Ausstellung

Kunstverkauf für Kulturkirche Liebfrauen in Duisburg

Der Künstler Werner Koch stiftet seine Bilder für den Erhalt der Kulturkirche Liebfrauen.

Der Künstler Werner Koch stiftet seine Bilder für den Erhalt der Kulturkirche Liebfrauen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Hamelner Künstler Werner Koch hat seine Werke zur großen Benefiz-Ausstellung unter dem Titel „Schriftbilder“ in Duisburg aufgebaut.

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Mit der Benefiz-Ausstellung „Schriftbilder“ ist in der Kulturkirche Liebfrauen am König-Heinrich-Platz die bislang umfangreichste Präsentation eines Einzelkünstlers zu sehen. Schon auf der Treppe zum Kirchenraum empfangen Papierfiguren den Besucher, im Altarraum setzen hinter dem Baldachin die „Gefallenen Engel“ auf einer 7,60 Meter hohen und 3,10 Meter breiten Holzfläche einen ausdrucksstarken Abschluss unter den Rundgang.

Verkaufen statt verbrennen

Dr. Philipp Reichling, Prämonstratenserpater in Hamborn und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Brennender Dornbusch als Träger der Kulturkirche, hat den ihm seit langem bekannten und in Hameln lebenden Werner Koch eingeladen, seine Werke in Duisburg zu zeigen. Und damit die Überlegungen des 1937 in Bochum geborenen Künstlers, sein Gesamtwerk in einem dadaistischen Akt zu verbrennen, in eine andere Richtung gelenkt. Die Bilder sollen verkauft und für den Erhalt des Baudenkmals Liebfrauenkirche eingesetzt werden. Ansprechpartnerin für Kaufinteressenten ist Brigitte Metzler, die auch Führungen anbietet.

Meisterschüler von Fritz Winter

Werner Koch hat in Dortmund und München studiert. Er war Meisterschüler von Fritz Winter, einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Koch wurde kein klassischer Maler, sondern arbeitete nach dem Prinzip Collage. Seit den 1970er Jahren verbindet er das Interesse an der gedruckten Zeitung – von Buchstaben und Zeilen bis hin zum am Kiosk gestapelten Exemplar – mit dem urbanen Leben.

Die Realität ist sein Ausgangspunkt, war Koch doch bei seinen Arbeitsaufenthalten in London oder im legendären „Künstlerhotel“ Chelsea in Manhattan oft mit der Kamera unterwegs, hat die über die Straßen hastenden Menschen fotografiert. Er zeigt sie ausschnitthaft auf seinen großformatigen Bildern, auf die er anschließend mit dynamischem Pinselstrich Zeichen setzt. „Kofferbilder“ sind die mit Knicken, hat er sie doch im Koffer mit nach Hause gebracht.

Koch arbeitet stets seriell. In einer Serie „übersetzt“ er das Bild von Zeitungen, wie sie im Kiosk nebeneinander ausliegen, in eine Arbeit, bei der er die vergrößerten Titelseiten internationaler Presseerzeugnisse nebeneinander hängt; seine darauf gemalten zeichenhaften Figuren sieht man nur, wenn man diese Seiten „aufblättert“.

Informationsflut als Herausforderung

Philipp Reichling bringt Kochs Arbeiten in Verbindung mit ganz aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die zunehmende Verkürzung und Verbreitung von (falschen) Informationen, mit denen etwa der US-Präsident glaube, regieren zu können, „sind große Herausforderungen, denen sich eine demokratische Gesellschaft mehr den je stellen muss“, sagt Reichling. Für ihn ist Koch ein Mahner, der die Gefahr sieht, durch Vereinfachung der Komplexität und Vielschichtigkeit von Wirklichkeit nicht mehr gerecht zu werden. Der „Engelssturz“ zeuge von Überheblichkeit.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr in der Kulturkirche Liebfrauen am König-Heinrich-Platz eröffnet. Eine Einführung gibt Dr. Philipp Reichling, musikalisch begleitet „The Band“ aus Oberhausen die Vernissage.

Bis zum 4. August können die Bilder angesehen und erworben werden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

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