Umwelt

Neues Repair-Café im Duisburger Westen

Horst Hinninghofen und Klaus Hanenberg gehören zum Team der Ehrenamtler, die sich im Repair-Café engagieren.  Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Horst Hinninghofen und Klaus Hanenberg gehören zum Team der Ehrenamtler, die sich im Repair-Café engagieren. Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen  Hier werden kaputte Toaster & Co. verarztet: Nach Friemersheim hat nun auch Rumeln ein Repair-Café. Der kostenlose Service beginnt am 23. Mai.

. Horst Hinninghofen und Klaus Hanenberg sind entspannt. Das liegt nicht nur an der antistatischen Arbeitsmatte, die sie mit Elan auf dem Redaktionstisch ausgerollt haben. Das Ding hält in Kombination mit dem knallgelben Personenschutzstecker in der Buchse an der Wand zwar jedes Zuviel an Volt von den beiden Tüftlern ab. Aber dass die beiden die Ruhe weg haben, liegt vor allem daran, dass sie das fordernde Arbeitsleben hinter sich gelassen haben. „Ich war 30 Jahre Medizintechniker in der Fahrner Klinik“, sagt Horst Hinninghofen und klappt einen von drei Koffern voller Werkzeug auf. Der zweite im Bunde, Klaus Hanenberg, hat früher als Elektroinstallateur bei der Demag gearbeitet und zuletzt die elektrische Energieversorgung des Siemens-Werks geleitet.

Die Fachkenntnisse, die sie über Jahrzehnte angesammelt haben, wollen sie jetzt an andere weitergeben. Sie gehören zum Team von Ehrenamtlern, das seit drei Jahren das Repair-Café in Friemersheim stemmt und heute ein weiteres Reparaturcafé bei der Awo in Rumeln eröffnet. „Es kann doch nicht sein, dass ich mehr als 30 Jahre Wissen einfach so in die Tonne kloppe!“ Horst Hinninghofen nimmt sich die Spezialschraube einer kaputten Kaffeemaschine vor. „Hürde Nummer eins ist, dass Sie das Gerät nicht aufbekommen.“ Für Fälle wie diese hat der Fachmann im Ruhestand einen „Bitsatz“ dabei. In dem kleinen Zauberkasten steckt ein passender Schraubendreher für alle Fälle.

Der Dampfreiniger ist hinüber

Das Staunen über die beeindruckende Fülle an Werkzeug, das die beiden zur Demonstration ihrer Arbeit mitgebracht haben, quittieren die Herren aus Bergheim und Friemersheim mit einem Lächeln und winken ab. Denn wenn sie ihre Utensilien am Donnerstag, 23. Mai, beim ersten Repair-Café in Rumeln auspacken, dann werden sie noch viel mehr dabei haben.

„Wir haben vor nichts Angst“, sagt Klaus Hanenberg und grinst. Mutig öffnet er dµen Deckel eines in die Jahre gekommenen Dampfreinigers. „Die Kundin hat uns gesagt, dass der noch funktioniert, aber es tropft.“ Diesmal hat sich die Sache leider schnell erledigt: „Der hat mit Sicherheit ausgedient“, stellt Hanenberg fest und schüttelt den Kopf. „Nichts mehr zu machen.“ Das Ding ist von innen komplett hinüber. Wasser und der Zahn der Zeit haben das Metall zerbröseln lassen.

Hier konnten die Herren vom Repair-Café nichts mehr tun, aber in den meisten Fällen helfen sie der Umwelt und schonen den Geldbeutel der Kunden. „Überlegen Sie mal, wie viel CO2 Sie einsparen, wenn Sie ein kaputtes Teil nicht wegschmeißen und neu kaufen müssen.“ Oft ist es nur eine Kleinigkeit, die Schuld daran ist, dass eine Lampe nicht mehr leuchtet, ein Toaster nicht mehr funktioniert. So manche Reparatur dauert nur fünf bis zehn Minuten.

Klaus Hanenberg erinnert sich an eine Brotschneidemaschine, die von einer Dame ins Friemersheimer Reparaturcafé geschleppt wurde. „Das war ein richtig teures Ding.“ Schnell war klar, dass nur der Kondensator kaputt ist. Die Besitzerin besorgte sich das Ersatzteil für ein paar Euro, Hanenberg baute es ein und schon lief die Maschine wieder rund. „Wenn Sie mit einem solchen Problem in den Laden gehen, dann wird Ihnen in der Regel ein neues Gerät aufgeschwatzt.“

Horst Hinninghofen hat auch schon erlebt, dass ein Fachhändler eine Tonbandmaschine als nicht mehr reparierbaren Totalschaden abgestempelt hatte. Im Repair-Café stellte sich dann heraus, dass nur zwei Drähte im Stecker vertauscht waren.

Gemeinsam funktioniert es

Vieles passiert in Teamarbeit. Da wird dann in den Raum gerufen „Hat jemand Ahnung von….?“. Und es findet sich immer jemand, der eine gute Idee beisteuern kann. Kürzlich hat Horst Hinninghofen gemeinsam mit einer Ehrenamtlerin, die eigentlich für Näharbeiten zuständig ist, einen Tintenfarbdrucker repariert. „Das war ein tolles Erlebnis, dass wir das so gut zusammen hinbekommen haben.“

Was sich in Friemersheim seit 2016 bewährt hat, soll auf Initiative der Awo auch das Miteinander in Rumeln-Kaldenhausen bereichern und der Wegwerfmentalität ein Beinchen stellen.

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