Schützenfest Walsum

Die Schützen in Duisburg-Aldenrade blasen ihr großes Fest ab

Thronadjudant Manfred Poster (links) grüßte die Gäste 2018 vor dem Bezirksrathaus Walsum in Duisburg.

Thronadjudant Manfred Poster (links) grüßte die Gäste 2018 vor dem Bezirksrathaus Walsum in Duisburg.

Foto: Michael Korte

Duisburg-Aldenrade.   Der Zulauf ist nicht mehr wie früher, deshalb feiert der Schützenverein Aldenrade-Fahrn kein öffentliches Fest mehr 20.000 Euro Miese gemacht.

Das Schützenfest des BSV Aldenrade-Fahrn 1837 auf dem Friedrich-Ebert-Platz ist abgesagt. Damit endet eine Tradition. „Die Leute nehmen das Fest nicht mehr so an“, sagt BSV-Präsident Frank Böttger. Vergangenes Jahr haben die Grünröcke knapp 20.000 Euro Miese gemacht. „Das ist auf Dauer nicht tragbar“, ergänzt der Vereinschef. „Da mussten wir die Reißleine ziehen.“

Nicht nur die Zahl der Festbesucher sinkt. Auch die Menge der Vereinsmitlieder nimmt ab. Momentan zählen die Bürgerschützen noch 380 Aktive und Passive. Mit der „Tendenz nach unten“.

Schützen feiern im kleinen Kreis auf ihrem eigenen Gelände

Trotz alledem werden die Schützen zumindest im kleinen Kreis feiern, also unter sich. Vom 10. bis 12. August wird das Schützenareal an der Kurfürstenstraße 134 zum Festplatz. Wie früher auf der Hildegard-Bienen-Straße und zuletzt im Partyzelt auf dem Friedrich-Ebert-Platz werden die Grünröcke wieder die Armbrust anlegen. Ob es überhaupt ein Festprogramm geben wird und wenn, wie es aussehen soll, werden die Schützen am Dienstagabend in einer Krisensitzung besprechen.

Neben dem Besucherschwund werden auch die gestiegenen Kosten als „Sargnagel“ für das Fest genannt. „Früher haben wir mal 65 D-Mark für die Platznutzung gezahlt“, erinnert sich Frank Böttger. „Jetzt verlangt die Stadt Duisburg 3100 Euro.“ Die Auflagen seien auch immer strenger geworden.

Bezirksbürgermeister Georg Salomon ist „sehr traurig“

Bezirksbürgermeister Georg Salomon ist „sehr traurig“, dass die Party nicht mehr in der Walsumer „Innenstadt“ über die Bühne geht. „Feste ziehen Menschen an, sorgen dafür, dass die Stadt belebt ist“, sagt er. Aber er hat volles Verständnis dafür, wenn die Grünröcke das öffentliche Fest absagen – „wenn es ein finanzielles Desaster ist“.

Es ist nicht die erste Krise des Vereins in jüngerer Zeit. Vor zwei Jahren, als der Club 180 Jahre alt wurde, stand er auf Messers Schneide. Die damalige Geschäftsführerin Gudrun Henne kündigte die Vereinsauflösung für den Fall an, dass sich keine Leute finden würden, die im Vorstand mitarbeiten. Der Posten des Vorsitzenden war zum damaligen Zeitpunkt schon seit drei Jahren unbesetzt, die Geschäfte führten Gudrun Henne und der 2. Vorsitzende, Arnd Heddenhausen, damals kommissarisch. Ihr Hinweis wirkte wie ein Weckruf. In letzter Sekunde hatten sich Vereinsmitglieder bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen und die Zwangsverwaltung durch einen Rechtsanwalt und die Clubauflösung abzuwenden. Damals ist Frank Böttger zum Vorsitzenden gewählt worden.

Maibaum wird Ende April auf dem Kometenplatz aufgestellt

Es ist ein schweres Erbe, das er angetreten hat. Traditionsvereine verlieren Mitglieder und es gelingt ihnen nicht, wie früher den Nachwuchs und die Öffentlichkeit zu begeistern und anzulocken.

Der Zapfenstreich und der Marsch durch die Gemeinde zum Festplatz werden in diesem Jahr auch ausfallen. Beides wird es nur rund ums Schützenhaus geben. Und doch werden die Grünröcke zumindest in einer kleinen Abordnung in Kürze am Kometenplatz zu sehen sein: Bezirksbürgermeister Georg Salomon hat sie – neben anderen – zum Aufstellen des Maibaumes am 27. April um 12 Uhr eingeladen.

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