Cosplay-Messe

Cosplayer feiern bei der Tropicon am Wolfssee in Duisburg

Diese Gäste der Cosplay-Messe Tropicon 2019 am Duisburger Wolfssee nennen sich Romy Naima Kerkmann, Jana Darlene Rudolph, Helia Tourgoli Ghahfarkhi und Lara Pfeil.

Diese Gäste der Cosplay-Messe Tropicon 2019 am Duisburger Wolfssee nennen sich Romy Naima Kerkmann, Jana Darlene Rudolph, Helia Tourgoli Ghahfarkhi und Lara Pfeil.

Foto: Michael Dahlke / Funke Foto Services

Duisburg-Wedau.  Bei der Cosplaymesse Tropicon zeigten Besucher am Samstag in Duisburg Kostüme aus Mangas wie „Fate/Zero“ und Spielen wie „League of Legends“.

Es ist ein Bild für die Götter: Französische Dienstmädchen, verwegen gewandete Steampunker und Anime-Charaktere mit übergroßen Schwertern vereint in einer Aufgabe – Entenmist schaufeln. Denn bevor die vierte Tropicon, die Duisburger Open-Air Cosplaymesse, am Samstag im Freibad Wolfsee so richtig starten kann, beseitigen Veranstalter und Besucher gemeinsam die Hinterlassenschaften des Federviehs.

Noch bunter als das Federkleid der Erpel sind am Wochenende nur die Kostüme der vielen Cosplayer. Cosplayer sind Fans, die sich als Figuren aus Animes, Mangas oder Spielen verkleiden. Sie kostümieren sich aber nicht bloß, sie spielen ihre Charaktere auch nach – das Wort „play“ steckt schließlich nicht umsonst im Namen.

Cosplayer lassen sich in selbst geschneiderten Kostümen fotografieren

Die Schauspielerei war es auch, die Katharina vor zwei Jahren zum Cosplay getrieben hat, am Samstag ist sie als Kofuku aus dem Manga Noragami verkleidet. „Und super ist auch die Tatsache, dass es hier kein Konkurrenzdenken gibt“, freut sie sich: „Wenn man jemanden trifft, der den selben Charakter cosplayed, tauscht man sich über die Kostüme aus und macht zusammen Fotos.“

Überhaupt, das Fotografieren ist ein wichtiger Teil der Tropicon. Auch Katharinas Freundin Mara, kostümiert als „Pool Party Miss Fortune“ aus dem Spiel „League of Legends“, hat geplant, sich von ein paar der vielen Hobbyfotografen ablichten zu lassen. Sie ist mittlerweile seit vier Jahren dabei und schneidert ihre Kostüme selbst. „Das ist ein großer Teil der Cosplay-Faszination“, weiß Veranstalter Colin Raymond, „90 Prozent der Kostüme hier sind selbstgemacht.“

Tropicon Deutschlands einzige Open-Air-Convention für Cosplayer

Der Wahl-Essener aus England mag zwar auch die Cosplay-Conventions in großen Messehallen, sieht aber auch ein großes Problem der überdachten Veranstaltungen: „Atmosphäre gleich Kacke.“

Soll heißen, dass Deutschlands einzige Open-Air-Convention für Cosplayer den Vorteil der Wald- und Seekulisse der Sechs-Seen-Platte hat. „Die Leute sprechen sich in Gruppen ab, machen Fotos zu Lande und zu Wasser und können Gleichgesinnte treffen“, freut sich Raymond.

Freundschaftliche Atmosphäre im Freibad Wolfssee

Der Erfolg spricht für die Tropicon. „Viele Cosplayer die heute hier sind, haben im letzten Jahr mit ihren Kostümen angefangen“, berichtet der Engländer grinsend und genießt die zweifellos entspannte, freundschaftliche Atmosphäre im Strandbad Wedau.

Da macht ihm auch das nieselige Graupenwetter keine Sorgen. „Das wechselt sich immer ab, brüllend heiß oder ein bisschen regnerisch.“

Zwischen einem Meer aus neonbunten Haaren, knalligen Hawaiihemden und Cosplayern mit Katzenschwänzen tummeln sich auch Jana und Dennis, beide verkleidet als Charaktere aus dem Manga „Fate/Zero“. Jana, mit schwarzem Minikleid und schwarzem Riesenschwert als „Saber Alter“ kostümiert, beschreibt ihre Faszination für Cosplay. „Das Bauen der Kostüme und Requisiten ist für mich das Schönste daran, aus simplen Materialien etwas Großes zu erschaffen.“

Freund Dennis, verkleidet als „Kiritsugu“, wählt seine Charaktere nach seinem eigenen Charakter aus. „Wenn ich eine Figur gut finde und sie mir ähnlich ist, baue ich mir das entsprechende Kostüm.“

Tropicon ist keine Ego-Messe für Cosplayer

Steffen aus Kiel ist zwar nicht verkleidet, hält dafür aber gerade Janas „Saber Alter“ für die Ewigkeit fest. „Ich habe viele Freunde, die cosplayen, dann habe ich mir irgendwann eine Kamera zugelegt und angefangen zu fotografieren“, sagt der begeisterte Cosplay-Fan, der extra um 1 Uhr in der Nacht mit dem Zug aufgebrochen ist, um es zur Tropicon zu schaffen. „Ich habe auf solchen Conventions einfach immer großen Spaß, und die Stimmung ist absolut entspannt.“

Derweil haben die Veranstalter auf der Bühne die Partymusik aufgedreht, trotz Nieselregen tanzen schon die ersten Charaktere sehr auffällig und extrovertiert. Denn natürlich geht es am Samstag nicht zuletzt darum, gesehen zu werden.

Trotzdem ist die Tropicon keine Ego-Messe. Während sich die ersten Cosplayer schon für Wasserfotos ins bitterkalte Nass stürzen, fachsimpeln andere über den Kostümbau, obwohl sie sich erst seit ein paar Minuten kennen. Und so feiern die kostümierten Wilden am Samstag ihr Hobby – und sich selbst.

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