Politik

Jugendliche im Duisburger Westen würden Rot und Grün wählen

Schüler der Klasse 12 sortieren in der Heinrich-Heine-Gesamtschule die Stimmzettel.

Schüler der Klasse 12 sortieren in der Heinrich-Heine-Gesamtschule die Stimmzettel.

Foto: Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburger Westen  Zwei Schulen im Westen machten mit bei der U18-Wahl. Am Einstein-Gymnasium und der Heinrich-Heine-Gesamtschule lagen die Grünen und die SPD vorne.

. Wenn in Duisburg die Jugend das Europaparlament wählen würde, gäbe es eine satte grün-rote Mehrheit. Allerdings unter deutlicher Führung der Grünen. 34,1 Prozent der Duisburger Jugendlichen haben bei der stadtweiten U18-Wahl des Jugendrings ihr Kreuzchen bei der Partei gemacht, die sich den Umwelt- und Naturschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Die SPD kam auf 19,8 Prozent, die CDU auf 10,2 und die FDP auf 7 Prozent.

Ähnlich sieht das Ergebnis auch an zwei Schulen im Bezirk Rheinhausen aus, die jeweils eine schuleigene U18-Wahl zur Europawahl veranstaltet haben. Am Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen lagen die Grünen vorne (36,6%), gefolgt von SPD (21,9%) und CDU (9,49%). An der Heinrich-Heine-Gesamtschule hatte die SPD einen deutlichen Vorsprung, Grüne und CDU lagen ungefähr gleich auf.

40 Parteien auf den Stimmzetteln

Die Ergebnisse der Wahl hat die Gesamtschule auch auf ihrer Internetseite veröffentlicht. „Die U18-Wahl war ein großer Erfolg. Das ist ein Zeichen für Demokratie und dass Europa für die Schüler ein wichtiges Thema ist“, freute sich AEG-Schülersprecher Nikolaus Neuhöfer. Von den rund 900 Schülern hätten knapp 700 ihre Stimme abgegeben. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Oberstufenschüler gerade mitten in den Abiturprüfungen stecken und daher wohl teilweise nicht gewählt haben oder – als über 18-Jährige – schon an der normalen Europawahl teilnehmen.

„Es ist toll, dass Schüler und Kollegen sich für eine so wichtige politische Arbeit einsetzen“, lobte AEG-Schulleiter Steffen Jelitto.

An der Heinrich-Heine-Gesamtschule war es die zweite U18-Wahl nach der Bundestagswahl 2017. Von den rund 1000 Schülern wählte etwa die Hälfte. „Es ist sehr spannend zu sehen, wie Heranwachsende zur Politik stehen“, sagt Berfin Cigerli, Schülerin der Jahrgangsstufe 12. Organisiert wurde die Wahl von den Lehrern des Bereichs Sozialwissenschaften, durchgeführt haben den eigentlichen Wahltag am Montag die Schüler aus der Zwölften.

Auch die Jüngsten durften wählen

Wie bei der richtigen Europawahl gab es Stimmzettel, auf denen alle Parteien aufgeführt waren, die antreten – immerhin rund 40 Stück. Natürlich wurde die Wahl geheim abgehalten, dafür gab es extra sichtgeschützte Wahlmöglichkeiten. „Das macht man auch nicht jeden Tag und man bekommt einen wichtigen Einblick in die Wahlen“, sagt Nazar Bulasma aus der Jahrgangsstufe 10.

Mitwählen durften auch an der Gesamtschule alle Schüler ab Jahrgangsstufe 5. „Es ist schön zu sehen, dass die demokratische Mitte hier fest verankert ist“, freute sich Nerim Durdubas, eine der Lehrerinnen für Sozialwissenschaft und damit eine der Organisatorinnen der Wahl über das ausgewogene Ergebnis und die rege Beteiligung der Schüler. Die nächste U18-Wahl hat schon einen Termin: 2021 zur Bundestagswahl.

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