Gerichtsurteil

Sie soll putzen statt studieren: Duisburger schlägt Ehefrau

Wegen Gewalt gegen seine Ehefrau wurde ein Duisburger zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro verurteilt.

Foto: Uli Deck / dpa

Wegen Gewalt gegen seine Ehefrau wurde ein Duisburger zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro verurteilt. Foto: Uli Deck / dpa

Duisburg.  Ein 26-jähriger Beecker muss für Attacken auf seine Noch-Ehefrau 2400 Euro zahlen. Die hatte den Mann wegen Körperverletzung angezeigt.

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Ob die Ehe zwischen einem Kanalbauer und einer Studentin je glücklich war, musste am Montag vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz nicht geklärt werden. Fest stand für die Strafrichterin, dass sie mit einem brutalen Übergriff endete: Am 25. Februar 2017 attackierte ein 26-jähriger Mann aus Beeck seine Frau. Die verließ ihn und zeigte ihn wegen Körperverletzung an.

Angeklagter Duisburger: "Alles Lügen"

Der Angeklagte bestritt gestern jede Schuld. „Das sind alles Lügen. Ich habe ihr nie etwas getan. Sie darf doch sogar studieren. Mir fehlen die Worte.“ Seiner getrennt lebenden Ehefrau fehlten diese aber nicht. „Er hat mich in den letzten Monaten immer wieder bestraft, wenn ich nicht das getan habe, was er wollte“, berichtete die 27-Jährige. So habe der Ehemann sie geschlagen, weil sie zur Uni wollte, statt bei seiner Mutter die Wohnung zu putzen.

Am Tattag sei der Angeklagte dagegen gewesen, dass sie ihre Eltern besuche. „Er hat mich gegen eine Wand gedrückt und mir so an den Hals gefasst, dass mir die Luft wegblieb.“ Aus Angst vor weiteren Übergriffen habe sie ihren Eltern erstmals von der Brutalität ihres Mannes berichtet und sei, statt zu ihm zurückzukehren, zur Polizei gegangen.

Mahnung der Richterin ignoriert

Für die Körperverletzung war der 26-Jährige per Strafbefehl bereits zu 900 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt worden. Der hatte dagegen Einspruch eingelegt, um sich vor Gericht zu rechtfertigen. Die Mahnung der Richterin, dass es am Ende auch teurer werden könne, schlug der Angeklagte allerdings in den Wind.

Am Ende der Beweisaufnahme ignorierte er die letzte Chance, seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Aufgrund der tatsächlichen Einkommensverhältnisse des 26-Jährigen verurteilte ihn die Strafrichterin zu 2400 Euro, wobei sie die Tagessatzhöhe von 15 auf 40 Euro anhob. „Kann ich den Einspruch jetzt noch zurücknehmen?“ Die Frage des Angeklagten kam leider genau fünf Minuten zu spät.

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