Deutsche Bahn

Pendler sehnen das Ende der Bahnstrecken-Sperrung herbei

Der Einsatz der Sonderbusse als Schienenersatzverkeher zwischen dem Essener und dem Duisburger Hauptbahnhof endet an diesem Sonntagabend. Am Montag ab 5 Uhr sollen die Züge wieder normal rollen. 

Der Einsatz der Sonderbusse als Schienenersatzverkeher zwischen dem Essener und dem Duisburger Hauptbahnhof endet an diesem Sonntagabend. Am Montag ab 5 Uhr sollen die Züge wieder normal rollen. 

Foto: Thomas Richter

Duisburg.  Alle Pendler atmen auf: Die Ersatzbusse zwischen Duisburg und Essen Hauptbahnhof haben bald ausgedient. Ab Montag fahren die Züge wieder.

„Ich bin froh, wenn am Montag die Sperrung endlich vorbei ist“, sagt Gaspare Decaro und seufzt. Der junge Mann aus Duisburg pendelt täglich mit dem Zug aus seiner Heimat zum Arbeitsplatz nach Essen. „Und manchmal haben die Ersatzbusse fast eineinviertel Stunden für die Strecke gebraucht“, so Decaro.

Zwangsumstiege und der damit verbundene Zeitverlust nervten ihn und alle anderen Fahrgäste in den vergangenen sechs Wochen. Doch am Montagmorgen ab 5 Uhr sollen alle Arbeiten an den gesperrten Streckenabschnitten abgeschlossen sein – und der Bahnverkehr zwischen Duisburg und Essen bzw. Düsseldorf wieder normal rollen.

Deutsche Bahn zieht ein positives Fazit zum Pendelverkehr

„Der Buspendelverkehr hat aus unserer Sicht im Großen und Ganzen funktioniert“, fiel das vorläufige Fazit von Kirsten Verbeek, einer Sprecherin der Deutschen Bahn, am Freitag positiv aus. Natürlich hätte es an der Hotline einige Kundenbeschwerden gegeben, räumte sie ein. Über eine Verlängerung der Reisezeit freut sich nun einmal kein Fahrgast. „Doch wir haben auch Lob dafür bekommen, dass letztlich alles ordentlich über die Bühne gegangen ist“, berichtet Verbeek.

Seit Beginn der Sommerferien vor sechs Wochen hat die Bahn die Streckensperrung auch genutzt, um auf Duisburger Stadtgebiet mehrere Baumaßnahmen durchzuführen. So wurden im Abzweig Kaiserberg zwei Kilometer Schotter und Schwellen erneuert. Im Bereich Großenbaum wurden rund neun Kilometer Schienen erneuert. Hinzu kamen Kabel- und Signalarbeiten für die zweite Ausbaustufe des Elektronischen Stellwerks in Duisburg. Weitere Großprojekte wurden auf Mülheimer und Essener Stadtgebiet umgesetzt. „Diese Maßnahmen sind auch bereits abgeschlossen“, so Verbeek.

Eisenbahnbrücke zwischen Duisburg und Mülheim war größtes Einzelprojekt

Das größte Projekt auf Duisburger Stadtgebiet war aber der Einbau der neuen Eisenbahnbrücke über den Ruhrschifffahrtskanal. Der imposante, 1600 Tonnen schwere Stahlkoloss steht zwar seit vergangenen Samstag auf seinem Platz und überquert dort auch die Landstraße Ruhrdeich. Es werden derzeit aber noch die neuen Schienen und Oberleitungen gelegt. „Das wird sich wohl bis zum letzten Sperrungstag hinziehen“, vermutet Verbeek. Entsprechend hoch sei der Adrenalinspiegel bei den Bautrupps, die wissen, dass allerspätestens am Montag um kurz vor 5 Uhr alles fertig sein muss.

Zurück im Duisburger Hauptbahnhof: An einer rollenden Infostation steht Ehab Hareer. Er zählt zu jenen Servicekräften mit knallroter Jacke und Kappe der Bahn, die allen suchenden Fahrgästen helfen sollen. „Natürlich hatten wir in den ersten Wochen noch mehr zu tun. Aber auch jetzt kurz vor dem Ende führen wir noch zehn bis 15 Gespräche pro Stunde“, sagt Hareer.

Manchmal die dreifache Zeit bis zum Essener Hauptbahnhof benötigt

Das bestätigt auch Hareers Kollege Mohammad Zreek. Der steht als DB-Helfer an jener Haltestelle am Rande der Neudorfer Straße in der Nähe des Hauptbahnhof-Ostausgangs, von der aus die Ersatzbusse abfahren. „Die Frage, die ich in den vergangenen Wochen am häufigsten gestellt bekommen habe, lautete: Wann hört das mit dem Ersatzverkehr endlich auf?“, sagte Zreek. Er habe Hilfesuchenden auf Deutsch, Englisch und Arabisch weiterhelfen können.

Keine Hilfe benötigt Tom Jäschke. Der Pendler weiß, in welchen Bus er einsteigen muss. In den vergangenen sechs Sperrungswochen nutzte er der Ersatzverkehr täglich für die Fahrt zur Arbeit nach Essen. „Ich habe mal die doppelte, manchmal auch die dreifache Zeit der üblichen Zugfahrt bis zum Essener Hauptbahnhof benötigt“, erzählte der Duisburger. Gerade bei der Frühschicht sei das nervig gewesen, musste er doch deshalb noch früher als sonst aufstehen. Auch Jäschke atmete auf: „Gut, wenn am Montag die Züge wieder fahren.“

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