Kultur

Reise ins Boyband-Zeitalter mit Stofftieren und Kreischen

Wie im echten Leben gibt’s auch in der Show „Boybands forever“, einen Sunnyboy, einen Sportlichen, einen Bösen, einen Hübschen und einen, an den sich niemand erinnern kann.

Foto: Alexandra Roth

Wie im echten Leben gibt’s auch in der Show „Boybands forever“, einen Sunnyboy, einen Sportlichen, einen Bösen, einen Hübschen und einen, an den sich niemand erinnern kann. Foto: Alexandra Roth

Duisburg.   Die Songzeilen kamen den Zuschauerinnen noch flüssig über die Lippen, als sie „Babe“ mitsangen. Öffentliche Probe am Samstagabend im TaM.

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Die Pop-Masterclass 2017 (alias das Publikum im Theater im Marientor) hat ihren Abschluss bravourös bestanden: Comedian Thomas Hermanns hatte am Donnerstagabend eine Fortbildung der besonderen Art organisiert. Für seine Show „Boybands forever“ hatte er fünf Jungs in den USA und Großbritannien casten lassen, die die klassische Boyband der 1990er Jahre verkörpern sollte.

Gespickt mit allerlei wissenswerten und unnützen Fakten, die Moderator Dittmar Bachmann über das Genre präsentierte, reihte sich bei der Generalprobe Hit an Hit – und die Zuhörerinnen konnten jeden laut mitsingen. Für Hermanns ist es der erste Ausflug ins Musical-Genre: „Leute, ich hab’ heute ab drei Uhr nachmittags abwechselnd Prosecco und Espresso getrunken. Ich weiß nicht, was mehr kickt.“

Kostümwechsel und Regendusche inklusive

Dem Publikum rief er zu: „Ihr seid die Hebammen, die meinem Baby auf die Welt helft.“ So viel sei verraten: Die Geburt war ein Selbstläufer – eine Zeitreise zwischen „Hach“, „Oooh“ und „Yeah“, Kostümwechsel und Regendusche inklusive. Die meisten Gruppen bestanden aus fünf jungen Männern. Es gab immer einen Sunnyboy (Josh Randall), einen mit Supermuskeln (Christopher Haul), den Hübschen, der sich später meist als schwul outete (Robbie Culley), Typ D wie „Dangerous, Drogen, Duisburg“ (David Lei Brandt) und den Fünften, der alles können musste, aber an den man sich später nicht mehr erinnern kann (Hector Mitchell-Turner).

Die fünf Darsteller sind den Boygroup-Klischees wie aus dem Gesicht geschnitten, können singen und tanzen und sehen nicht nur angezogen guten aus: Kreisch-Alarm! Und weil in fast jedem Video es mal regnete und die Musiker sich nass räkelten, werden die Jungs auch auf der Tam-Bühne unter die Dusche gestellt.

Songs von Take That und der Backstrett Boys

Da wird der Gesang fast zur Nebensache, doch auch der kann sich hören lassen – sowohl bei den tanzbaren Stücken wie „Everybody“, „Step by Step“ oder „Bye, Bye, Bye“ und den Balladen wie „Breathe easy“. Die Songs stammen aus dem Repertoire der Backstreet Boys und Take That, ab und zu gibt’s mal was von Worlds Apart, Blue oder One Direction. Die jüngste Truppe, die erst vor ein paar Jahren große Erfolge feierte, wurde nach dem gleichen Schema zusammengestellt. Beim großen Singalong, bei dem die Zuschauer mitsingen sollten, wurde der Text zwar an die Wand projiziert, den meisten kamen „Back for good“ oder „Babe“ aber auch so noch flüssig über die Lippen.

Das Theater am Marientor war zwar nicht ausverkauft, aber die Fans waren begeistert. Ins Publikum hatte sich übrigens auch Oliver Pocher gemischt, der in seiner Comedy-Show Boygroups parodiert. „Ich kenne Thomas Hermanns seit Jahren, deshalb wollte ich mir die Show ansehen“, erklärt Pocher. Er ist begeistert von den Jungs: „In drei Wochen kann man die schon nicht mehr von einer echten Boygroup unterscheiden.“

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