Jazz-Konzert

Sängerin Ida Sand auf den Spuren schwarzer Diven in Duisburg

Ida Sand war jetzt in der Lutherkirche in Duisburg-Duissern zu erleben. Hier bei einer Signierstunde 2012 in Unna.

Ida Sand war jetzt in der Lutherkirche in Duisburg-Duissern zu erleben. Hier bei einer Signierstunde 2012 in Unna.

Foto: Karl Dittrich / WR

Duisburg.  Die Schwedin war jetzt im Trio im ausverkauften Intermezzo-Konzert in der Luther-Kirche zu erleben. Programm mit lohnenden Wiederentdeckungen

Die schwedische Sängerin Ida Sand steht für Jazz, rotzigen Bar-Blues, pechschwarzen Soul und groovenden Motown-Sounds, die sie in der Tradition von großen Diven wie Aretha Franklin oder Nina Simone präsentiert. Jetzt war die 1977 in Stockholm geborene Tochter einer Musiker-Familie, die von Bandleader Nils Landgren für Siggi Lochs anspruchsvolles ACT-Label entdeckt wurde, erstmals beim Intermezzo-Konzert in der Lutherkirche zu Gast, wo sie im Trio vor vollem Haus ihre aktuelle CD „Soul Kitchen“ mit erdigen und groovenden Songs von Ray Charles und Al Green vorstellte.

Begleitet von ihren Landsleuten Nicci Notini Wallin am Schlagzeug und Sven Lindvall am Bass orientiert sich die stimmgewaltige Vocalistin an den musikalischen Schöpfungen des guten alten Soul-Zeitalters, das eine Wiederentdeckung durch eine solche Sängerin wie Ida Sand auf jeden Fall lohnt. Das treue und interessierte Duisserner Kirchenpublikum erlebte ein starkes Konzert mit knackigen Blues- und Soul-Arrangements, die man von dieser Qualität und Direktheit nur noch ganz selten hört.

Eröffnet wurde der vielversprechende Abend mit „Take me to the River“ von Al Green, einem Soul-Klassiker, der bei Ida Sand in guten Händen war. Es folgte „Where the Hell are You“, ein Thema, das bei der famosen Sängerin, die in einer Kirchen-Familie aufwuchs, nach eigener Aussage von einer echten Expertin behandelt wurde. Löblich unterstützt wurde sie von ihrer kleinen Rhythmus-Gruppe, die ganz ohne Mätzchen die große Stimme ihrer Sängerin pointiert und souverän begleitete.

„Spooky“ lautete der Titel ihres nächsten Songs, eines alten Hits von Dusty Springfield, den man einst bei der großen Schwester im Radio hören konnte. Von Bessie Smith stammt dann der „Empty Black Blues“, den einst die Barmusiker in den Saloons spielten, denen Ida Sand mit ihrer schwarzen Stimme die Ehre erwies. Nach der Pause ging es weiter mit „I Believe“ von Ray Charles, weiteren starken Blues-Nummern und dem grandiosen Funky-Kracher „Just kissed my Baby“ von den beinahe vergessenen Meters, den Ida Sand vor musikalischer Energie strotzend auf ihrem E-Piano spielte.

Zuletzt gab es dann noch Joni Mitchells „Woodstock“ zu hören. Das Trio verabschiedete sich mit einem stimmungsvollen Gospel-Song, der hier begeistert gefeiert wurde. Ganz viel Beifall.

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