Religion

18-Jähriger Duisburger Presbyter will Kirche gestalten

Malte Hollenberg fühlt sich fest verwurzelt in der Gemeinde. Bereits im Kinder-Chor hat er hier seine ersten Kontakte gefunden. Das Engagement in der Kirche hat sich sogar auf seine Berufswahl ausgewirkt.

Malte Hollenberg fühlt sich fest verwurzelt in der Gemeinde. Bereits im Kinder-Chor hat er hier seine ersten Kontakte gefunden. Das Engagement in der Kirche hat sich sogar auf seine Berufswahl ausgewirkt.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Obermeiderich.  Malte Hollenberg war bei der letzten Presbyteriumswahl der jüngste Kandidat. Er sieht sich vor allem als Ansprechpartner für junge Menschen.

Bei der letzten Wahl war er der jüngste Kandidat, gerade 18 Jahre alt. Während viele Jugendliche spätestens nach der Konfirmation Kirche erst mal abhaken, ist Malte Hollenberg geblieben. Er ist sogar bereit, sich in der Evangelischen Gemeinde Obermeiderich zu engagieren. Und obwohl er festgestellt hat, dass die Arbeit im Presbyterium viel mit Verwalten zu tun hat, stellt er sich der Wiederwahl: „Meckern kann jeder. Ich will mitgestalten.“

Man müsse versuchen, die Jugendlichen in der Kirche zu halten, meint Hollenberg. Aber wie? Dazu müsste es zunächst gelingen, sie zu interessieren. Ein Kicker im CVJM-Haus reicht da wohl nicht mehr. „Handyturniere und so etwas in der Art“, fällt dem jungen Presbyter stattdessen ein.

Presbyter wünscht sich Verstärkung der Jugendarbeit

Denn er ist davon überzeugt, dass jeder das Bedürfnis habe, an etwas zu glauben. Die Resonanz bei den Kirchentagen gibt ihm Recht, viele Menschen sind dort auf der Suche nach neuen Impulsen, nach Sinnstiftungen, etwas abseits von Konsum.

„Wir wollen jeden einladen, einfach mal vorbeizuschauen. Auch diejenigen, die erst mal nichts mit Kirche am Hut haben“, sagt Malte Hollenberg, der selbst auch jeden Sonntag den Gottesdienst besucht. Dazu hat die Gemeinde an der Emilstraße offene Treffpunkte geschaffen, wie Emils Pub zum Beispiel.

Malte Hollenberg sieht sich als Ansprechpartner in der Gemeinde, besonders für junge Leute. Regen Gebrauch macht bisher niemand von seinem Angebot. Der junge Mann, der als Techniker arbeitet, hofft, dass die neue Diakonin sich verstärkt um die Jugendarbeit in der Gemeinde kümmert: „Das wäre ein Signal in die richtige Richtung.“

Über die Gemeindearbeit zum Berufswunsch

Er selbst fühlt sich fest verwurzelt in der Gemeinde, hat hier seine Kontakte gefunden, zunächst über den Kinder-Chor, später über Ten Sing, eine Gruppe für junge Leute zwischen 14 und 24 aus den Evangelischen Gemeinden Ober- und Mittelmeiderich.

Ten Sing stellt regelmäßig Musik-, Tanz- und Theater-Workshops auf die Beine. Malte Hollenberg konzentriert sich dort auf die Technik, kümmert sich bei den Aufführungen um Beleuchtung und Musikanlage. Letztendlich hat sich darüber dann auch sein Berufswunsch herauskristallisiert.

Immer noch hilft er bei Großveranstaltungen. Und bei der Plakat-Kampagne des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg „Kirche kann mich mal…“ – zum Beispiel zum Nachdenken bringen – ist Malte Hollenberg als Modell eingesprungen.

14 Mitglieder sitzen im Obermeidericher Presbyterium

Vor allem die Regionalisierung, also die Zusammenlegung von Gemeinden in den nächsten Jahren, beschäftigt ihn. Erst 1960 war die Obermeidericher Gemeinde entstanden. Damals war die Gemeinde Meiderich so stark gewachsen, dass eine Teilung in Ober-, Mittel- und Untermeiderich nötig erschien. 60 Jahre später ist genau das Gegenteil der Fall. „Klar möchte niemand seinen gewohnten Standort aufgeben. Doch es ist wichtig, dass man sich darüber frühzeitig Gedanken macht“, meint Hollenberg.

Im Presbyterium sitzt er mit 13 anderen Mitgliedern zusammen, die meisten von ihnen wesentlich älter. „Es ist gut, dass viele erfahrene Leute dabei sind“, so der Neuling, der inzwischen einen ganz guten Einblick in die Arbeit gewonnen hat. Die Mitarbeit habe ihn persönlich weitergebracht: „Man muss sich erst einmal trauen, etwas zu sagen. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel gelernt.“

Der Arbeitsaufwand halte sich in Grenzen. Das Gremium tagt einmal im Monat, zuvor müssen sich Presbyter in die Themen der Tagesordnung einarbeiten. Zeit, die Malte Hollenberg auch in den nächsten vier Jahren investieren würde.

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