Blick hinter die Kulissen

Ruhrtriennale: So jazzig wird die Oper „Dido and Aeneas“

20 Leser durften vorab bei einer Probe der jazzig angehauchten Barockoper „Dido and Aeneas, remembered“ dabei sein. Sie kennen jetzt das Bühnenbild der Aufführung der Ruhrtriennale in Duisburg – gezeigt werden darf es noch nicht.

20 Leser durften vorab bei einer Probe der jazzig angehauchten Barockoper „Dido and Aeneas, remembered“ dabei sein. Sie kennen jetzt das Bühnenbild der Aufführung der Ruhrtriennale in Duisburg – gezeigt werden darf es noch nicht.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Duisburg-Meiderich.  Die Ruhrtriennale bringt „Dido and Aeneas, rememberd“ in den Landschaftspark. Dabei bringt ein finnischer Gitarrist Jazz in die Barockoper.

Einen Tag zwischen Kultur, Natur und Industriekulisse haben 20 Leser und ihre Begleiter im Landschaftspark verbracht. Sie hatten beim Gewinnspiel zur Leserreise „Hinter den Kulissen der Ruhrtriennale“ eines der Doppeltickets ergattert und durften bei der Orchesterprobe zu „Dido and Aeneas, remembered“ dabei sein. Danach gab es eine Führung durch den Landschaftspark.

Der Chor der Opéra de Lyon ist in einiger Entfernung beim Einsingen zu hören, als die Leser die riesige, abgedunkelte Kraftzentrale betreten, wo früher die Gasturbinen arbeiteten, und an einem langen Tisch im Vorraum Platz nehmen. Dort lauschen sie der leitenden Dramaturgin Juliane Votteler, die in einem wahren Parforceritt durch die griechische Mythologie und Homers Ilias den Untergang Trojas schildert und ihn mit dem Untergang Karthagos in Beziehung setzt, wie er von dem römischen Dichter Vergil in ein Versepos gefasst wurde.

In die Barockoper im Landschaftspark mischt sich Jazzmusik

Die tragische Liebesgeschichte der syrischen Prinzessin Dido und des aus Troja geflohenen Halbgottes Aeneas in Karthago liefert die Handlung zur einzigen Oper des englischen Barockkomponisten Henry Purcell. Die bildet die Grundlage zu einer musikalischen Collage um das Erinnern und das Vergessen.

„Der in Ungarn geborene Opern-Regisseur David Marton hat den finnischen Jazz-Gitarristen Kalle Kalima mitten ins Barockensemble der Opéra de Lyon gesetzt, und der steckt die anderen Musiker zwischendurch mit Jazz an, das werden Sie hören“, verspricht Votteler. Die Leser sind gespannt und nehmen leise auf der Zuschauertribüne Platz.

Barockoper: „Das ist etwas Sinnliches und Aufregendes“

Die Leserinnen Monika Weber und Karola Kaufmann diskutieren über ihre Assoziationen zum Bühnenbild, auf dessen Rückwand Videoeinspielungen vom Chor zu sehen sind. „Das sieht aus wie ein Zelt über einer Ausgrabungsstätte, oder wie ein Gewächshaus“, sagt die eine. „Ich denke da eher an ein Puppenhaus, bei dem die eine Seite offen steht“, sagt die andere. Für Weber war der Gewinn ein doppelter Grund zur Freude. Sie liebt Barockopern und hat schon Karten für eine der Aufführungen in der kommenden Woche. Beim Probenbesuch holt sie sich nun Appetit: „Das ist doch so etwas Sinnliches und Aufregendes“, schwärmt sie.

In der Ausgrabungsstätte auf der Bühne erscheinen inzwischen Dido und Belinda. Die Gefährtin versucht, Dido aufzuheitern. Was sie singt, wird am First des „Puppenhauses“ in Leuchtbuchstaben ins Deutsche übertragen. Der Regisseur unterbricht die Probe auf Englisch. „Warum geht denn der Scheinwerfer nicht an? Die beiden stehen ja die ganze Zeit im Dunklen“, stellt er fest, „und das war gerade die falsche Videoeinspielung.“ Maria Weber schnuppert gerne weiter Probenluft, sie war bisher bei jeder Triennale dabei.

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