Nahverkehr

Duisburger Fünftklässlerin kämpft für mehr Busse zur Schule

Mehr geht nicht: Der Bus ist bis zum Anschlag voll. Die beiden Trittbrettfahrer mussten wieder aussteigen.

Mehr geht nicht: Der Bus ist bis zum Anschlag voll. Die beiden Trittbrettfahrer mussten wieder aussteigen.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Buchholz.   Seit zehn Jahren beschweren sich Eltern bei der DVG, weil die Busse überfüllt sind. Jetzt will die Fünftklässlerin Leonie Unterschriften sammeln.

Jeden Tag das gleiche Gedränge: Schüler schubsen und stoßen, um doch noch in den 940er zu kommen. Jüngere, so wie Leonie Pelzer, haben da schlechte Karten. Das Mädchen aus Großenbaum geht seit dem Sommer zur Gesamtschule Süd, fährt mit dem Bus dorthin. „Man wird von großen Schülern geschubst und weggedrängelt“, schreibt die Schülerin der fünften Klasse in einem Brief an die Südredaktion. Und manchmal sind die Busse so voll, dass einige Kinder gar nicht mitgenommen werden. Nun will Leonie eine Unterschriften-Aktion starten.

Vielleicht wird es bald besser: Ab Juni setzt die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf den Linien 940 und 946 neue Gelenkbusse ein, verspricht DVG-Sprecher Ingo Blazejewski auf Nachfrage der Südredaktion. Die neuen Busse können 158 statt bisher 113 Fahrgäste mitnehmen.

Schulpflegschaft beschwert sich seit zehn Jahren bei der DVG

Bisher jedenfalls ist die Situation „äußerst unbefriedigend“, wie es Rainer Bertram, der Schulpflegschaftsvorsitzende, zurückhaltend formuliert. Er bestätigt Leonies Erfahrungen: „Es ist zum Teil chaotisch. Da werden Ellenbogen ausgefahren, gerade körperlich schwächere Kinder haben es schwer.“

Seit nunmehr zehn Jahren beschwert sich die Elternpflegschaft der Gesamtschule Süd bei der DVG über die überfüllten Busse. Regelmäßig bekommt sie die Antwort, dass aus Sicht der DVG ausreichend Busse eingesetzt werden.

Wegen Überfüllung geschlossen: Schüler müssen draußen bleiben

„Nach unseren Daten müssten die Busse aussreichen“, sagt der DVG-Sprecher. Er nennt die acht zusätzlichen Busse auf der Linie 940 morgens von 6.40 bis 8.20 Uhr, nachmittags sind es sechs. Und auf der Linie 946 morgens vier, nachmittags fünf. Leider stünden nicht unbegrenzt Fahrzeuge und Fahrer zur Verfügung. Doch Ingo Blazejewski verspricht, dass die DVG-Mitarbeiter die Situation vor Ort nochmals überprüfen werden.

Laut DVG kommt es nur selten vor, dass Fahrer eine Mitteilung machen, weil sie Fahrgäste wegen Überfüllung des Busses nicht mitnehmen können. Meist passiere das, wenn Busse ausfallen, so Blazejewski. Etwa weil ein geparktes Auto ein Weiterkommen verhindere oder weil Fahrer krank werden und keiner einspringen kann.

Irgendwann finden sich Eltern und Schüler mit der Situation ab

Schüler und auch der Schulpflegschaftsvorsitzende sprechen allerdings davon, dass regelmäßig Kinder nicht mitgenommen werden oder wieder aussteigen müssen, weil die Türen ansonsten blockieren. Vor allem am Anfang des Schuljahres häufen sich laut Bertram die Beschwerden. Später dann ebbt dies ab. „Dann haben sich die Schüler und Eltern damit abgefunden“, so seine Erfahrung.

Oder Eltern chauffieren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. „Was ja auch nicht Sinn der Sache sein kann. Wir haben schon Poller vor der Schule aufstellen lassen, weil es zu Beinahe-Unfällen gekommen ist“, sagt Bertram. Außerdem haben die Eltern das Schoko-Ticket für die Kinder schließlich bereits bezahlt.

Die Schulpflegschaft der Gesamtschule hat sich jetzt an den Oberbürgermeister gewendet, um – unter anderem – über die überfüllten Busse zu reden. Immerhin besteht die Hoffnung, dass sich die Situation im Sommer durch die größeren Gelenkbusse entschärft.

>>>> Viele der 1200 Schüler kommen mit dem Bus

1200 Schüler besuchen die Gesamtschule Süd. Viele von ihnen kommen mit dem Bus. Denn der Einzugsbereich ist groß. Die Schule an der Großenbaumer Allee ist die einzige Gesamtschule im Süden der Stadt.

Die Schule ist sehr beliebt. Regelmäßig müssen laut Schulpflegschaftsvorsitzendem Bertram 100 Anmeldungen abgewiesen werden, weil die Plätze nicht ausreichen.

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