Studierendenwerk

Studierendenwerk Essen-Duisburg fordert mehr Geld vom Land

Am Studentenwohnheim Schemkesweg in Neudorf hat die Sanierung begonnen.

Am Studentenwohnheim Schemkesweg in Neudorf hat die Sanierung begonnen.

Foto: Fabian Strauch / Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Mehr Zuschüsse und ein Investitionsprogramm des Landes für Immobilien fordert Jörg Lüken, Geschäftsführer des Studierendenwerks Essen-Duisburg.

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2018 fordert der Geschäftsführer des Studierendenwerks Essen-Duisburg, Jörg Lüken, mehr Zuschüsse vom Land und ein Investitionsprogramm für die Sanierung der Wohnheime und anderer Immobilien. „Wir kümmern uns mittlerweile um rund 56 Prozent mehr Studierende als noch vor zehn Jahren“, so Jörg Lüken. „Die Zuschüsse des Landes sind jedoch nicht mitgewachsen. Dies stellt uns vor große Herausforderungen.“

Mehr Geld nur für Kitas und Bafög-Verwaltung

Das Studierendenwerk betreibt an den Standorten Duisburg und Essen (UDE) sowie Mülheim und Bottrop (Hochschule Ruhr-West) Wohnhäuser (19 mit rund 2500 Wohneinheiten), Mensen und Kindergärten, bietet außerdem Beratung für Studierende an und bearbeitet die Bafög-Anträge. Mehr Geld gab’s zuletzt allerdings nur für die Kitas und die Bafög-Verwaltung. Die allgemeinen Landeszuschüsse blieben nahezu unverändert bei jährlich rund 3,2 Millionen Euro. Die Folge steigender Studierendenzahlen: Während vor zehn Jahren noch 113 Euro zur Verfügung standen, waren es 2018 nur noch 99 Euro.

Zwar schreibt das Studierendenwerk (366 Beschäftigte) noch keine roten Zahlen – der Geschäftsbericht weist gegenüber dem Vorjahr ein leicht verbessertes Ergebnis von rund 1,9 Millionen Euro nach Steuern aus – langfristig könne man aber angesichts steigenden Aufwands keine schwarzen Zahlen schreiben, ohne Mieten und Preise in den Mensen zu erhöhen, warnt Lüken.

Instandhaltung und Sanierung sind teuer

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Studierendenwerke NRW fordert Essen-Duisburg deshalb ein Investitionsprogramm der Landesregierung, um dem Sanierungsstau entgegenzuwirken und den Verlust von Wohneinheiten zu vermeiden. „Die Instandhaltung und Sanierung unserer Wohnanlagen, aber auch der gastronomischen Einrichtungen, ist sicherlich eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre, für die wir dringend politische Unterstützung benötigen und fordern“, so Jörg Lüken. Zuletzt wurde die Sanierung des Wohnheims am Essener Niehuskamp abgeschlossen, am Schemkesweg in Neudorf begonnen. „Danach hat das Wohnheim Tulpenstraße in Neudorf den größten Sanierungsbedarf“, so Sprecherin Johanne Peito. Geplant ist der Neubau der Hauptmensa am Campus Duisburg – dafür stellt das Land 23 Millionen Euro zur Verfügung.

Gestiegen ist auch der Aufwand für die Beratung. In 2018 musste die soziale und psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks erstmals eine Warteliste einführen. 1.346 Beratungskontakte wurden im Jahr 2018 gezählt. Im Schnitt warten Studierende nach einem ersten Gespräch acht Wochen auf einen Folgetermin. Bei akuten Problemen und Fragen können Studierende jedoch eine wöchentliche offene Sprechstunde aufsuchen, für die eine Anmeldung nicht notwendig ist. Ein solches niederschwelliges Angebot für Studierende ist nahezu einmalig in Deutschland.

Der Geschäftsbericht 2018 ist online auf der Website des Studierendenwerks zum Download verfügbar: www.stw-edu.de/presse/mediathek.

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