Ingenieurwissenschaften

Schwebende Kuchen bei Duisburger Uni-Nacht

Die Fakultät für Ingenieurwissenschaften zeigte neueste Entwicklungen und lud ein zur Experimente-Show.

Die Fakultät für Ingenieurwissenschaften zeigte neueste Entwicklungen und lud ein zur Experimente-Show.

Foto: Ute Gabriel

Duisburg.   Deutschland gehen die Ingenieure aus. Um Schüler für die Technik zu begeistern, lud die Duisburger Uni zur Engineer’s Night.

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Es gibt ein großes Nachwuchsproblem bei den Studiengängen der Ingenieurwissenschaften. Davon ist Wolfgang Brockenhoff, akademischer Direktor der Halbleitertechnik an der Universität Duisburg-Essen, überzeugt: „Jedes Jahr gehen etwa 10 000 Ingenieure in Deutschland in Rente. Alle Universitäten bilden jährlich aber gerade mal knapp so viele Studenten aus. Und der Bedarf steigt.“ Um diesem Mangel entgegenzuwirken organisierte die Fakultät der Naturwissenschaften am Freitagabend zum zehnten Mal die Engineer’s Night.

Hunderte Interessierte vom Grundschüler bis zum Rentner schauten sich nicht nur Hörsäle an, sondern entdeckten an verschiedenen Stationen auch die kleinen Wunder der Technik.

Unter Wasser Sandburgen bauen

Auch der 17-jährige Tobias denkt über ein Studium der Ingenieurwissenschaften nach: „Die Veranstaltung heute ist sehr informativ. Das hat auf jeden Fall geholfen.“ An die Duisburger Universität möchte er aber eigentlich nicht: „Ich würde gerne weit weg, vielleicht nach Wien.“

Seine 15-jährige Schwester Lisa ist dafür umso begeisterter. Von Physik-Student Petros Polichronidis lässt sich die Schülerin den Lotus-Effekt erklären. Vor sich hat sie ein Reagenzgas gefüllt mit buntem Sand. „Der ist wasserabweisend“, sagt der Physik-Student, „so kannst du unter Wasser Sandburgen bauen.“ Lisa folgt der Anweisung und bildet eine Art Türmchen mit den bunten Körnern: „Wo kann man den kaufen?“, strahlt sie. Den könne man auch selber machen: mit Sand um Imprägnierspray, antwortet der Student.

Für noch mehr Begeisterung bei den Besuchern sorgt am Freitagabend aber der 3D-Drucker. Das Gerät ist mit einem Kunststoffdraht verbunden, der von einer Spule abgewickelt wird. Durch eine beheizte Düse schmilzt der Draht und wird an den entsprechenden Stellen aufgetragen. „Das ist wie früher Malen nach Zahlen. Das Gerät fährt eine Außenkontur lang, malt die dann innen aus und macht sich an die nächste Schicht“, sagt Jan Sehr, Dozent an der Universität.

Ein Turm wie aus dem Ü-Ei

Im Drucker entsteht gerade ein kleiner, schwarzer Turm, wie er auch aus einem Überraschungs-Ei stammen könnte. Daneben stehen kleine Modelle aus Metall oder auch eine Schädel-Replikation aus Kunststoff. „Der 3D-Drucker stellt Bauteile so genau und detailreich her, wie es keine andere Fertigungstechnik kann“, erklärt Sehrt den Umstehenden, „in der Medizin und in der Raumfahrt kommt der Drucker zum Beispiel oft zum Einsatz.“ An der Universität Duisburg-Essen dürfen die Studenten den Drucker kostenlos nutzen.

Ein paar Meter neben dem Drucker führt eine Tür in den Hörsaal. Bei einer Experimente-Show werden Kuchen zum Schweben gebracht und Flüssigkeiten bunt gefärbt. Der zwölfjährige Louis ist begeistert: „Ich interessiere mich sehr für Technik. Am meisten Spaß hat es mir heute gemacht, mit dem Segway zu fahren.“

Wolfgang Brockerhoff von der Universität hofft, noch mehr Schüler begeistert zu haben: „Das Schöne an einem solchen Studium ist, dass man nicht direkt weiß, wo man später landet. Man kann ein Kraftwerk bauen oder aber die nächste Handy-Generation entwickeln.“

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