Zivilprozess um fast sechs Jahre alte Nacktfotos

Gerrit Starczewski aus Voerde hat es zu einiger Berühmtheit gebracht. Seinen Ruf als Starfotograf hat er unter anderem Kunstprojekten zu verdanken, bei denen er Gruppen nackter Menschen auf die Platte bannte. Um eines dieser Projekte ging es gestern vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz: Eine junge Frau, die sich 2011 beim „Appletree Garden Festival“ in Diepholz ablichten ließ, klagt nun gegen die Veröffentlichung der Fotos und fordert Schmerzensgeld.

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Gerrit Starczewski aus Voerde hat es zu einiger Berühmtheit gebracht. Seinen Ruf als Starfotograf hat er unter anderem Kunstprojekten zu verdanken, bei denen er Gruppen nackter Menschen auf die Platte bannte. Um eines dieser Projekte ging es gestern vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz: Eine junge Frau, die sich 2011 beim „Appletree Garden Festival“ in Diepholz ablichten ließ, klagt nun gegen die Veröffentlichung der Fotos und fordert Schmerzensgeld.

Die Klägerin will, dass Starczewski keine Bilder mehr zeigt, auf denen sie nackt zu sehen ist und fordert 2500 Euro Schmerzensgeld. Schließlich sei sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch keine 18 Jahre alt gewesen. Starczweski betont, dass die Klägerin ihm damals versichert habe, volljährig zu sein. Sein Anwalt wunderte sich darüber, dass es fast ein Jahr dauerte, bis die inzwischen 18 Jahre alte Frau erstmals eine Unterlassung forderte. „Dabei hatte sie begeistert mitgemacht und sich auch danach noch öffentlich positiv über das Projekt geäußert.“

Das Landgericht Duisburg machte bei der mündlichen Verhandlung gestern deutlich, dass die Klägerin das Recht zumindest teilweise auf ihrer Seite habe: „Da sie noch keine 18 Jahre alt war, liegt keine wirksame Einwilligung für die Aufnahmen vor“, so die Richterin. Der Schutz der Persönlichkeit habe in diesem Fall Vorrang. Starczewski muss also damit rechnen, dass er die Bilder, auf denen die Klägerin nackt zu sehen ist, künftig nicht mehr zeigen darf. Ein Schmerzensgeld wird er aber wohl nicht zahlen müssen.

Eine Entscheidung soll am 27. März verkündet werden.

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