Bestnoten für Kardiologen im Herzzentrum Meiderich

Prof. Wolfgang Schöls, Kardiologe im Herzzentrum, freut sich über das Vertrauen der Kollegen. Foto:

Prof. Wolfgang Schöls, Kardiologe im Herzzentrum, freut sich über das Vertrauen der Kollegen. Foto:

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Mittelmeiderich.  Bei einem Ärzte-Check bekommt Chef-Kardiologe am Herzzentrum in Duisburg-Meiderich Bestnoten. Umzug in den Neubau verzögert sich um zwei Jahre.

Bei welchem Kollegen würden Sie einen Angehörigen behandeln lassen? Die befragten Kardiologen waren sich einig: bei Professor Wolfgang Schöls. Der Chefarzt der Kardiologie im Herzzentrum Meiderich bekam beim Ärzte-Check der Zeitschrift Focus die Bestnote. Er hängte damit sogar die Kollegen der renomierten Unikliniken ab.

Auch in den anderen Kategorien, etwa Patientenzufriedenheit, schnitt der Meidericher Herz-Experte gut ab. Doch bei der Befragung hat gerade das Urteil der Kollegen aus anderen Kliniken ein besonderes Gewicht. Sie können die fachliche Qualität am fundiertesten beurteilen.

„Es kommen sogar Patienten aus Düsseldorf“

Klar, dass sich Wolfgang Schöls über die Einschätzung freut. Das Herzzentrum des Evangelischen Klinikums Niederrhein, ein alter Bau, räumlich keine Schönheit, rangierte schon in den letzten zehn Jahren immer unter den Top-Ten. Die Kardiologen und Herz-Chirurgen dort genießen einen guten Ruf. „Es kommen sogar Patienten aus Düsseldorf“, kommentiert Schöls mit einem Augenzwinkern in Richtung Landeshauptstadt.

Was macht einen guten Kardiologen aus? Eine wesentliche Rolle spielt sicher die Erfahrung. Je öfter der Arzt einen Eingriff vornimmt, umso versierter wird er. Schöls setzt sechs bis acht Herzklappen pro Woche ein, ohne Operation, sondern durch einen Katheter.

Das Risiko ist niedrig

Geschickt sollte ein Kardiologe ebenfalls sein. Denn die Röhrchen, mit denen er hantiert, sind sehr filigran. Aber: „Es gehört auch ein gewisses Maß an Mut und Zuversicht dazu. Wenn man zu ängstlich ist, kriegt man vieles nicht hin“, sagt Schöls.

Der Spezialist für Herzklappen ist sich sicher: „Die Katheter-Klappe ist ein enormer Fortschritt“. Der Eingriff sei vergleichsweise einfach, das Risiko niedrig, auch für ältere Patienten. Durch moderne Behandlungsmethoden wie diese überleben Menschen, die vor 30 Jahren, als das Herzzentrum in Meiderich eröffnet wurde, an ihrer Herzerkrankung gestorben wären.

In fortgeschrittenem Alter steigt das Risiko, dass sich eine verkalkte Aortenklappe, quasi die Tür zur Hauptschlagader, nicht mehr weit genug öffnet und das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Um die verschlissene Klappe zu ersetzen, schiebt der Kardiologe einen Ballonkatheter über eine Arterie in der Leiste bis zum Herzen vor. Dort wird die verengte Aortenklappe mittels Ballondruck aufgedehnt und durch eine auffaltbare Klappenprothese ersetzt. Eine Narkose ist nicht erforderlich. Das funktioniert auch bei betagten Menschen. „Unser ältester Patient war 102 Jahre alt“, erinnert sich Prof. Schöls.

Stärkere Vernetzung mit anderen Diziplinen im Neubau

Er arbeitet seit 2004 im Herzzentrum an der Gerrickstraße. 2022, zwei Jahre später als geplant, soll das Herzzentrum in den Neubau des Klinikums in Fahrn umziehen. Eine Station mit 30 Betten ist dort bereits angesiedelt. Grund für den verspäteten Umzug sind laut Gabriele Beyer, Sprecherin des Klinikums, bauliche Verzögerungen.

Mit dem Umzug ins neue Herzzentrum des Klinikums Niederrheins werden die Räumlichkeiten moderner. „Unsere Geräte sind auch hier auf dem neuesten Stand“, versichert Schöls. „Der Vorteil ist die stärkere Vernetzung mit anderen Disziplinen“, so der Kardiologe. Hin und wieder gebe es Überlappungen, etwa mit der Neurologischen Klinik, da sei die räumliche Nähe von Vorteil. In enger Kooperation mit der Radiologie betreibt die Herzklinik am Standort Fahrn einen modernen Kernspintomografen für MRT-Untersuchungen des Herzens. Bei unsicheren Diagnosen gewinnt man im Kardio-MRT zusätzliche Sicherheit. Auch innerhalb des Herzzentrums rückt man im Neubau näher zusammen, etwa im Hybrid-Op, der von den Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam genutzt wird.

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