Gericht

Weil Duisburger Kinder stritten, schlugen sich die Väter

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Duisburger (36) trat auf schon am Boden liegenden Widersacher ein. Amtsgericht verhängte nur die Mindeststrafe.

Die Kinder zweier Männer, die am 9. Juni 2017 in der Duisburger Innenstadt eine Auseinandersetzung hatten, konnten sich offenbar nicht leiden. Doch die Väter der Grundschüler wussten offenbar auch keine andere Lösung. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht einen 36-Jährigen zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe.

Der Geschädigte berichtete, seine kleine Tochter sei immer wieder von den Kindern des Angeklagten – er hat insgesamt sechs davon – gemobbt worden. „Das ist doch ein ganzer Clan“, beschwerte sich der 35-Jährige. Nachdem er vergeblich versucht habe, die Vorfälle über die Schule zu regeln, sei er am Tattag zur Wohnanschrift des Angeklagten gefahren und habe das Gespräch gesucht. Stattdessen sei er von der Frau sofort bedroht worden. „Als ich die Wohnung verließ, habe ich die Polizei gerufen. Da fuhr schon ein Auto vor. Fünf Männer stiegen aus und gingen sofort auf mich los.“

Gericht: Von Notwehr konnte ab einem gewissen Punkt keine Rede mehr sein

Der Angeklagte hielt dagegen, seine Frau habe ihn völlig aufgelöst angerufen, nachdem der Geschädigte sie beleidigt und seinen kleinen Sohn bedroht habe. „Dass da noch ein paar Bekannte aus der Teestube mitkamen, war nicht meine Schuld.“ Der Geschädigte habe ihn zuerst angegriffen. „Ich bin gestürzt.“

Zeugenaussagen ließen aber keinen Zweifel daran, dass auch der Geschädigte irgendwann zu Boden gegangen war. Und spätestens in diesem Moment, so das Schöffengericht, habe von Notwehr keine Rede mehr sein können. Dennoch hatten der Angeklagte und andere Personen weiter auf den 35-Jährigen eingeschlagen und zugetreten. Der Mann erlitt schmerzhafte Prellungen und eine Gehirnerschütterung.

Das Schöffengericht hielt am Ende des zweitägigen Strafverfahrens die Verhängung der Mindeststrafe für ausreichend. Der Angeklagte habe wesentliche Teile des äußeren Geschehens eingeräumt und habe, da es um seine Familie ging, besonders unter emotionalem Stress gestanden. Da der 36-Jährige bislang nicht vorbestraft war, wurde die Haftstrafe auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben