Städtebau

„Weiße Riesen“: Initiative will Sanierung statt Abriss

Eine Nachbarschaftsinitiative möchte dieses Hochhaus in Hochheide vor der Sprengung bewahren.

Eine Nachbarschaftsinitiative möchte dieses Hochhaus in Hochheide vor der Sprengung bewahren.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg/Düsseldorf.  Mit einem offenen Brief haben sich Duisburger an die Regierungspräsidentin gewandt. Sie fordern die Renovierung der „Riesen“ an der Ottostraße.

Mit einem offenen Brief hat sich die Hochheider Nachbarschaftsinitiative „Unser Riese - Wir bleiben“ an die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Brigitta Radermacher gewandt. Sonja Bafcari, Ergün Yilmaz, Michael Glasing, Markus Peplinski und Lukas Hirtz vermuten, dass in Hochheide eingesetzte Fördermittel des Landes (insgesamt rund 17 Millionen Euro; d. Red.) nicht den Zielen der Förderprogramme „Stadtumbau-West“ und „Soziale Stadt“ entsprechen.

In dem Brief heißt es: „In unserem Wohngebiet soll Wohnraum in großer Menge zurück gebaut werden. Aktuell soll das Haus Ottostraße 54-56 leergezogen und zurückgebaut werden. Dafür verwendet die Stadt Duisburg eben diese Fördergelder und begründet die Förderwürdigkeit mit einem prognostiziertem Bevölkerungsrückgang, wodurch die „weißen Riesen“ als Wohnraum nicht mehr benötigt würden. Sie bezieht sich dabei auf die Bevölkerungsprognose von 2008. Diese Bevölkerungsprognose ist empirisch widerlegt worden. Die Stadt prognostizierte für das Jahr 2020 eine Bevölkerungszahl von rund 460.000 Einwohnern. De facto hat die Stadt jedoch 2019 über eine halbe Million Einwohner und somit rund neun Prozent mehr als erwartet. Gleichzeitig gehört die Bevölkerung der Stadt zu den jüngsten in NRW, die Geburtenrate steigt jedes Jahr.“

„Der Wohnraum wird durchaus benötigt“

Es könne also keine Rede davon sein, dass der Wohnraum in diesem Quartier nicht mehr benötigt würde. Die Initiative schreibt weiter: „Seit mehr als zwei Monaten sind viele der Betroffenen von der Räumung der Häuser Husemannstraße 1 und 3, ebenfalls in Hochheide, wohnungslos obwohl sie sich auch mit Hilfe des Amtes für Wohnen und Soziales um Wohnungen bemühen. Gleichfalls erhalten die Bewohner der Ottostraße 54-56, die ihre Wohnungen nach dem Willen der Stadtspitze bis Ende 2019 verlassen sollen ebenfalls die Auskunft, dass es keine Wohnungen für sie gebe.

„Unser Riese - wir bleiben“ bittet die Regierungspräsidentin „dringend die Bereitstellung von Fördermitteln für diese den Zielen des Stadtumbau West und der sozialen Stadt zuwider laufenden Maßnahme einzustellen. Stattdessen bitten wir Sie darauf hinzuwirken, dass die Fördermittel in Hochheide für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden.“

Fördergelder sollen laut Aussage der Initiative eher eingesetzt werden für eine mietkostenneutrale Renovierung des Gebäudes Ottostraße 54-56 und Vermietung der leerstehenden Wohnungen, die Sanierung der Tiefgaragen in dem Gebiet, für mehr und bessere Spielplätze, eine bessere Beleuchtung der Fußwege, eine bessere Anbindung des Quartiers an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr oder die Aufwertung der Fassaden.

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