Ladensterben in Duisburg

Ladensterben: Damit haben Geschäfte in Duisburg zu kämpfen

Ein Blick über die Oststraße in Duisburg-Neudorf.

Ein Blick über die Oststraße in Duisburg-Neudorf.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Viele kleinere Läden wie in der Oststraße in Duisburg-Neudorf kämpfen um ihr Überleben. Warum daran nicht nur der Online-Handel schuld ist.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Einzelhändler wie in der Neudorfer Oststraße kämpfen gegen Internetriesen wie Amazon oder Zalando um ihr Überleben – nicht nur in Duisburg, sondern bundesweit. Gab es 2001 einschließlich Apotheken, Lebensmittelhandwerk und Tankstellen noch 3115 Einzelhändler in Duisburg, sind es im Jahr 2017 gerade einmal noch 2200. Das geht aus Zahlen des der Einzelhandelsverbands Niederrhein hervor. Wilhelm Bommann ist dort Hauptgeschäftsführer. Er macht aber nicht nur den Online-Handel dafür verantwortlich, dass es Inhaber von kleineren Läden zunehmend schwer haben.

Entlang der Oststraße in Neudorf finden sich Geschäfte, die dort teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten bestehen und an nachfolgende Generationen weitergeben wurden. Der Tabak- und Zeitschriftenladen von Elisabeth Gerhardt ist so ein Fall. Das Geschäft gibt es seit 1946, Gerhardt hat den Laden 1979 von den Schwiegereltern übernommen. „Es ist eine kleine Gemeinschaft hier. Da kennt man viele Kunden persönlich“, sagt sie.

Buchhandlung „Tausendundein Buch“ gibt es seit 22 Jahren

Petra Lorberg betreibt ihre Buchhandlung „Tausendundein Buch“ ebenfalls schon seit 22 Jahren. „Die Menschen hier sind toll. Das ist für mich ein Stück Heimat“, sagt auch Stella Terbuyken, der das Schreibwarengeschäft direkt neben der Buchhandlung gehört. Die Inhaber hängen an ihren Läden – und an ihren Kunden. Doch wenn Bücher, Kleidung und Elektronik bei Amazon bestellt werden, stehe der stationäre Einzelhandel vor immer größeren Problemen.

Bommann hat drei maßgebliche Gründe für den Rückgang vieler kleinerer Läden ausgemacht: Erstens habe im Einzelhandel selbst ein Strukturwandel stattgefunden: Inhaberbezogene Fachgeschäfte seien großen Fachmärkten wie Media Markt oder Saturn gewichen. Auch die Zahl der Warenhäuser habe abgenommen.

„Auch der Erfolg der Discounter geht zu Lasten des Einzelhandels“

Ein weiterer Punkt sei dann auch der Online-Handel. In Branchensegmenten wie Textil oder Unterhaltungselektronik, betrage der Marktanteil des Online-Handels mittlerweile rund 30 Prozent. „Das sind aber genau die Branchen, die früher in den Innenstädten oder in der Oststraße angesiedelt waren“, sagt Bommann. Drittens gehe auch der Erfolg der Discounter zu Lasten des Einzelhandels, weil diese ebenfalls Bekleidung oder Haushalts- und Dekoartikel im Segment haben.

Und was können Einzelhändler tun? „Natürlich muss man vor Ort punkten“, sagt Bommann. Die Geschäfte könnten schließlich etwas bieten, was im Internet nicht möglich ist: persönliche Beratung, Service und Freundlichkeit. Ausreichend sei das aber nicht: „Die Einzelhändler müssen prüfen, ob sie im Internet präsent sind“, erklärt er.

Eine Homepage sei das Mindeste. Ob ein Online-Shop sinnvoll ist, müsse aber jeder Händler für sich selbst entscheiden. Letztlich müsse es aber auch gelingen, die Menschen wieder in die Innenstädte zu locken. Dafür gebe es zwar kein Patentrezept.

In der neuen App „Cinlo“, die das Duisburger City-Management gemeinsam mit einem Start-up erstellt hat, sieht Wilhelm Bommann aber einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Dadurch bekommen Kunden einen Überblick über Schnäppchen im Einzelhandel und besondere Rabatt-Aktionen der Gastronomie.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben