählten Gerichten zu reduzierten Preisen. Beliefert werden Duisburger Leckermäuler aber nicht, nach der Vorbestellung müssen die Gerichte selbst abgeholt werden.

Unsere Bewertung für die „Kartoffel-Kiste“

Geschmack: 5/5 Punkte

Atmosphäre: 4/5 Punkte

Service: 4/5 Punkte

Preis-Leistungsverhältnis: 4/5 Punkte

Adresse: Schweizer Straße 105 (Duisburg-Duissern), Di-Sa 17 Uhr bis 21 Uhr, Sonn- und Feiertags 16 Uhr bis 21 Uhr.

Telefon und Website: 0203 333827, kartoffel-kiste.com

Hinweis der Redaktion:

Diese Gastro-Kritik entspricht dem subjektiven Geschmacksurteil des Verfassers. Bei unseren Tests geben wir uns nicht zu erkennen, bewerten uabhängig und bezahlen das Essen selbst.

Das Testessen in der Kartoffel-Kiste haben wir vor der Corona-Pandemie gemacht.

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