Prozess

Polizisten in Duisburg beleidigt? Freispruch für Fortuna-Fan

Schauplatz der Verhandlung gegen den Fan von Fortuna Düsseldorf: das Landgericht und Amtsgericht am König-Heinrich-Platz in Duisburg.

Foto: Stephan Eickershoff

Schauplatz der Verhandlung gegen den Fan von Fortuna Düsseldorf: das Landgericht und Amtsgericht am König-Heinrich-Platz in Duisburg. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Einem Düsseldorf-Fan war vorgeworfen worden, bei der von Tumulten begleiteten Partie beim MSV Duisburg einen Polizisten beleidigt zu haben.

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Mit einem Freispruch endete vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz das Verfahren gegen einen 57-jährigen Düsseldorfer. Ihm war vorgeworfen worden, bei der von tumultartigen Zuständen begleiteten Begegnung des MSV mit Fortuna Düsseldorf am 29. April 2016 in der Schauinsland-Arena einen Polizisten als „Bullen“ bezeichnet und ihn angefahren zu haben, der Beamte solle die Fresse halten.

Der Angeklagte hatte wegen Beleidigung einen Strafbefehl über 1200 Euro (40 Tagessätze zu je 30 Euro) erhalten und dagegen Widerspruch eingelegt. Die Strafrichterin wollte die Verurteilung allerdings nicht auf die belastende Aussage eines einzigen Polizisten stützen, dessen Kollegen keine Erinnerung mehr hatten und dessen Angaben im Zeugenstand zudem durch die Aussagen unbeteiligter Zeugen relativiert wurden.

Unbeteiligte Freundin war im Gerangel zu Fall gekommen

Die hatten dafür allerdings zu berichten gewusst, dass dem Angeklagten von den Ordnungshütern ohne ersichtlichen Grund ein Bierbecher aus der Hand geschlagen und er gegen eine Wand gedrückt worden war. Auch die völlig unbeteiligte Freundin des 57-Jährigen war im Gerangel zu Fall gekommen.

Notwendig geworden war das zweitägige Verfahren nur deshalb, weil sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung nicht auf eine Geldbuße einigen konnten, gegen deren Zahlung das Verfahren hätte eingestellt werden können. Die Staatsanwaltschaft hatte 600 Euro verlangt, der Angeklagte aber nicht mehr als 300 Euro zahlen wollen.

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