Kriminalität

Plakataktion der Polizei in Homberg: „Du kennst die Räuber!“

Die Polizeihauptkommissare Harald Arns (links) und Andreas Lorenz mit einem der Plakate, die in Homberg aufgehängt wurden.

Die Polizeihauptkommissare Harald Arns (links) und Andreas Lorenz mit einem der Plakate, die in Homberg aufgehängt wurden.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Weil Täter und Zeugen schweigen, versucht es die Polizei Duisburg mit einer Plakataktion. Es geht um die Raubserie einer 40-köpfigen Jugendbande.

Da staunten die Leute nicht schlecht, als am Dienstag plötzlich mehrere Polizeiwagen auf den Bürgermeister-Bongartz-Platz in Homberg fuhren. Die Polizisten hatten Plakate dabei. „Zeig Mut – Zeig an“ und „Du kennst die Räuber“ war darauf zu lesen. Darunter standen die Kontaktdaten des ermittelnden Duisburger Kriminalkommissariats 13.

Eine Einsatzhundertschaft und Bezirksbeamte waren Dienstag und Mittwoch in Homberg unterwegs, um Plakate in Tatortnähe aufzuhängen. Unter anderem brachten sie ihren Aufruf an der Moerser Straße und der Kirchstraße an. Zudem wurde auf dem Homberger Wochenmarkt am Mittwoch um Hinweise gebeten.

Worum geht es? Von November 2019 bis Januar 2020 hielt eine Raubserie Homberg in Atem. Der Tatablauf war immer ähnlich: In unterschiedlicher Zusammensetzung stürmten die maskierten Täter in Kioske, Lotto-Annahmestellen oder Trinkhallen, drohten mit einer Waffe, forderten Bargeld und flüchteten zu Fuß. Ende Dezember nahm die Polizei vier Jugendliche nach einem Überfall auf ein Lottogeschäft fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden zwei der vier Jugendlichen dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Maskierungen und Waffen

Im Januar durchsuchte die Polizei dann acht Wohnungen. Beweismittel wie Maskierungen und Waffen wurden sichergestellt. Eine Jugendbande mit 40 Mitgliedern im Alter von 14 bis 16 Jahren konnte überführt werden. Nach aktuellem Ermittlungsstand sollen sechs Raubüberfälle in Homberg auf ihr Konto gehen. „Die Täter schweigen zu den Vorwürfen. Zeugenaussagen weisen darauf hin, dass viele die Täter kennen, sich aber keiner näher äußern will“, erklärt Jonas Tepe von der Pressestelle der Polizei Duisburg. „Deshalb suchen wir nun Zeugen mithilfe einer Plakataktion.“

In einem Drogeriemarkt positionierten die Beamten die Plakate im DIN A3-Format im Schaufenster. Eine Drogeriemitarbeiterin fand klare Worte: „Viele Kollegen fühlen sich in Homberg nicht mehr sicher. Wenn wir abends den Laden schließen und noch einer auf die letzte Sekunde einkaufen möchte, haben wir Angst vor Überfällen.“ Sie selbst fährt nicht mehr den fünfminütigen Weg mit dem Rad nach Hause, sondern lässt sich von ihrem Mann mit dem Auto abholen. Aus Schutzlosigkeit, wie sie sagt.Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Das Gefühl scheint verbreitet zu sein: Kürzlich sammelte ein Frauentrio Unterschriften für den Erhalt der Homberger Polizeiwache. Die Frauen forderten mehr Streetworker, Videoüberwachung und Präsenz des Ordnungsamtes. „Jetzt ist es wichtig, dass wir weitere Taten verhindern und dass sich Menschen melden, die die Täter kennen, durch die Täter von den Überfällen gehört haben und Näheres wissen“, betont Tepe. „Die Taten werden nicht vergessen. Wir bleiben dran.“

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 13 der Polizei Duisburg telefonisch unter oder per Mail unter Raubseriehomberg.Duisburg@polizei.nrw.de entgegen.

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