Gastronomie

Traditionskneipe Schenke wird zur Eventlocation – erstmal

Die Schenke war lange ein Familienbetrieb und lief stabil. In den vergangenen Jahren gab es allerdings mehrere Pächterwechsel.

Die Schenke war lange ein Familienbetrieb und lief stabil. In den vergangenen Jahren gab es allerdings mehrere Pächterwechsel.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg-Serm.  Die Schenke wird zur Eventlocation. Es könnte der erste Schritt auf dem Weg zur Wiedereröffnung sein: Beratergesellschaft sucht einen Pächter.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein neues Kapitel in der Geschichte des Landgasthofs Schenke in Serm hat begonnen: Nach dem unrühmlichen Ende der Gastwirtschaft im Sommer 2019 haben die Süd-Bürger wieder die Möglichkeit, in der alteingesessenen Kneipe zu feiern: zunächst im Rahmen einer Eventlocation, in Zukunft dann, hoffentlich, auch wieder im normalen Kneipenbetrieb. Einen ersten Interessenten hat der Vermieter schon gefunden – allerdings nicht für die Kneipe selbst.

Sermer Schenke wird eine Eventlocation – erstmal

Johannes W. Brauwer von der zuständigen Beratergesellschaft Behogast erklärt das Modell: „Wer die Location mieten möchte, meldet sich bei uns. Wir vermitteln dann den Caterer. Die Gäste zahlen die Saalmiete und rechnen direkt mit dem Caterer ab.“ Der Clou: Behogast hat verschiedene Caterer im Repertoire, zum Beispiel für bürgerliche oder italienische Küche. „Es wäre sehr schade, die Gaststätte einfach leerstehen zu lassen“, findet Brauwer.

Schon jetzt hat Brauwer zwei Anfragen für die Räumlichkeiten, und er sieht gerade in Serm viele weitere Möglichkeiten für den Landgasthof. „Karnevalsvereine, Schützen oder Firmen, die feiern möchten – es gibt genug Publikum für die Gaststätte.“ Er verspricht: „Mehr als in anderen gastronomischen Betrieben zahlen die Gäste hier nicht.“

Für die Hotelzimmer der Schenke gibt es schon einen Interessenten

Der Landgasthof Schenke als Eventlocation soll aber nur eine Übergangslösung sein. „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Pächter, der die Kneipe dann wie gewohnt betreibt“, sagt Brauwers. Das könne drei bis sechs Monate dauern, doch schon jetzt kann Behogast erste Erfolge verbuchen. „Wir haben ein Angebot eines Krefelder Hoteliers vorliegen, der die sieben Hotelzimmer der Schenke übernehmen will.“

Die Geschichte der Schenke war jahrzehntelang stabil, seit einigen Jahren ist sie turbulent. Vier Generationen lang war die Sermer Institution in den Händen der Familie Schenke, bis zum Tod von Wirt Hermann Schenke. Einige Zeit stand sie leer, dann folgte der im Dorf sehr beliebte Pächter Leonard Golub. Der verließ die Schenke allerdings nach zwei Jahren Richtung Schwarzwald.

Kurz darauf übernahm Helga Jank das Lokal. Allerdings freundeten sich die neue Pächterin und die Dorfbewohner nie miteinander an. Es kam zum Streit, dessen Tiefpunkt ein an der Kneipe aufgehängtes Schild mit der Aufschrift „Fluch von Serm“ war. Auch den Biergarten musste Jank nach Beschwerden wegen Lärmbelästigung aus der Nachbarschaft schließen. Nach anderthalb Jahren gab sie im Sommer 2019 auf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben