Akutkrankenhäuser

Malteser wollen ihre zwei Duisburger Krankenhäuser verkaufen

Am Krankenhaus St. Anna investieren die Malteser in einen Erweiterungsbau. Dennoch soll auch das Krankenhaus in Duisburg-Huckingen jetzt verkauft werden.

Am Krankenhaus St. Anna investieren die Malteser in einen Erweiterungsbau. Dennoch soll auch das Krankenhaus in Duisburg-Huckingen jetzt verkauft werden.

Foto: Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Die Malteser verhandeln mit Interessenten über den Verkauf ihrer Krankenhäuser. Auch die Duisburger Einrichtungen stehen auf der Liste.

Die Malteser in Deutschland richten ihr Angebot in der stationären Gesundheitsversorgung neu aus und wollen deshalb sechs ihrer bundesweit acht Akutkrankenhäuser verkaufen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Auf der Verkaufsliste stehen auch die Häuser der Malteser Rhein-Ruhr mit dem Duisburger St. Anna-Krankenhaus (Huckingen), dem St. Johannes-Stift (Homberg) und dem St. Josefshospital in Uerdingen.

Malteser: Gerhard Becker als Geschäftsführer abgelöst

Am Donnerstag informierte Karl Prinz zu Löwenstein, als Generalbevollmächtigter der Malteser Deutschland gGmbH, in einer Belegschaftsversammlung die Beschäftigten in den Duisburger Häusern. Chefärzte und Leitungspersonal waren bereits am Mittwoch in Kenntnis gesetzt worden.

Gerüchte um einen möglichen Verkauf hätten schon seit einigen Tagen die Runde gemacht, hieß es aus Belegschaftskreisen. Anlass dafür war die Ablösung von Gerhard Becker als Geschäftsführer der Krankenhäuser. „Um die langfristige Fortführung der etablierten Akutkrankenhäuser auf hohem medizinischen und pflegerischen Niveau sicherzustellen, beabsichtigen wir schweren Herzens, unser Engagement im Krankenhausbereich zu reduzieren und für unsere Akutkrankenhäuser im Rheinland und in Sachsen einen neuen Eigentümer zu finden“, sagte Löwenstein.

Begründung: Vergütungen decken Kosten nicht, Investitionsförderung zu gering

Die stationäre Krankenversorgung in Deutschland sei strukturell geprägt von Vergütungen, die die Kostensteigerungen nur teilweise abdecken, die Förderung erforderlicher Investitionen unzureichend, begründet das Unternehmen seinen Schritt. „Dies macht es insbesondere für Betreiber kleinerer Gruppen und einzelner Krankenhäuser schwierig, einen kostendeckenden Betrieb aufrechtzuerhalten und zusätzlich die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur der einzelnen Häuser zu tätigen.“

Neben den Krankenhäusern sollen auch die zugehörigen medizinischen Versorgungszentren und angehörigen Einrichtungen wie Apotheken oder Logistik unter einer neuen Trägerschaft fortgeführt werden. Hierzu habe man erste Gespräche mit ausgewählten potenziellen neuen Eigentümern aufgenommen, teilen die Malteser mit: „Ziel ist, diese Gespräche im ersten Quartal 2020 abzuschließen.“

Was die Malteser weiterführen wollen

Weitere Aktivitäten wollen die Malteser weiterführen: Dazu zählen sowohl die ambulante und stationäre Altenhilfe und Hospizdienste als auch alle Tätigkeiten des Malteser Hilfsdienstes und der Malteser Werke.

Mit derzeit 34 Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen gehören die Malteser zu den großen Anbietern in Deutschland und decken dabei eine große Bandbreite an Schwerpunktpflegeplätzen zum Beispiel in der Gerontopsychiatrie oder für Patienten mit Schlaganfall, Parkinson, Wachkoma oder junge Pflegebedürftige ab.

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