Sozialgericht Duisburg

Sozialgericht: Jubilare feiern 40-jähriges Dienstjubiläum

Feierten gemeinsam ihr 40-jähriges Dienstjubiläum: Axel Schmidat und Ursula Pulina vom Sozialgericht Duisburg.

Feierten gemeinsam ihr 40-jähriges Dienstjubiläum: Axel Schmidat und Ursula Pulina vom Sozialgericht Duisburg.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ursula Pulina und Axel Schmidat vom Sozialgericht Duisburg feierten kürzlich ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Sie blicken gemeinsam zurück.

Gleich zwei Mitarbeiter des Sozialgerichts Duisburg feierten kürzlich ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Bei Personalsachbearbeiterin Ursula Pulina (58) ist das Besondere, dass sie 38 ihrer 40 Arbeitsjahre im Haus an der Mülheimer Straße in Neudorf verbracht hat. Axel Schmidat hat bei seinem Werdegang mehrere Stationen in drei Städten durchlaufen, seit 2014 fungiert er am Standort Duisburg als Geschäftsleiter aber in einer der verantwortlichen Positionen. Wir haben beide zum Gespräch getroffen.

Wenn Ursula Pulina an den 1. August 1979 zurückdenkt, ist sie in Gedanken sofort beim Amtsgericht Oberhausen. Dort absolvierte die Großenbaumerin damals ihre Ausbildung zur Beamtin im mittleren Justizdienst. Gleich vom ersten Tag an schaute sie den Sachbearbeitern über die Schulter, musste auch schnell selbstständig Aufgaben übernehmen. „Damals gab es keine Computer, da haben wir noch mit mechanischen Schreibmaschinen gearbeitet. Das waren auch aus technischer Sicht ganz andere Zeiten“, erinnert sich die Regierungsamtsinspektorin.

Das Verhalten einiger Kläger am Sozialgericht ist manchmal grenzwertig

In dieser Laufbahn sei sie eher zufällig gelandet. „Ich hatte mir als junge Frau auch eine Anstellung bei einem Arzt oder einer Versicherung vorstellen können“, sagt Pulina. Letztlich sei es eine Fügung des Schicksals gewesen. „Die Sicherheit dieses Job als Beamtin hat bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt“, so die Jubilarin. 1981 folgte dann ihr Wechsel von Oberhausen zum Sozialgericht Duisburg. Und weil das Verhältnis im Kollegenkreis fast über vier Jahrzehnte hinweg durchweg positiv gewesen sei, habe es sie auch nie auf eine andere Stelle in einer anderen Stadt gezogen.

Und was hat sich im Laufe der 40 Jahre am meisten verändert? Da grübelt Pulina kurz und antwortet: „Das Auftreten mancher Kläger ist inzwischen grenzwertig.“ Da nickt Axel Schmidat (57) zustimmend. „Manche glauben sich hier wie bei einer Fernsehgerichtsshow aufführen zu müssen. Die bekommen von unseren Richtern dann nicht selten zu hören: Wir sind hier nicht bei Barbara Salesch.“ Seit der Einführung von Hartz-IV- und Sozialhilfeleistungen im Jahr 2006 habe sich dieser Trend von Jahr zu Jahr verstärkt. „Das macht es für unsere Mitarbeiter nicht einfacher“, sagt Schmidat.

Rund 130 Mitarbeiter gibt es am Sozialgericht, das neben Duisburg auch für Essen, Mülheim, Oberhausen sowie die Kreise Kleve und Wesel zuständig ist. Den etwa 40 Richtern steht Gerichtspräsident Ulrich Scheer vor. Axel Schmidat als Geschäftsleiter ist der oberste Vorgesetzte der 50 Tarifbeschäftigten im Haus sowie der Kostenbeamten, der Rechtspflege und der Kräfte in den Bereichen Sicherheit, Post, Archiv und Hausmeistertätigkeit.

Verdichtung der Arbeit ist für die gealterte Belegschaft deutlich spürbar

Schmidat hatte seine Ausbildung im Jahr 1979 am Amtsgericht Essen begonnen. „Da war ich in der Vormundschaftsabteilung tätig. Ich musste in den ersten Tagen zunächst einmal lernen, was überhaupt ein Aktenzeichen ist“, erzählt der Dinslakener und schmunzelt. Es folgten mehrere Wechsel – etwa nach Essen zum Landessozialgericht oder nach Düsseldorf. Ans Sozialgericht Duisburg, wo er auch schon einige Jahre zuvor beruflich aktiv war, kehrte er dann zurück und übernahm 2014 seine neue Aufgabe im gehobenen Dienst als Geschäftsleiter.

„Als solcher ist man quasi der Verwaltungschef und stellt ein Bindeglied zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten des Gerichts sowie der Belegschaft dar“, erklärt Schmidat seine Aufgabe. Was er besonders mag? „Die Vielfalt meines Jobs. Ich weiß heute oft nicht, was der morgige Tag für Aufgaben bringt.“ In den vergangenen vier Jahrzehnten sei eine Verdichtung der Arbeit zu spüren, bestätigt Schmidat. Und das das Haus über ein relativ hohes Durchschnittsalter verfüge, wirke sich diese Mehrbelastung auch auf die Belegschaft aus.

Deswegen versucht Schmidat auch, genügend junge, belastbare Nachwuchskräfte fürs Haus zu gewinnen, in dem selbst nicht ausgebildet wird. „Die Akquise von jungen Kräften wird aber auch immer schwieriger“, räumt er ein. Und die emotionale Bindung der neuen Generation an den Arbeitgeber sei oft nicht mehr so ausgeprägt wie zu seiner Einstiegszeit in den Job. „Wir haben heute eine viel höhere Fluktuation“, sagt Schmidat. Dabei kann das Sozialgericht Duisburg seit vergangenem Jahr mit einer besonders flexiblen Arbeitszeitregelung punkten. Zwischen 6.30 und 20 Uhr können Beschäftigte ihre Stunden legen. „Das ist vor allem für Frauen in Teilzeit ein attraktives Angebot“, sagt Schmidat. Und diesmal nickt Ursula Pulina zustimmend. Sie macht von diesem Angebot Gebrauch.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben