Interview

Neuer NRW-Vorsitzender der Schüler Union kommt aus Duisburg

Lars Görtz aus Duisburg ist 17 Jahre alt und der neue Landesvorsitzende der Schüler Union in Nordrhein-Westfalen.

Lars Görtz aus Duisburg ist 17 Jahre alt und der neue Landesvorsitzende der Schüler Union in Nordrhein-Westfalen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Lars Görtz ist 17, Schüler und neuer Vorsitzender der Schüler Union NRW. Was er zu sagen hat und wie weit er es in der Politik noch bringen will:

Mit 17 Jahren Landesvorsitzender in der Politik: Gerade wurde Lars Görtz zum Vorsitzenden der Schüler Union NRW gewählt. Wir haben mit dem Schüler des Mannesmann-Gymnasiums gesprochen über – natürlich – Politik, Greta Thunberg und: Netflix.

Wie kommt ein Schüler dazu, sich politisch zu engagieren?

Lars Görtz: Durch meine Familie. Ich war schon als Kleinstkind an den Wahlkampfständen der CDU; mein Vater ist aktiv im Ortsverein Hochfeld / Wanheimerort. Und mein Onkel war in der Bezirksvertretung Süd höchst aktiv.

2 von 150 Schülern der Jahrgangsstufe sind Mitglied in Parteien

Sind Sie mit diesem Interesse in Ihrer Jahrgangsstufe die Ausnahme oder die Regel?

Dass ich Mitglied einer politischen Partei bin, damit war ich bis vor drei Wochen der einzige von circa 150 Schülern. Dann hat sich ein Mitschüler bei den Grünen angemeldet. 80 Prozent beschäftigen sich gar nicht mit Politik, aber 20 Prozent steigen mal in eine Diskussion ein, kennen das Rezo-Video.

In welcher Hinsicht sind Sie ein typischer Jugendlicher?

In der Belastung durch die Schule. Ich bin ein durchschnittlicher Schüler und muss relativ viel für die Schule machen. Sonst leider nicht so viel; ich bin nicht mehr im Sportverein – keine Zeit mehr, auch schon vor der Politik.

Wie viel Ihrer Freizeit verbringen Sie mit Politik?

Tagesordnungen schreiben, E-Mails beantworten: drei bis vier Stunden in der Woche. Dazu kommen viele Termine, die ein bis zwei Tage die Woche einnehmen, oder auch das Wochenende.

Manchmal ist Lars Görtz ein typischer Jugendlicher und guckt Netflix

Bleibt da noch Zeit für etwas anderes?

Jein. Ich bin stark eingebunden, auch zum Beispiel als Messdiener. Zeiten mit Langeweile und Prokrastination habe ich nicht mehr, lieber entspanne ich aktiv, mit Weiterbildung durch Lesen. Manchmal schleicht sich leider auch Netflix ein: Gerade bin ich fertig geworden mit Brooklyn Nine-Nine (US-Sitcom, Anm. d. Red.).

Wer ist Ihr politisches Vorbild?

Ich habe keins. Es werden immer wieder Helmut Kohl oder Thomas de Maizière genannt, aber auch die sind es bei mir nicht. Das Problem ist: Man denkt entweder zu klein oder zu groß. Wenn ich Angela Merkel sage, ist das zu groß; wenn ich den Ortsvereins-Vorsitzenden nenne, ist das zu klein.

Apropos Angela Merkel: schon mal getroffen?

Ja, außerpolitisch: Ich war als Tourist auf dem Ku’damm, und sie ging einkaufen. AKK habe ich schon mehrmals getroffen, auch wieder am Sonntag, auf dem Deutschlandtag der Jungen Union.

Die größten Themen der Schüler Union: Umwelt und Digitalisierung

Die Schüler Union bezeichnet Umwelt und Digitalisierung als die größten Herausforderungen Ihrer Generation. Was erwarten Sie auf diesen Gebieten von der Bundespolitik?

Mehr Digitalisierung an Schulen. Das Fach Informatik muss besser unterrichtet werden, zum Beispiel durch die technische Ausstattung. Was will man mit nur einem PC-Raum für eine Schule? Und so etwas gibt es. Beim Thema Umwelt: Soweit die Meinungen der Fridays-for-Future-Bewegung verfassungskonform sind, können sie auch gerne umgesetzt werden – sofern es einen Mittelweg gibt zwischen Wirtschaft und Umweltschutz.

Was halten Sie von Greta Thunberg? Streiken Sie mit bei Fridays for Future?

Privat war ich dreimal auf einer FFF-Demo – immer nach der Schule. Fridays for Future ist zu begrüßen, die Grundintention ist sehr gut. Aber das Privileg und das Recht auf Bildung stehen für mich über der Demonstrationsfreiheit.

Wie digital sind Sie?

Ich hab’ alles zu Hause, aber nutzen tue ich nur fast mein Handy – als erstes und letztes am Tag. Der PC ist für Youtube, Netflix, WhatsApp. E-Mails schreiben ist fast schon gleichzusetzen mit Parteiarbeit. Auf Facebook bin ich durch die Partei; privat auf Instagram, Snapchat, WhatsApp.

Was ist Ihr politisches Wunschamt: Wie weit soll Ihre politische Karriere noch führen?

Ich kann nur falsch antworten. Ein Ziel wäre: als Hauptberuf Politiker. Aber ich bin Realist, es gibt viele Kandidaten. Ein hohes politisches Amt wäre mit Familie zu riskant, dann lieber ein Job in der Wirtschaft. Das nächste Ziel ist, 2020 wiedergewählt zu werden. Mittelfristig: Landesvorstand der Jungen Union NRW.

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